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US-Uni-Stiftungen sahen performancemäßig schon einmal besser aus

Universitätsstiftungen und gemeinnützige Organisationen in den USA haben in einem Jahr, in dem der Aktienmarkt zehn Prozent zulegte, schwache Jahresrenditen verzeichnet.

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Ohne Stiftungserträge sähen Yale, Harvard, Princeton & Co. alt aus. Die Zuschüsse zum Budget sind esentiell für die Aufrechterhaltung des Studien- und Forschungsbetriebs. 
© Brian Jackson / stock.adobe.com

Fonds mit einem Kapital von mehr als 500 Millionen US-Dollar erzielten im Geschäftsjahr zum 30. Juni einen Median-Ertrag von 5,3 Prozent vor Gebühren, während Stiftungen aller Größenordnungen auf einen Ertrag von 5,9 Prozent kamen, berichtet Bloomberg News. Dies ist der niedrigste Wert seit 2015, wie aus Daten von Wilshire Trust Universe Comparison Service (Wilshire TUCS) hervorgeht. 

Was lief hier schief?
“Es ist besser als Geld zu verlieren, aber das sind keine guten Nachrichten”, sagte Robert Waid, Geschäftsführer bei Wilshire Associates. “Die wichtigere Frage lautet: Wie kommt es zu dieser Underperformance, wenn Aktien und festverzinsliche Wertpapiere so gut abgeschnitten haben? Sogar Private Equity oder private Verbindlichkeiten dürften ähnliche Erträge erzielt haben wie die öffentlichen Märkte.“

Alternative Anlagen sind Trumpf bei US-Colleges: Jagd nach Illiquiditätsprämien
Colleges haben in den letzten Jahren auf alternative Investments wie Private Equity und Hedgefonds gesetzt, um die Renditen zu steigern. Laut Wilshire investieren die größten Stiftungen im Durchschnitt 43 Prozent in alternative Anlagen. Kleinere Stiftungen stecken weniger Geld in alternative Investments.

Traditionelle Anlagen liefen zuletzt besser
Traditionelle Märkte haben sich in der jüngsten Vergangenheit zuletzt besser entwickelt. Eine 60/40-Benchmark für Aktien und Anleihen legte laut Wilshire in den zwölf Monaten zum 30. Juni um 9,1 Prozent zu. Alle Pläne blieben dahinter zurück. Die folgende Grafik illustriert die Underperformance sämtlicher Einrichtungen gegenüber dem Stiftungs-Benchmark-Portfolio, das aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Renten besteht, im 2. Quartal 2019.

Wilshire Trust Universe Comparison Service: Plan-Renditen versus 60/40-Portfolio
Die Stiftungen fanden im zweiten Quartal 2019 keinen Renditeturbo, um die Benchmark zu schlagen. Liegt es am hohen Anteil an illiquiden Assets, die ja eigentlich eine Illiquiditätsprämie produzieren sollten?

Quelle: Wilshire Associates

Siebenprozentiges langfristiges Ertragsziel
Die Hochschulen streben in der Regel einen jährlichen Ertrag von mindestens sieben Prozent  an angesichts von Ausgabenquoten - die die Gehälter der Professoren und die finanziellen Hilfen finanzieren - von vier bis fpüfn Prozent zuzüglich Inflation. Sie haben zunehmend auf alternative Anlagen wie Private Equity gesetzt, die in der Regel eine Prämie für die Illiquidität zahlen. Colleges, die ein Kapital von rund 615 Milliarden US-Dollar verwalten, haben einen langfristigen Anlagehorizont. Auf dieser Basis erreichen die Stiftungen immer noch ihr Ziel. Die Zehn-Jahres-Rendite für Fonds über 500 Millionen Dollar beträgt 9,3 Prozent. Für Stiftungen insgesamt sind es neun Prozent.

Neue Stiftungssteuer als Herausforderung
Etwa 30 Einrichtungen, darunter die Universitäten Harvard, Yale und Princeton, werden voraussichtlich eine neue Stiftungssteuer (college endowment tax) von 1,4 Prozent der Nettoanlagerendite für das am 30. Juni endende Jahr zahlen. Diese Steuer trifft private Universitäten mit mindestens 500 Studiengebühren zahlenden Studenten und einem Stiftungsvermögen je Studiosus von zumindest 500.000 US-Dollar, wobei diese Wertgrenze nicht valorisiert wird, sodass künftige weitere Unis diese Steuer werden entrichten müssen.  Dies könnte ihre Fähigkeit zur Unterstützung des Schulbetriebs weiter verringern.

Wilshire Associates als Datensammler
Die Umfrage ist ein Versuch von Wilshire in Santa Monica, Kalifornien, Depotbanken und Anlageberatern Daten zur Asset Allocation und Performance zur Verfügung stellen. In den Zahlen sind auch Daten aus anderen gemeinnützigen Organisationen enthalten. Wilshire berichtet vierteljährlich über ein verwaltetes Kapital von mehr als 3,8 Billionen US-Dollar und über 1.000 Fonds einschließlich Pensionsplänen. (kb)

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