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VanEck über die wichtigsten Änderungen am Goldmarkt

Im laufenden Jahr kam am Markt für Gold zu zahlreichen Änderungen, ausgelöst vom Ausbruch des Corona-Virus, berichtet Joe Foster von VanEck.

Joe Foster, VanEck
Joe Foster, VanEck
© Van Eck

In seinem aktuellen Goldkommentar schreibt Joe Foster, Portfoliomanager bei VanEck, dass Gold und Goldaktien im Juni einen weiteren erfolgreichen Monat erlebt haben. Nachdem die US-Notenbank Fed die Lockerung ihrer Geldpolitik bekräftig und eine durchschnittliche Arbeitslosenquote in den USA von 9,7 Prozent prognostiziert hatte, schloss Gold inmitten neuer Coronavirus-Ausbrüche in Peking, Lateinamerika und vielen US-Bundesstaaten den Monat mit einem neuen Siebenjahreshoch von über 1.780 US-Dollar je Unze.

Veränderungen zum Vorjahr
Foster erklärt darüber hinaus, in wie weit die Corona-Pandemie tiefgreifende Auswirkungen auf die Goldnachfrage hat. Zur Erinnerung: Laut World Gold Council (WGC) belief sich die weltweite physische Goldnachfrage im Jahr 2019 auf insgesamt 4.384 Tonnen, wovon 49 Prozent auf Schmuck, 20 Prozent auf Barren und Münzen, 15 Prozent auf Zentralbanken, neun Prozent auf Goldbarren-ETFs und sieben Prozent auf die industrielle Verwendungen entfielen.

In diesem Jahr hat sich die Goldnachfrage wie folgt verändert:
In China und Indien, den mit Abstand größten Goldverbrauchern, haben die Lockdowns und Geschäftsschließungen die Nachfrage zurückgehen lassen, in Indien um 41 Prozent, in China sogar um 65 Prozent. Die China Gold Association meldet für das erste Quartal einen Gesamtverbrauch von 148,6 Tonnen gegenüber 308,3 Tonnen vor einem Jahr. Für Indien gehen Prognosen von einem Rückgang der Schmucknachfrage im Jahr 2020 um 210 Tonnen, also etwa 30 Prozent, aus.

Bei den Zentralbanken gehörten die letzten beiden Jahre zu den stärksten, die jemals verzeichnet wurden, da die Zentralbanken im Jahr 2018 und 2019 Nettokäufe von 656 bzw. 648 Tonnen tätigten. Als sich die Pandemie jedoch ausbreitete, wandten viele Zentralbanken ihre Aufmerksamkeit vom Gold ab, Schätzungen zufolge könnten die Zentralbanken im April 26 Prozent weniger Gold gekauft haben als noch im Vorjahr.

Comex braucht mehr Gold
Die Schweiz dient als globaler Umschlagplatz für physisches Gold. Zwar war das Gesamtvolumen der Schweizer Ströme im Jahr 2020 bisher normal, jedoch haben sich die Bestimmungsorte der Schweizer Exporte radikal geändert. Die USA haben China überholt und sind in diesem Jahr zum größten Exportziel der Schweiz geworden, was hauptsächlich durch die Goldströme in die Bestände der Comex verursacht wurde.

Physisches Gold gefragt
Der durch die Pandemie verursachte wirtschaftliche Schaden und die wachsenden finanziellen Risiken haben eine sehr starke Nachfrage nach Barren und Münzen geschaffen. Während besonders Kleinanleger den Münzmarkt dominieren, sind bei Goldbarren wahrscheinlich ETFs die größte Kraft am Markt. (aa)

 

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