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US-High-Yield: Barings sieht Chancen trotz Maturity Wall

Barings sieht den US-Markt für Hochzinsanleihen trotz hoher bevorstehender Refinanzierungsvolumina robust aufgestellt. Die Risiken sind deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. Frühzeitige Refinanzierungen könnten Anlegern sogar Zusatzerträge bringen.

© zephyr_p / stock.adobe.com

Kernpunkte:

  • Höhere Qualität von Emittenten als vor zehn Jahren
  • Software-Exposure begrenzt
  • Pull-to-Par-Effekt verspricht Zusatzrenditen
  • Selektion wichtig: Risiken variieren stark zwischen Emittenten

Der US-Markt für Hochzinsanleihen steht vor einer gewaltigen Refinanzierungsaufgabe. Laut einer aktuellen Analyse des Asset Managers Barings werden rund 20 Prozent aller US-High-Yield-Anleihen innerhalb der kommenden drei Jahre fällig, weitere 22 Prozent in den darauffolgenden drei bis vier Jahren. Dennoch hält Barings die oft beschworene „Maturity Wall“ für beherrschbar und sieht darin sogar zusätzliche Renditechancen für Investoren.

Zwar könnten dauerhaft höhere Zinsen die Refinanzierungskosten vieler Emittenten erhöhen und damit den Druck auf schwächere Schuldner verstärken. „Diese Bedenken sind zwar durchaus real, könnten jedoch etwas übertrieben sein“, heißt es im Marktkommentar. Der US-High-Yield-Markt sei heute qualitativ deutlich besser aufgestellt als in früheren Zyklen.

So entfielen mittlerweile 58 Prozent des Marktes auf Emittenten mit BB-Rating, nach 49 Prozent vor zehn Jahren. Gleichzeitig sei der Anteil besonders risikobehafteter CCC-Anleihen von 13 auf neun Prozent gesunken. Zudem seien viele Anleihen inzwischen besichert: Der Anteil besicherter Papiere liege bei 37 Prozent gegenüber lediglich 20 Prozent vor zehn Jahren.

Besonders relevant für die aktuelle Refinanzierungswelle: Im kurzfristig fälligen Segment spiele das riskante CCC-Universum laut Barings nur eine untergeordnete Rolle. Von den innerhalb der nächsten drei Jahre auslaufenden Anleihen seien lediglich rund drei Prozent dem CCC-Bereich zuzuordnen.

Quelle: Barings

Wenig Technologierisiken

Auch strukturelle Risiken im Technologiesektor sieht Barings begrenzt. Während Investoren zuletzt verstärkt die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Softwareunternehmen diskutierten, sei der Softwareanteil im US-High-Yield-Markt mit lediglich 3,8 Prozent vergleichsweise gering.

Quelle: Barings

Frühzeitige Refinanzierungen

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ihre Refinanzierungen bereits frühzeitig angegangen sind. Im Jahr 2025 seien rund 64 Prozent aller Neuemissionen zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten genutzt worden. Auch 2026 dominierten Refinanzierungen bislang den Markt. Mehr als die Hälfte aller Transaktionen diene diesem Zweck.

Für Anleger könnte genau daraus zusätzliches Ertragspotenzial entstehen. Barings verweist auf den sogenannten „Pull-to-Par“-Effekt: Werden Anleihen vor ihrer eigentlichen Fälligkeit refinanziert, können Kursabschläge schneller aufgeholt werden als klassische Renditekennzahlen erwarten lassen. Dadurch seien Zusatzrenditen von 50 bis 150 Basispunkten möglich.

Zugleich bleibt das Renditeniveau attraktiv. US-High-Yield-Anleihen rentieren derzeit laut Barings bei rund 6,9 Prozent. Aufgrund der vergleichsweise kurzen Duration von etwa drei Jahren reagierten die Papiere zudem weniger empfindlich auf Zinsbewegungen als viele andere Rentensegmente.

Trotz des konstruktiven Gesamtbildes mahnt Barings jedoch zur Vorsicht. „Die Refinanzierungsrisiken variieren stark zwischen den einzelnen Emittenten“, betont der Asset Manager. Gerade deshalb bleibe eine selektive Titelauswahl entscheidend. (dv)

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