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Volksbanken stunden 5,4 Milliarden Euro, sehen viel mehr Insolvenzen

Die deutschen Genossenschaftsbanken müssen ihren Kreditnehmern mehr als fünf Milliarden Euro stunden. Darüber hinaus wird ein Anstieg bei der Zahl der Insolvenzen befürchtet. Noch sei aber kein Grund zur Sorge, zeigen Stresstests der Aufsichten, die die Entwicklung derzeit genau beobachten.

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© phokrates / stock.adobe.com

Die deutschen Genossenschaftsbanken haben Ende Dezember angesichts der Coronakrise rund 5,4 Milliarden Euro an Kreditzahlungen von Kunden gestundet. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Dienstag mit. Er rechnet zudem laut einem Bloomberg-Bericht mit einem starken Anstieg der Insolvenzen.

Starker Anstieg von niedrigem Niveau aus
Von den Stundungen, die weniger als ein Prozent des gesamten Kreditvolumens bei Genossenschaftsbanken ausmachen, sind den Angaben zufolge rund 35.000 Konten betroffen. Die Kreditbestände seien aber zu 96 Prozent mit “werthaltigen Immobilien” besichert. “In unseren Schätzungen gehen wir davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2021 in Deutschland um 20 bis 30 Prozent steigen könnte, auch wenn sich dies in den Bilanzen unserer Banken zum Jahresende kaum zeigt”, erklärte BVR-Präsidentin Marija Kolak.

Regionalität bei Darlehensgeschäften
Laut einer im Dezember veröffentlichten Umfrage des ZEW Mannheim erwarten Finanzmarktexperten wegen der Coronakrise einen Anstieg der Kreditausfälle, von denen Volksbanken und Sparkassen mehr betroffen seien als Großbanken. Zu einem ähnlichen Ergebnis war auch schon das Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung Halle im Sommer gekommen. Gerade lokale Institute hätten ihr Geld an die schwer von der Pandemie getroffenen Branchen Einzelhandel und Gastgewerbe verliehen.

Zugleich zeigte aber ein Covid-Stresstest von BaFin und Bundesbank für kleinere Banken, dass diese Institute “auch bei einem schweren Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt ausreichend kapitalisiert” seien. (aa)

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