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US-Staatsanleihen: Ausverkauf gewinnt an Dynamik

Nach Trumps jüngsten Aussagen zum Iran-Krieg stiegen die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen. In Folge kommen die Kurse von US-Staatsanleihen unter Abgabedruck. Aufgrund stark steigender Zinsen am kurzen Ende droht zukünftig eine flachere oder sogar inverse Zinskurve.

© pathdoc / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Die jüngsten Falken-Signale der Fed und ein weiter steigender Ölpreis sorgen für Abgabedruck bei Staatsanleihen
  • Zinsswaps preisen in den USA drei weitere Zinsschritte nach oben ein
  • Renditekurve wird flacher und könnte zukünftig invers werden

Der Ausverkauf bei US-Staatsanleihen hat sich zu Wochenanfang fortgesetzt. Neuen Verkaufsdruck brachten weiter steigende Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump den jüngsten Vorschlag des Irans zur Wiederöffnung der Straße von Hormus abgelehnt hat. Damit haben sich die Inflationssorgen verstärkt.

Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen US-Staatspapiere stieg laut einem Bloomberg-Bericht von Montag im Frühhandel um fünf Basispunkte auf 4,90 Prozent. Derweil kletterte die Rendite zehnjähriger Treasuries um 5 Basispunkte auf 5,21 Prozent. Eine Rendite zum Handelsschluss auf diesem Niveau wäre die höchste seit Mitte Juni 2007, merkt Bloomberg an.

Markt preist höhere Leitzinsen sowie höhere Inflations- und Credit-Risiken ein
Auch Staatsanleihen Japans, Australiens und Südkoreas gaben nach. Der Ausverkauf bei Treasuries am Montag folgt auf einen kräftigen Renditeanstieg über verschiedene Laufzeiten hinweg auf Mehrjahreshochs in der vergangenen Woche angesichts von Falken-Kommentaren von Fed-Notenbankern.

Brent-Öl verteuerte sich am Montag-Vormittag um ca. zwei Prozent auf über 106 Dollar je Barrel. Der Iran erklärte, seine Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht lockern zu wollen. Damit wächst erneut der Druck auf die Fed, die Zinsen anzuheben, um die Inflation einzudämmen. Trump rechnet laut einem Axios-Bericht trotz der Ablehnung des jüngsten Angebots Teherans mit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen in dieser Woche.

“Die anhaltend Falken-Botschaften der Fed und ein Ölpreis von über 100 Dollar sind entscheidend für die Bärendynamik”, sagte Damien McColough, Leiter des Anleihe-Research bei Westpac Banking.

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Fed-Entscheidungsträger aufgefordert, was die Zinsen angehe, “unvoreingenommen” zu bleiben. Er argumentierte, Produktivitätsgewinne durch künstliche Intelligenz und Deregulierung würden dazu beitragen, die Inflation in den USA unter Kontrolle zu halten.

Derivate-Markt preist mindestens drei weitere Zinsschritte ein, flachere Zinskurve
Die Swap-Märkte indessen preisen für das kommende Jahr drei weitere Zinserhöhungen der Fed ein, mit der Möglichkeit einer vierten.

Der Renditeaufschlag, den Anleger für zehnjährige US-Staatsanleihen gegenüber zweijährigen Papieren verlangen, schrumpfte in der vergangenen Woche auf bis zu 17 Basispunkte. Das war der geringste Abstand seit Anfang 2025. Diese Abflachung der Renditekurve erhöht die Möglichkeit, dass zehnjährige Papiere bald weniger Rendite abwerfen als kürzere Laufzeiten. Dieses aufmerksam beobachtete Phänomen wird als Inversion der Renditekurve bezeichnet.

Das Wall Street Journal berichtete, dass die Verhandlungsführer den Iran zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm drängen, um die Friedensgespräche wiederzubeleben und Trump bei einem Thema entgegenzukommen, das er zu einer seiner obersten Prioritäten gemacht hat.

“Präsident Trumps Zurückweisung des iranischen diplomatischen Angebots treibt die Ölpreise erneut nach oben und belastet US-Staatsanleihen”, sagte Prashant Newnaha, leitender Zinsstratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei TD Securities in Singapur. Die festgefahrene Lage im Nahen Osten “dürfte im Fokus des Marktes bleiben, bis später in der Woche PCE-, ISM- und Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden”. (aa)

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im Langfristvergleich

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