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US High-Yield: Von Fallen Angels und Rising Stars

Viele frühere Investmentgrade-Emittenten wurden auf High Yield herabgestuft und aus nicht wenigen dieser Fallen Angels wurden inzwischen Investmentgrade-Papiere – also Rising Stars. Für High-Yield-Investoren ergeben sich daraus aus Sicht der Capital Group neue Chancen.

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Aus Fallen Angels wurden mitunter Rising Stars – diese Entwicklung kann man als Investor nützen.
© Renáta Sedmáková

Verbesserte Kreditqualität und weniger Rendite: Im US-High-Yield-Markt befindet sich laut Peter Becker, Investment Director Fixed Income bei Capital Group, eine Menge Bewegung. Er erläutert, warum die kürzere Duration der High Yield für einen gewissen Schutz sorgen könnte, wenn die Zinsen aufgrund der besseren Konjunktur steigen sollten. 

Da wäre zunächst die verbesserte Kreditqualität: „Die Kreditqualität von High-Yield-Anleihen verbessert sich bereits seit langem,“ so Becker. 2019 habe diese Entwicklung weiter an Fahrt aufgenommen: So habe mittlerweile die Hälfte aller Emittenten ein BB-Rating, das bestmögliche Rating für High Yield. Vor 20 Jahren habe dieser Anteil bei gerade mal einem Drittel gelegen. Bei Investmentgrade-Anleihen gibt es eine gegenläufige Entwicklung: Über die Hälfte habe mittlerweile ein BBB-Rating, das niedrigste Investmentgrade-Rating. 

Viele frühere Investmentgrade-Emittenten seien auf High Yield herabgestuft („Fallen Angels“), und aus nicht wenigen High-Yield-Titeln seien Investmentgrade-Papiere geworden („Rising Stars“). „Für High-Yield-Investoren ergeben sich daraus neue Chancen,“ erläutert Becker. „Die Märkte nähern sich an. Die Qualität von High-Yield-Anleihen verbessert sich, die von Investmentgrade-Titeln geht zurück.“ 

Weniger Zahlungsausfälle
Vor der Corona-Pandemie seien nur sehr wenige High-Yield-Anleihen nicht bedient worden: „Seit dem Höchststand von 14 Prozent während der internationalen Finanzkrise lagen die jährlichen Ausfälle meist unter dem Vergangenheitsdurchschnitt von ungefähr drei Prozent,“ analysiert Becker. Lediglich 2015/16 kam es nach dem Ölpreiseinbruch zu vielen Ausfällen im Energiesektor. 2020 seien die Ausfallquoten zwar gestiegen, doch die Erholung habe bereits begonnen. Dies läge zum einen an der verbesserten durchschnittlichen Kreditqualität, zum anderen habe die Fed mit ihren Anleihenkäufen den Markt während der jüngsten Turbulenzen gestützt und stabilisiert. 

Vielversprechende Spreads 
„Auf Sicht eines Konjunkturzyklus haben sich High-Yield-Anleihen bislang gelohnt,“ sagt Becker. „Gerade im Aufschwung und bei starkem Wachstum hat man mit ihnen besonders viel verdient.“ Genau das stehe jetzt wieder in Aussicht: Finanzstärkere Emittenten, die ihre Kapazitäten ausbauen wollen, könnten sich am Markt refinanzieren oder Kapital für zusätzliche Investoren einwerben. 

Besonders gut für High Yield seien oftmals die Zeiten unmittelbar nach einem Konjunkturtief gewesen, wenn die Spreads weiter sind. „Nach der Rallye im letzten Jahr ist die Durchschnittsrendite von High-Yield-Anleihen mit etwa vier Prozent zwar jetzt nur noch wenig von ihrem Allzeittief entfernt, da die Kurse die starke konjunkturelle Erholung reflektieren, aber die Aussicht auf vier Prozent Rendite bei niedrigen Zahlungsausfällen ist zurzeit alles andere als wenig.“

Kurze Duration
„Im Schnitt haben High-Yield-Anleihen eine Duration von vier Jahren, halb so lang wie bei Investmentgrade-Titeln,“ sagt Becker. Demnach begeben High-Yield-Emittenten in der Regel kürzer laufende Papiere, weil sie ein niedriges Rating hätten und das Anlegerinteresse an längeren Laufzeiten entsprechend gering sei. 

Aufgrund ihrer kürzeren Duration sind High-Yield-Anleihen unabhängiger vom Zinsanstieg, der typisch für Zeiten mit einem hohen Wirtschaftswachstum ist. „Allein dadurch sind High-Yield-Anleihen gegenüber anderen Marktsegmenten im Vorteil,“ so Becker. Wer sein Anleihenportfolio um High Yield ergänzt, verringere die Duration und hätte die Aussicht auf Kursgewinne, wenn die Wirtschaft wächst. (hw)

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