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US-Wahlen? Irrelevant

Die Gesellschaft der USA erscheint so gespalten und unversöhnlich wie nie, stellt Christopher Smart, Chefstratege und Leiter des Barings Investment Institute, fest. Doch auf einer scheinbar einzigen Ebene erscheint die Präsidenten-Wahl aus seiner Sicht vor allem eines: Irrelevant.

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Anm.: Bei schlechter Lesbarkeit des Charts bitte auf das Lupen-Element rechts oben klicken

Laut Christopher Smart besagt "die herkömmliche Faustregel, dass die Demokraten schlecht für Aktien sind, weil sie eine Agenda bevorzugen, die Steuern und Regulierungen beinhaltet, die die Unternehmensgewinne schmälern. Tatsächlich ist die Bilanz der beiden großen amerikanischen Parteien viel gemischter. Da zudem jüngste Umfragen und Prognosen auf einen Sieg des ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden hindeuten, ist es auffällig, dass der S&P 500 kaum eine Atempause eingelegt hat."

Unscharfe Kanten
"Natürlich", so der Barings-Chefstratege weiter,  "wird es große Unterschiede bei den Ergebnissen für Schlüsselsektoren der Wirtschaft und bei den verschiedenen Aktien geben. Bidens Klima-Agenda würde wahrscheinlich der Industrie für fossile Brennstoffe schaden und gleichzeitig Firmen unterstützen, die alternative Energien entwickeln. Seine Ideen zur Stärkung der Gewerkschaften und zur Anhebung des Mindestlohns könnten die Rentabilität der großen industriellen Arbeitgeber beeinträchtigen. Aber die Unterschiede sind nirgendwo so scharf, wie beide Lager Sie glauben machen wollen." 

So werde abgesehen von der Zähmung des Coronavirus die Politik der Fed der wichtigste Treiber der Marktstimmung bleiben. "Zudem", so Smart weiter, "dürfte sich auch der allgemeine Kurs der Fiskalpolitik nicht wesentlich ändern. Dieser Kurs der großzügigen Zuwendungen und hohen Defizite scheint am ehesten geeignet, die noch immer stark geschädigte Wirtschaft zu stützen. Daneben werden im Fall eines demokratischen Wahlsiegs die Ausgaben sicherlich von den republikanischen Senatoren begrenzt werden, die wahrscheinlich die notwendigen 40 Sitze behalten werden, um signifikante Änderungen des 10-jährigen Budgetfensters blockieren zu können." 

Mächtigere Kräfte
Last but not least gibt es aus Sicht des Barings-Experten "weitaus mächtigere Kräfte, die die wirtschaftliche Erholung im nächsten Jahr prägen werden: Wie stark wurde COVID-19 eingedämmt? Haben wir Impfstoffe und bessere Behandlungen identifiziert? Wie nahe sind wir dem neuen "Normalzustand"? Und wie wird sich die Beschäftigungslage entwickeln? Das lässt den Schluss zu, dass sich trotz aller Unterschiede in der Persönlichkeit, den Prioritäten und der Vision der Präsidentschaftskandidaten die makroökonomische Politik Amerikas nicht sehr unterscheiden wird, weshalb die diesjährigen US-Wahlen für die Entwicklung der Aktienkurse von geringer Relevanz sein dürften."

Da die Gesellschaft der USA  derzeit so gespalten ist, und sich in ihrer Lagerbildung scheinbar unversöhnlich gegenüber steht, wird das Wahlergebnis am 3. November aus vielen Gründen folgenreich sein – erklärt Christopher Smart, Chefstratege und Leiter des Barings Investment Institute. Mit einer Ausnahme: Dem Aktienmarkt.

Warum das aus Sicht von Barings so ist, haben wir inklusive einer erleuchtenden Wahl-Grafik im oben angeführten zweiten Bild zusammen gefasst.  Für die weiterführende Analyse also bitte ins Bild oben, oder einfach hier klicken. (hw)

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