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US-Dollar: Schlechter Dezember spricht für weitere Verluste 2020

Der Dollar erlebte einen schrecklichen Dezember und es könnte noch schlimmer werden. Das ist die Ansicht einer wachsenden Zahl von Fondsmanagern und Strategen, unter anderem von M&G, Brandywine Global Investment Management und ABN Amro Bank.

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“Die Fed hat 2020 einen gewissen Spielraum nach unten, und aus diesem Grund würde ich einen schwächeren US-Dollar erwarten”, sagte Jim Leaviss (Bild), Leiter Fixed Income bei M&G Investments in London. Es könnte auch mehr Druck auf die Fed geben, falls das Wachstum vor den US-Wahlen mittelmäßig bleibe, sagte er.
© M&G

Ein Waffenstillstand im Handelskrieg zwischen den USA und China, eine Verbesserung des weltweiten Wachstums und eine schrumpfende Renditeprämie bei US-Treasuries werden die US-Devise untergraben, sagen sie. “Wir erwarten ein besseres Wachstum im Rest der Welt, das heißt außerhalb der USA”, sagte Jack McIntyre, ein Portfoliomanager bei Brandywine Global Investment Management in Philadelphia im Talk mit Bloomberg. Der Hauptgrund für die Dollarschwäche werde eine Verschiebung der relativen Wirtschaftswachstumsraten zwischen den USA und dem Rest der Welt sein.

Dollar-Index hat mehr als sieben Prozent seit dem Hoch 2017 verloren
Der Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung gegenüber zehn internationalen Wettbewerbern misst, gab im Dezember um zwei Prozent nach. Das entspricht dem größten monatlichen Rückgang seit fast zwei Jahren. Die Benchmark konnte frühe Gewinne aus dem Jahr 2019 nicht halten, was offenbar eine Rallye beendete, in der die US-Devise vom Tief im Jahr 2011 bis zum Höchststand Anfang 2017 um etwa 40 Prozent geklettert ist.

CFTC-Daten zeigen: Hedgefonds und Spekulanten gehen Dollar short
Bei der US-Währung setzte ab Oktober eine Abschwächung angesichts von Anzeichen ein, dass die USA und China sich einer ersten Vereinbarung nähern, die ihren Handelsstreit beenden könnte. Die Übereinkunft wurde von Präsident Donald Trump im Dezember bestätigt. Hedgefonds und andere spekulative Investoren wechselten daraufhin erstmals seit Juni 2018 zu einer Netto-Short-Position im Greenback, wie Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen.

Safe Haven-Eigenschaft nach China-Einigung weniger gefragt
“Der Dollar erhielt 2019 Unterstützung von der Bewegung in sichere Häfen, aber wir haben jetzt einen Waffenstillstand”, sagte Georgette Boele, leitender Devisenstratege bei der ABN Amro Bank in Amsterdam ggenüber Bloomberg. “Der Dollar tendiert in Richtung langfristige Schwäche.”

Mehr Druck wegen letztjähriger Leitzinssenkungen
Ein weiterer wichtiger Faktor bei dem mehrjährigen Dollar-Anstieg wurde im vergangenen Jahr ebenfalls untergraben, als die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen im Juli, September und Oktober senkte, um das verlangsamte Wachstum anzukurbeln. 

Dreimalige US-Leitzinssenkungen killten die US-Dollar-Rallye

Die Renditen von zehnjährigen Treasuries sind im Laufe des Jahres 2019 um fast 80 Basispunkte gesunken. Nach der taubenhaften Trendwende bei der US-Notenbank ist die Risikoprämie zweijähriger Papiere gegenüber Bundesanleihen vergleichbarer Laufzeit von rund 350 Basispunkten Ende 2018 auf 217 Basispunkte geschrumpft, wie aus von Bloomberg-Daten hervorgeht.

Nicht alle sind von einer Dollarschwäche überzeugt
Nicht jeder ist überzeugt, dass der Dollar weiter schwächeln wird. Die Citigroup rät zu Wetten, dass der Greenback gegenüber dem Euro und dem kanadischen Dollar steigen wird. Die Bank rechnet damit, dass die US-Wirtschaft stärker als der Rest der Welt wachsen wird. Goldman Sachs argumentiert, dass der Dollar nur dann sinken wird, wenn Euro und Yuan deutlich an Wert gewinnen, was die US-Bank derzeit für unwahrscheinlich hält.

National Australia Bank ist hingegen bearish
Im Lager der Bären erwartet die National Australia Bank weitere Dollarverluste, sieht jedoch eher einen leichten Rückgang als einen plötzlichen Ausverkauf. “Der Dollar ist zu Jahresbeginn 2020 fundamental überbewertet”, schrieben Strategen der Bank um Ray Attrill in Sydney in einer Analyse. Man gehe davon aus, dass die Devise im Jahr 2020 fallen wird, aber auf relativ verhaltene Weise, sofern die Fed nicht wieder eine Lockerung vornimmt oder die Wachstumsaussichten außerhalb der USA sich dramatisch verbessern, heißt es dort. (kb)

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