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USA schließen Schlupfloch: Russland zahlt Rubel für US-Dollarbonds

Russland wird seine Auslandsschulden künftig in Rubel bedienen, da Moskau aufgrund des Auslaufens einer US-Sanktionslücke keine Zahlungen mehr in US-Dollar leisten kann. Damit steigt das Risiko eines "Zahlungsausfalls" deutlich.

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Ob der Kreml durch diese Art von Finanzsanktionen seine Politik ändern wird, darf getrost bezweifelt werden. Einen ähnlichen Fall, wo ein zahlungswilliger und zahlungsfähiger Staat am Bedienen seiner austehenden Anleihen gehindert wurde, sodass er in Verzug gerät, hat es bis dato noch nicht gegeben. 
© Brown / stock.adobe.com

Das Finanzministerium in Moskau kündigte die neue Praxis einen Tag nach dem Ende einer Ausnahmeregelung an, die die USA gestern auslaufen ließen. Relevant wird das schon am Freitag, denn eine Zahlung in Rubel verstößt gegen die Bedingungen der bis 2026 laufenden Dollaranleihe, deren Kupons am Freitag fällig werden. Nach einer 30-tägigen Nachfrist würde möglicherweise der Zahlungsausfall eintreten.

Künstlich herbeigeführter Zahlungsausfall trotz Zahlungswilligkeit und -fähigkeit
Russland sieht sich einer “künstlichen Situation gegenüber, die von einer unfreundlichen Nation erzeugt wurde”, sagte Finanzminister Anton Siluanow in einer Erklärung. “Wir haben das Geld und die Bereitschaft zu zahlen”, fügte er hinzu. “Die derzeitige Situation hat nichts mit 1998 gemein, als Russland nicht genügend Mittel hatte, um seine Schulden zu begleichen.”

Zahlungen an ausländische Investoren werden auf Konten des Typs “C” erfolgen, wie das Finanzministerium mitteilte. Um darauf zuzugreifen, muss ein Antrag bei Russlands nationaler Clearingstelle NSD gestellt werden. Es ist jedoch unklar, wie dieser Prozess abläuft und wie die Anleger die Zahlungen letztendlich erhalten können.

Zahlungsfahrplan bis Jahresende 2022
Russland müsste eine Milliarde US-Dollar an Kupons bis Jahresende zahlen.

Kuriose Entwicklung
Die Finanzsanktionen, die als Strafe für den Einmarsch Russlands in die Ukraine verhängt wurden, bringen das Land dem Zahlungsausfall immer näher. US-Banken und Privatpersonen dürfen seit Mitternacht New Yorker Zeit keine Anleihezahlungen der russischen Regierung mehr annehmen. Russland muss am Freitag Kuponzahlungen in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar leisten. Da mit dem Auslaufen des Schlupflochs gerechnet wurde, begann Moskau schon letzte Woche mit den Überweisungen, um den neuen Regeln zuvorzukommen.

Von den am Freitag anstehenden Zahlungen lässt nur die auf Euro lautende Anleihe mit Laufzeit 2036, deren Kupon am Freitag fällig ist, Zahlungen in Rubel zu. Bei der 2026er-Dollaranleihe sind nur Pfund, Euro oder Franken als Alternativwährungen angegeben. Auch für die nächsten drei Zahlungen Ende Juni ist der Rubel in den Prospekten nicht als Alternativwährung angegeben. (kb)

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