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Uwe Burkert/ LBBW: "Aktien haben noch Luft nach oben"

Wie rasch sich die Vorzeichen doch ändern: Noch vor Monatsfrist war der Leitindex DAX unter die Marke von 12.000 Punkten gefallen: Konjunktursorgen, Befürchtungen über eine weitere Eskalation im Handelsstreit sowie ein möglicher harter Brexit bestimmten Anfang Oktober die Schlagzeilen.

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Der Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW, Uwe Burkert (Bild), sagt: "Aktien sind zwar nicht mehr günstig, bieten mittelfristig aber weiterhin Potential."
© LBBW

Inzwischen wendete sich das Blatt; der DAX konnte zuletzt sogar die nächste Tausender-
Schwelle von 13.000 Punkten überwinden. Woher nun die neue Zuversicht?

Politische Risiken verlieren an Brisanz
Burkert: "Die politischen Risikoherde haben etwas an Brisanz verloren: So ist das Risiko eines harten Brexit, den wir ohnehin nicht als Hauptszenario erwartet hatten, inzwischen weiter gesunken. Und im Handelsstreit zwischen USA und China haben sich die Gemüter beruhigt: Noch im Dezember soll ein sogenannter „Phase-1-Deal“ unterzeichnet werden." Es sei zwar unwahrscheinlich, dass China in den wesentlichen Streitpunkten „geistiges Eigentum“, „Technologietransfer“ und „Subventionen“ markante Zugeständnisse machen werde, so der Ökonom weiter. Donald Trump komme eine Einigung aber sehr gelegen, weil er die Konjunktur 
die US-Konjunktur vor der 2020 anstehenden Präsidentschaftswahl nicht unnötig belasten möchte. Seine Anforderungen an einen „Deal“ dürften daher überschaubar sein.

Hoffnung auf weitere Aussetzung der Autozölle
Auch das Damoklesschwert der Autozölle sei zwar nicht verschwunden, habe aber an Schärfe eingebüßt: Zuletzt berichtete der amerikanische Handelsminister Ross von „guten Gesprächen“ mit Unternehmen und Regierungen aus Europa und Asien. Bis Mitte November muss entschieden werden, ob die Strafzölle gegen die im DAX prominent vertretenen Automobilkonzerne weiter ausgesetzt werden – die Hoffnung hierüber erscheint nach diesen Äußerungen durchaus begründet.

Und die schwächelnde Konjunktur?
Burkert dazu: "Die Eintrübung hierzulande vor allem im verarbeitenden Gewerbe hat sich bereits in den Gewinnaussichten der Unternehmen niedergeschlagen. So wurde zum Beispiel  die Erwartung hinsichtlich des aggregierten DAX-Gewinns für das Gesamtjahr 2019 in den vergangenen zwölf Monaten um fast 20 Prozent nach unten korrigiert. All dies ist also bereits
in der Preisbildung berücksichtigt, und im kommenden Jahr dürften die Gewinne voraussichtlich wieder zulegen."

Relativ betrachtet, ist der Aktienmarkt nicht zu teuer
Auf Basis der Gewinnerwartungen für das kommende Jahr weist der DAX ein KGV von knapp 14 auf, was vor allem im Vergleich zu US-Titeln noch recht moderat erscheint. Auch im sogenannten „Cross-Asset-Vergleich“ sind Aktien trotz der jüngsten Kursavancen im Vergleich zu Euro-Anleihen qualitativ guter Schuldner weiterhin attraktiv. Dennoch gibt Uwe Burkert zu bedenken: "So rasch sich die Stimmung ins Positive geändert hat, so rasch kann sie auch wieder kippen. Kursrückschläge sind nur einen Trump-Tweet entfernt. Weil Wahljahre üblicherweise aber gute Börsenjahre sind, sollte sich dieses „Ge-Twitter-Risiko“ in Grenzen halten. Außerdem dürften die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks für expansive
monetäre Rahmenbedingungen sorgen, was die Aktienmärkte ebenfalls stützen sollte." (kb)

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