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Kostenoptimierung mit ETFs - aber bitte nachhaltig

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Von den Gute und den Bösen - und jenen, die diese genau zu kennen glauben.... (Kommentar)

Wenn die Welt doch nur so leicht in Schwarz und Weiß einzuteilen wäre, wie uns das die überwältigende Mehrheit der Mainstream Medien in gleichgeschalteter Manier weismachen möchte: Hier die guten Amerikaner und die NATO, dort das, was Reagan als Reich des Bösen bezeichnete, nämlich Russland - mit Putin.
 
Wo bleibt die Meinungspluralität im Einheitsbrei?
 
Nur wenige wagen es, eigenständig zu denken, ihre Schlüsse zu ziehen und diese auch zu publizieren. Ein solcher Glücksfall ist etwa Professor Max Otte, Manager des PI Global Value Fund, Top-Fonds der Printausgabe Nr. 2/2014 (zum Artikel geht es hier). In einer der letzten Ausgaben des "Privatinvestors" hält er mit seiner Sicht der Dinge nicht hinterm Berg. Die Hintergründe des Absturzes der MH 17 seien unklar, und doch scheint man schon überall einen Schuldigen ausgemacht zu haben: Russland und Putin.
 
Otte verweist auf den erschwindelten Krieg im Irak mit herbeigelogenen Begründungen durch die USA, der arabische Frühling, Syrien und nun die Ukraine. Summa summarum seien dies alles äußerst undurchsichtige Konflikte. Zwar sei es hier nicht so eindeutig wie im Fall Irak, dass die USA einen Krieg unter falschen Vorwänden begonnen oder erlogen hätten, aber hier entstehe ein Feuer nach dem anderen am Rand Europas, das kräftig geschürt und nicht gelöscht werde, so des Professors Analyse. Auch bezeichne der ukrainische Präsident - im Übrigen ein Oligarch und Milliardär - die Separatisten im Osten, also Russen, die für ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpfen – als „Unmenschen“.
 
Viel Gewalt und wenig erreicht
 
Ob man sich hier den richtigen Verbündeten ausgesucht hat? Die USA sei darauf hingewiesen, dass sie oft in der Vergangenheit kein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Partner etwa in der islamischen Welt bewies. Wo sind die Erfolge ihrer Politik? Saddam ist weg, aber der Irak zerfällt im besten Fall in drei Teilstaaten, im schlechtesten winkt ein weiterer Gottesstaat. In Libyen und Afghanistan herrscht Anarchie und sonst nichts, und im Hinterhof tanzt ein von China subventioniertes venezulanisches Regime den Amerikanern auf der Nase herum. Erfolgsbilanzen einer Supermacht sehen anders aus...
 
Hegemonialmächte im Abstieg gehen wohl so vor....
 
Aber zurück zu Professor Otte: Er zitiert aus dem Buch des Princeton-Professors Robert Gilpin „War and Change in World Politics“, dass im Abstieg begriffene Hegemonialmächte, die sich an ihre Führungsrolle und die entsprechenden Privilegien gewöhnt hätten, ihren Status immer aggressiver verteidigten. Und wenn es zu grundlegenden Änderungen im Weltsystem komme, weil neue ökonomische Mächte aufsteigen, würden, komme es sehr oft zu großen Kriegen. 1914 sei die wirtschaftliche Entwicklung eines phantastisch organisierten Deutschlands vielen anderen ein Dorn im Auge gewesen.
 
Multipolare Welt in Sicht
 
Heute ist China die aufsteigende Macht, und die BRICS-Staaten zeugen mit der Gründung einer Konkurrenzveranstaltung zur US-dominierten Weltbank vom erwachenden Selbstbewusstsein. Europa als wirtschaftlicher Koloss und politischer Zwerg dackelt hinter den USA hinterher und gesteht sich nicht ein, mehr Getriebener als Treiber zu sein. Das souveräne Russland ist vielen ein Dorn im Auge.
 
Fragen, die sich keiner zu stellen, geschweige denn zu beantworten traut
 
Deutschland müsste sich nach dem NSA-Abhörskandal beispielsweise fragen, warum Amerika seinen Verbündeten Deutschland bespitzelt. Liegt es etwa daran, dass man insgeheim eine Verständigung mit Russland fürchtet? Wenn europäisches Knowhow und russische Bodenschätze sich vereinigen, ist die USA abgemeldet. So kann sie aber das "divide et impera" in altrömischer Manier anwenden und einen Keil zwischen Europa und Russland treiben respektive auch innerhalb der EU russophobe Osteuropäer gegen um ihr Geschäft besorgte Exportnationen ausspielen.
 
Werden wir immer totalitärer im Westen?
 
Otte wiederum verweist darauf, dass mit Schmidt und Schröder zwei Altbundeskanzler vor einem Konfliktkurs mit Russland gewarnt hätten. Erschreckt habe ihn, Otte, die Kritiklosigkeit der westlichen Medien, die Propaganda verbreiteten, anstelle zu versuchen, den Fragen mit ernsthaften Analysen auf den Grund zu gehen. Was viele nicht wüssten, Otte aber offen in seinem Newsletter anspricht: Redakteure des Springer-Verlages (Bild, Welt) müssten Arbeitsverträge unterschreiben, bei denen die guten Beziehungen zu Israel und den USA Vertragsbestanteil seien.
 
Vom Tugendterror zur Lächerlichkeit ist es nicht weit
 
In gewissem Sinne werden wir hier im ach so demokratischen Westen immer totalitärer in unseren Meinungen und Handlungen, maßen uns an, den Weltenrichter zu spielen, gebärden uns oberlehrer- und gouvernantenhaft, entwickeln uns selbst in Richtung Meinungs-Oligarchie und Ochlokratie. Denk- und Sprechverbote sowie Selbstzensur greifen um sich, um ja nicht ins Eck gerückt und marginalisiert zu werden. Wir lenken ab von unsere desaströsen Schuldenpolitik der letzten 40 Jahre und vergessen: Glaubwürdig stark kann nur sein, wer sein Haus gut bestellt und seine Schulden im Griff hat. Davon sind wir im Westen durch die Bank Lichtjahre entfernt. Stattdessen befassen wir uns mit Frauenquoten in der EU-Kommission nach dem Motto "Geschlecht sticht Kompetenz". Zur Lächerlichkeit ist es in jedem Fall dann nur mehr ein kleiner Schritt. (kb)
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