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Tapering-Risiko: Rentenmarkt ignoriert Risiken

Zwichen der fundamentalen Entwicklung der US-Wirtschaft und des dortigen Rentenmarkt gibt es Diskrepanzen, die einer Auflösung bedürfen. In wie weit Hedgefonds und japanische Großanleger den US-Rentenmarkt derzeit stark beeinflussen, erörtert Ostrum Asset Management.

Axel Botte, Ostrum AM
Axel Botte, Ostrum AM
© Ostrum AM

Auf den offensichtlichen Widerspruch zwischen den in der letzten Woche gefallenen Renditen von US-Staatsanleihen und dem positiven Bild der US-Wirtschaft verweist Axel Botte, Marktstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, in seinem aktuellen "MyStratWeekly". Mittlerweile ignoriere der Rentenmarkt das Inflationsrisiko, das im Steigen begriffen ist: Denn in den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 9,8 Prozent, wobei der private Konsum unmittelbar auf die im letzten Monat durchgeführten Einkommenstransfers reagierte. Der starke Rückgang der Neuanträge auf Arbeitslosen­unterstützung deutet laut Botte auf eine weitere Verbesserung der Beschäftigungslage hin.

Tapering ante portas
Obwohl FOMC-Mitglied James Bullard und Fed-Präsident Jerome Powell schon vom Tapering sprechen, scheint der Rentenmarkt dies nach Ansicht Bottes zu ignorieren. Bullard macht eine Reaktion der Fed an einer Impfquote von 75 Prozent der erwachsenen Bevölkerung fest. Bei der derzeitigen Impfrate würde dies laut Einschätzung Bottes mit dem Jackson Hole Symposium Ende August zusammenfallen. Powell habe präzisiert, dass vor Zinserhöhungen eine Reduzierung der monatlichen Interventionen kommen würde. "Dieses Szenario ist konsistent mit der Abfolge zwischen der Tapering-Ankündigung im Dezember 2013 und der Zinsanhebung im Jahr 2015", erinnert Botte.

Japaner kaufen US-Staatsanleihen
Eine mögliche Erklärung für die Gelassenheit am Rentenmarkt sieht der Marktstratege der Natixis-Tochter Ostrum AM in der Rückkehr ausländischer Privatanleger an den Treasury-Markt.

Botte weist darauf hin, dass der Wendepunkt seit Mitte März in den wöchentlichen Daten des japanischen Finanzministeriums ersichtlich sei. Japanische Investoren würden mit der Absicherung des Währungsrisikos für ein Jahr auf US-Treasury-Papiere eine Prämie von rund 105 Basispunkten verdienen.

Hedgefonds haben die Marktseite gewechselt
Auch die Hedgefonds sind bei T-Note-Futures wieder auf die Käuferseite gewechselt. Es gab auch erhebliche Rückkäufe von Short-Positionen auf fünfjährige und längere Laufzeiten. Diese Rückkäufe knüpfen an den Abbau von Short-Positionen im Dollar zu Beginn des Jahres an. Das erste Quartal war in der Tat durch einen Dollar-Anstieg von 2,8 Prozent gekennzeichnet. "Der Rückfall im April ist nur eine Erinnerung daran, dass eine Variable sich immer anpassen muss. Hier sehen wir, wie gerade der bärische Konsens in Bezug auf US-Treasuries in Richtung US-Dollar wandert", erklärt Botte abschließend. (aa)

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