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Value-Comeback statt Growth-Party: Paradigmenwechsel in Sicht?

Die Fed verspricht, alles Notwendige zu veranlassen, um die Inflation einzudämmen. Da Zinserhöhungen kurzfristig unausweichlich sind, rotiert der Markt. Das Ergebnis: Titel mit hohem Multiplikator und hohem Wachstum scheinen anfällig zu sein - selten sprach deshalb so vieles für ein Value-Comeback.

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Der Trend erscheint klar: Value ist zurück!
© Costello77 / stock.adobe.com

"Die Vertreter der US-Notenbank Fed haben sich auch in der vergangenen Woche als Falken präsentiert und die Inflationsdaten bestätigten den jüngsten Kurswechsel erneut. Während seiner Anhörung bekräftigte der Vorsitzende Powell, dass die Inflation nun als die größte Bedrohung für die Wirtschaftsaussichten angesehen wird und die Fed bereit ist, alles Notwendige zu tun, um den Preisdruck unter Kontrolle zu halten. Er deutete auch an, dass die quantitative Straffung noch in diesem Jahr beginnen würde und bestätigte damit die Aussage des eine Woche zuvor veröffentlichten Protokolls der Dezember-Sitzung. Mehrere FOMC-Vertreter gingen auch auf das Thema der „früheren oder schnelleren“ Straffung im Protokoll ein und sprachen verstärkt von einer Anhebung im März und vier Erhöhungen in diesem Jahr. Sie diskutierten auch die Möglichkeit, die Bilanz früher und schneller als im letzten Zyklus zu verringern", analysiert Silvia Dall'Angelo (Bild), Senior Economist bei Federated Hermes.

Abweichler China: Lockerung der Geldpolitik scheint möglich
China scheint im Vergleich zu den USA einen zusehends abweichenden Weg einzuschlagen, sowohl was die Wirtschaftsdaten als auch die politische Dynamik betrifft. Die Anfang der Woche veröffentlichten Inflationsdaten zeigten: Der Anstieg der Verbraucher- und Erzeugerpreise im Dezember fiel deutlicher als erwartet aus. In Zukunft dürfte sich die Erzeugerpreisinflation im Jahresverlauf deutlich von den derzeit zweistelligen Werten abschwächen, während sich die Verbraucherpreisinflation zwar etwas festigen, aber dennoch gut eingedämmt bleiben könnte. Silvia Dall'Angelo dazu:"Das bedeutet, dass die chinesische Zentralbank Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik haben wird. Dies wiederum dürfte zur Stabilisierung des Wachstums beitragen, während das Land mit langfristigen Herausforderungen – vor allem der Korrektur des Immobiliensektors – und einigen zeitnahen politischen Terminen - dem 20. Kongress der Kommunistischen Partei im Herbst dieses Jahres - zu tun hat." 

Der US-Verbraucherpreisindex fiel genauso heftig aus wie erwartet
Ein unglaublicher Anstieg der Verbraucherpreise von sieben Prozent im Jahresvergleich ist der höchste seit 1982. Dieser wurde von den Investoren verhalten, aber positiv aufgenommen, wobei die Aktienmärkte zulegten und die Renditen der Staatsanleihen zurückgingen. Die Märkte 2022 waren volatil, als die Realität der Inflation eintrat und diese Reaktion spiegelt vor allem die Erleichterung darüber wider, dass die Zahlen die bereits hochgesteckten Erwartungen nicht noch übertrafen.

Da Zinserhöhungen kurzfristig unausweichlich sind, dreht sich der Markt
"Ob wir dies nun als „Value-Markt“ oder als „Anti-Growth-Markt“ bezeichnen, das Endergebnis ist dasselbe: Titel mit hohem Multiplikator und hohem Wachstum scheinen anfällig zu sein", stellt Geir Lode (Bild), Head of Global Equities bei Federated Hermes, fest. "Wir gehen davon aus, dass die Investoren in der bevorstehenden Gewinnsaison keine Toleranz gegenüber Gewinneinbrüchen und insbesondere gegenüber Prognosesenkungen zeigen werden."

Übergang von einem Growth-Markt zu einem Value-Markt 
Dieser wird wahrscheinlich nicht reibungslos vonstatten gehen, und es wird Tage geben, an denen die Outperformance des Value-Marktes ins Stocken gerät, oder sogar Tage, an denen es zu starken Umschwüngen kommt, wenn Tech- und ähnliche Growth-Titel wieder stark anziehen. Geir Lode dazu: "Aber insgesamt gehen wir davon aus, dass die Kapitalströme das billigere Ende des Marktes bevorzugen werden. In den letzten zehn Jahren gab es für Value-Investoren viele Fehltritte, aber das Argument, das für Value spricht, war noch nie so stark wie jetzt." (kb)

 

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