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USA geht "All In" mit dem Zwei-Billionen-Dollar Paket

Nun also auch die USA: Nach zunächst längerem Zögern, intensiven Verhandlungen und massiven Streits konnten sich die Politiker in Washington auf ein umfangreiches – ein historisches – Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Coronavirus verständigen.

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© vichie81 / stock.adobe.com

Das amerikanische Ausgaben- und Steuersenkungsprogramm beläuft sich insgesamt auf die gewaltige Summe von zwei Billionen US-Dollar. Das sind etwa zehn Prozent des amerikanischen BIPs. Der „Deal“ soll etwa 500 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Unternehmen - in Form von Krediten und sonstige Hilfen - umfassen, 350 Milliarden US-Dollar  für kleinere Unternehmen zur Bezahlung der Arbeitnehmer, sowie eine Ausweitung der Arbeitslosenhilfen, Steuererleichterungen und weitere Leistungen. Dazu sollen die meisten US-Amerikaner einen Scheck über 1.200 US-Dollar erhalten, um den Konsum zu beleben.

Kongress muss noch zustimmen
Sollte dieses Paket vom Kongress nun noch abgesegnet werden, wäre es ein bisher beispielloses Vorhaben. Es würde sogar jenes Stimulierungspaket von Barack Obama auf 2008 über 800 Milliarden US-Dollar in den Schatten stellen. Sich damals auf diese Summe zu einigen, dauerte übrigens knapp fünf Monate! Diesmal ging es durchaus schneller! Zusammen mit den umfangreichen Maßnahmen der Federal Reserve mit ihrem unbegrenzten Aufkaufprogramm gehen die Verantwortlichen in den USA nun „All In“!

Hohe Hoffnung
Angesichts der zuletzt massiv angestiegenen Zahlen von Neuinfizierten scheint ein Eingreifen in Form von kreativen Staatsintervention fiskal- und geldpolitisch in den USA auch nötig zu sein. Insbesondere New York ist stark von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit gibt es vor allem an den Bundesstaaten an der Küste, wohingegen die sogenannten „Fly-Over-Countries“ noch relativ wenig betroffen sind. Doch auch das dürfte sich bald ändern. Derweil gibt sich US-Präsident Donald Trump recht zuversichtlich, dass sein Land die Krise schon bereits nach Ostern zum großen Teil überwunden haben sollte. Da mag allein Hoffnung der Vater des Gedankens sein!

Finanzmärkte in den USA haben auf diese Politik-News gewartet
Vor allem die arg gebeutelten Aktienmärkte konnten sich signifikant erholen. Beispielsweise schoss der Dow Jones um mehr als elf Prozent in die Höhe, was der größte Sprung seit den 30er-Jahren war. Auch der S&P 500 schaffte den größten Anstieg seit 2008. Vom Hoch Mitte Februar – also vor nur fünf Wochen – befinden sich beide Indizes aber weiterhin noch um fast 30 Prozent im Minus! Dennoch macht die Kurserholung gewisse Hoffnung auf eine Stabilisierung auch in Europa. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen und US-Treasuries sowie der Euro in US-Dollar reagierten dagegen kaum.         

Fazit
Die Aktienmärkte in den USA, in Asien und auch in Europa reagierten mit deutlichen Kurssprüngen, die aber nur marginal die Verluste der vergangenen Wochen wettmachen konnten. Immerhin dürfte das Fiskalpaket aus Washington helfen, die absehbaren Einbrüche auch in den USA in der Wirtschaft zumindest ein wenig abzumildern. Letztlich wird es aber darauf ankommen, den Anstieg der Infektionszahlen zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Ein wirksames Medikament mit Genehmigung wäre im Grunde aber noch mehr wert als die angekündigten zwei Billionen US-Dollar. (kb)

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