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US-Unis begeben schnell Anleihen für renditehungrige Institutionelle

In einer Welt sinkender Zinsen stoßen die Anleihen vom US-Spitzenuniversitäten wie Harvard und Princeton auf verstärktes Interesse internationaler Investoren, die sich auf Renditejagd befinden.

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© Brian Jackson / stock.adobe.com

Die Nachfrage nach Verbindlichkeiten amerikanischer Hochschulen hat bei Investoren aus Ländern wie Japan, Südkorea, Singapur und Taiwan in letzter Zeit zugenommen, hat Bloomberg in Erfahrung gebracht. Somit schlossen sich die Universitäten dem globalen Boom der Bondemissionen an und begaben in diesem Jahr Anleihen im Wert von rund 36 Milliarden US-Dollar und damit das höchste Volumen seit mindestens 2004.

Billiges Geld lockt die Hochschul-Emittenten
Hochschulen sind in diesem akademischen Jahr zwar mit Unsicherheiten konfrontiert, da sie wegen der Coronakrise den Campus schließen oder ihre Abläufe verändern mussten. Doch viele globale Investoren finden die langfristig stabilen Aussichten der Colleges besonders attraktiv, während Emittenten schwächerer Bonität ins Straucheln geraten. Für Anleger aus Ländern wie Japan und Südkorea, die aufgrund der demographischen Entwicklung langfristig orientiert sind, stellt diese wahrgenommene Stärke der Emittenten auf Jahre hinaus einen besonderen Anziehungspunkt dar.

College-Bonds boomen
Amerikanische Universitäten fluten den Markt mit Anleiheemissionen

Asiatische Investoren besonders interessiert
“Solche Unternehmensanleihen lassen Anleger nachts ruhig schlafen”, sagte John Augustine, ein Managing Director von Barclays, der die Hochschulgruppe der Bank leitet, im Talk mit Bloomberg. Schließlich seien bekannte Namen unter den großen privaten und öffentlichen Forschungsuniversitäten normalerweise mit “AA” oder höher bewertet. In den letzten drei bis sechs Monaten war seiner Aussage nach eine Zunahme asiatischer Investoren zu beobachten, die sich für College- und Universitätsanleihen interessierten.

Die südkoreanische Samsung Life Insurance, der größte Lebensversicherer des Landes, hat schon früher solche Anleihen gekauft und erwägt nun zusätzliche Investitionen, da sie etwas mehr Rendite als lokale Papiere bieten. Auch vermögende Privatanleger in Korea seien an College-Bonds aus den USA interessiert, sagte Kim Sung-soo von NH Investment & Securities in Seoul. Der Credit-Analyst empfiehlt die Verbindlichkeiten hochrangiger Universitäten wie Yale und Harvard aufgrund ihrer großen Stiftungen und hohen Kreditwürdigkeit.

Renditeaufschlag
Hochkarätige Universitätsanleihen bieten auch gegenüber US-Treasuries einen Renditeaufschlag. Harvards mit “AAA” bewertete und 2050 fällige Notes wurden beispielsweise ursprünglich mit einer Rendite von 2,517 Prozent gepreist. Das sind etwa 103 Basispunkte mehr als gleichlaufende US-Staatsanleihen. Als die California State University im vergangenen Monat 466 Millionen US-Dollar an steuerpflichtigen Anleihen platzierte, gaben auch Investoren aus Taiwan und Korea Orders ab, bestätigte Hochschulsprecher Mike Uhlenkamp. Dies sei genau die Art von Papieren, auf die internationale Investoren scharf seien, merkt Kathleen McNamara an, leitende Strategin für Kommunalanleihen bei der Vermögensverwaltung der UBS. “Das ist ganz einfach angesichts der so niedrigen Renditen: Wenn man eine Kommunalanleihe mit einem ‘AA’-Rating und einem gewissen Bekanntheitsgrad zu 100 Basispunkten über dem Stand der Treasuries kaufen kann, warum nicht?” sagte McNamara. “Ich bin sicher, sie können nirgendwo anders Anleihen von hoher Qualität mit langer Duration finden.” Der Cal-State-Deal wird von S&P Global Ratings mit “AA-” und von Moody’s Investors Service mit “Aa2” bewertet. Eine zehnjährige Tranche wurde 104 Basispunkte über Treasuries gepreist.

Nicht ohne Risiko für auswärtige Investoren
Dennoch bestehen Risiken für ausländische Investoren - beispielsweise die Gefahr, dass eine Abschwächung des Dollar ihre in die Heimatwährung umgerechnete Rendite schmälert. Nach Aussage von Jamison Feheley, Leiter Public Finance Banking bei J.P. Morgan, steht sein Marktteam in den USA in ständigem Kontakt mit seinen internationalen Sales-Kollegen, wenn ein Geschäft mit steuerpflichtigen Kommunalanleihen abgeschlossen wird, insbesondere für Hochschulen und Universitäten. “Es gibt nicht nur hier und da mal eine Order - bei einigen Transaktionen fällt die Beteiligung seitens internationaler Konten zweistellig aus”, sagte er. (kb)

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