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USA: Das Billionen-Rettungspaket steht

Mit 50:49 votierte der Senat für den Rettungsplan von Joe Biden, der Hilfen im Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar vorsieht. Das Gesetz bedarf nun nur noch der Zustimmung des Repräsentantenhauses, das den Entwurf allerdings im ersten Durchgang bereits gebilligt hatte, und der Unterschrift von Biden.

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Wie weiland auf Danae prasselt der Goldregen nun auf die US-Bürger nieder. Werden Sie die Schecks ausgeben oder auf die hohe Kante legen?
© Gustav Klimt

Die Maßnahmen umfassen direkte Zahlungen in Höhe von 1.400 US-Dollar an Bürger. Die Hilfen gehen auch an sozial Schwache, Selbstständige, Betriebe, Schulen, Bundesstaaten und Kommunen. Auch Steuererleichterungen und den weiteren Ausbau von Impfzentren beinhaltet das Paket.

Weg durch die Kammern machte noch Änderungen notwendig
Die Einkommensobergrenze, bis zu der man die vollen 1.400 US-Dollar erhält, wurde auf 75.000 US-Dollar und Jahr gesenkt. Für Paare gilt eine Obergrenze von 150.000 US-Dollar. Auch mit der neuen, niedrigeren Obergrenze kommen immerhin noch rund 90 Prozent der Amerikaner in den Genuss staatlicher Hilfen.

Wieviel davon geht in den privaten Konsum?
Fraglich bleibt indes, wie viel der Gelder tatsächlich in den privaten Konsum fließen werden, meint Dr. Thomas Gitzel (Bild links), Chefökonom der VP Bank Gruppe. "Das Penn Wharton Budget Model der Universität von Pennsylvania kommt zum Ergebnis, dass große Teile der Hilfsgelder in die Ersparnis und nicht etwa in den wie eigentlich gewünschten privaten Konsum gehen. Nach den Berechnungen der Ökonomen würden 73 Prozent der verteilten Mittel gespart und nur 27 Prozent konsumiert. Zwar wäre auch unter den Berechnungen des Penn Wharton Budget Model noch ein spürbarer positiver Effekt auf den privaten Konsum verbunden, allerdings weit weniger als von der US-Regierung erhofft."

Wie viel von den Hilfsgeldern ausgegeben wird, ist eine Schlüsselfrage
Je mehr von den Schecks konsumiert wird, desto mehr nimmt die US-Wirtschaft Fahrt auf und desto weniger bedarf es dann auch der Unterstützung der Fed. Die US-Fiskalpolitik und die US-Geldpolitik sind also nicht mehr komplementär, sondern Substitute. Hält die Fed an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik fest und würden gleichzeitig große Teile der Hilfszahlungen in den privaten Konsum fließen, könnte die Gefahr einer Überhitzung der US-Volkswirtschaft drohen. Das würde bedeuten, die US-Notenbank müsste eine abrupte Kehrtwende vollziehen.

Großteil wird wohl gespart werden
Gitzel führt aus: "Wir gehen davon aus, dass die Hilfszahlungen zu einem großen Teil in zusätzlicher Ersparnis münden werden. Eine Überhitzung der US-Volkswirtschaft ist unter diesem Szenario nicht zu erwarten. Die Diskussionen um einen möglichen Ausstieg der Fed aus der expansiven Geldpolitik dürften mit Verabschiedung des Rettungspakets indes zunehmen. Die Finanzmärkte haben teilweise schon ihre Meinung zum zukünftigen geldpolitischen Kurs abgegeben: Die bereits merklich gestiegenen Renditen zehnjähriger US-Staatstitel zeigen, dass die Märkte von einer restriktiveren Fed ausgehen." (kb)

 

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