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Verschuldetes Wachstum - Aktiendynamik auf Pump

Growth könnte bald wieder Value als Aktientreiber ablösen, meinen die Experten von Federated Hermes. Ein weiteres wichtiges Thema ist, dass Europa vor einer großen gemeinsamen Verantwortung steht - Stichwort: Fiskalunion.

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Silvia Dall'Angelo, Senior Economist bei Federated Hermes
© Federated Hermes

„Während wir uns dem Ende der ersten Hälfte des Jahres 2021 nähern, sehen wir eine Kompression des Kurs-Gewinn-Verhältnisses aufgrund eines 12-prozentigen Anstiegs der globalen Aktienmärkte und eines geschätzten Gewinnwachstums von 20 Prozent. Der Markt ist breiter geworden: Kleinere Unternehmen haben sich besser entwickelt als größere. Außerdem schnitten Value-Aktien besser ab als Growth-Aktien, wobei der Energie- und der Finanzsektor die Qualitätswachstumssektoren mit einer großen Gewinnmarge übertrafen. Namen mit hohem Beta schnitten besonders gut ab", fasst Geir Lode, Head of Global Equities bei Federated Hermes, zusammen.

Growth gewinnt, Rohstoffpreise verlieren
Für die zweite Jahreshälfte ist laut Lode zu erwarten, dass die Aktienmärkte sowie die Gewinnmargen ihren positiven Trend fortsetzen und die Fed ihre Maßnahmen weiterhin ausweitet. Allerdings sähen Wachstumsaktien allmählich attraktiver aus als Value-Aktien. Im ersten Quartal 2021 stieg die zehnjährige Rendite in den USA an, was zu einem starken Value-Markt führte. Im zweiten Quartal stabilisierte sich die Zehnjahresrendite von US-Anleihen, die derzeit bei 1,47 Prozent liegt – und wird auch weiterhin aus strukturellen Gründen stabil bleiben. Lode: "Dadurch werden Wachstumsaktien attraktiver. Die Zukunftsmärkte deuten auf niedrigere Rohstoffpreise hin. Die Inflationserwartungen sind nach wie vor unbeständig, aber stabiler als noch vor ein oder zwei Monaten."

Eurozone
Silvia Dall'Angelo, Senior Economist bei Federated Hermes, hält fest: „Der Index für die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone erreichte im Juni ein 21-Jahres-Hoch. Wahrscheinlicher Hintergrund: Eine starke Beschleunigung der Impfprogramme auf dem gesamten Kontinent und die schnelle Genehmigung des EU-Fonds der nächsten Generation. Die Europäische Kommission hat die Reform- und Investitionspläne der einzelnen Länder früher als erwartet genehmigt. Die ersten Auszahlungen aus dem 750 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramm könnten bereits Ende Juli beginnen, mit Italien als Hauptnutznießer. Obwohl der Umfang des EU-Konjunkturprogramms nicht ausreicht, um die geschätzte Produktionslücke der Eurozone zu schließen und die strukturellen Divergenzen der Region zu beheben, kann seine Bedeutung kaum überschätzt werden."

Gemeinsam verschuldet – kommt die Euro-Anleihe?
Der Konjunkturfonds verfolge nicht nur langfristige Ziele (einschließlich Strukturreformen und einer starken grünen Komponente), er werde auch durch weitere gemeinsame Schulden finanziert, so Dall'Angelo weiter. Dies schaffe die Voraussetzungen für eine weitere fiskalische Integration. Während die Schaffung einer echten Euro-Anleihe wahrscheinlich noch ein langfristiges Projekt sei, habe die Covid-Krise ein Überdenken des europäischen Fiskalrahmens erzwungen. Insbesondere die Regeln des Fiskalpakts seien aufgrund der Covid-Krise derzeit ausgesetzt und würden wahrscheinlich tiefgreifenden Änderungen unterzogen, bevor sie 2023 wieder eingeführt werden.

Reform des Fiskalpakts ante portas?
Die Europäische Kommission hat die Diskussion über die Reform des Fiskalpakts angestoßen, indem sie eine Unterscheidung zwischen laufenden Ausgaben und öffentlichen Investitionen empfiehlt. Die Debatte wird wahrscheinlich den größten Teil des Jahres 2022 in Anspruch nehmen – und von den anstehenden Wahlen in Deutschland und Frankreich beeinflusst werden, die im September dieses Jahres bzw. im Frühjahr 2022 stattfinden werden“, schätzt Dall'Angelo. (kb)

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