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US-Arbeitsplatzaufbau stockt: Wird Tapering nun trotzdem beschleunigt?

In der US-Wirtschaft sind im November 210.000 neue Stellen geschaffen worden. Die Arbeitslosenquote fällt von 4,6 auf 4,2 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht bringt die US-Notenbank Fed in die Bredouille, denn der Arbeitsplatzaufbau kommt nicht recht voran.

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Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank
© VP Bank

Per Saldo beläuft sich der Verlust an Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorkrisenniveau auf noch immer knapp vier Millionen Stellen. Dabei liegt es keineswegs daran, dass die Unternehmen kein Personal einstellen möchten. Im Gegenteil, die Arbeitnehmer wollen nicht zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren. "Augenfällig ist, dass die Partizipationsquote der über 55jährigen Arbeitnehmer seit dem Corona-Einbruch kaum nennenswert zugelegt hat. Es lässt sich vermuten, dass sich die Babyboomer in den Ruhestand verabschiedet haben. Wäre dies tatsächlich der Fall, könnte sich der demografische Wandel im Arbeitsmarkt zeitlich nach vorne verschieben", gibt ­Dr. Thomas Gitzel, Chief Economist der VP Bank, zu bedenken.

Arbeitsmarktlücke könnte tatsächlich nachhaltig sein
Unternehmen hätten damit auf Dauer Probleme, ihre Stellen zu besetzen. Die Folge könnte ein Anstieg der Löhne sein. Noch könne die Frage, ob die Anzahl der offenen Stellen längerfristig höher bleibt als vor der Krise, nicht abschließend beantwortet werden. so Gitzel weiter.

Löhne legen deutlich zu 
Allein der schon seit einigen Monaten anhaltende Personalmangel treibt jedenfalls die Löhne nach oben. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legen im November um 4,8 Prozent zu. Bereits seit Juli weisen die durchschnittlichen Stundenlöhne ein Plus gegenüber dem Vorjahr von über vier Prozent aus.

Fed wollte schneller straffen - jetzt auch noch? 
Fed-Chef Jerome Powell schlug diese Woche unerwartet deutliche Töne an, die in Richtung Straffung der Geldpolitik gehen. Dabei dürfte er eine weitere klare Verbesserung am Arbeitsmarkt vor Augen gehabt haben. Das ist nun nicht der Fall. Dr. Gitzels Befund: "Die Situation ist also für die US-Notenbank derzeit alles andere als einfach. Die Virus-Variante Omikron birgt wirtschaftliche Risiken, der Arbeitsmarkt kommt nicht so voran wie erhofft, die Anzahl der offenen Stellen treibt die Löhne nach oben und die Inflationsraten sind ohnehin schon auf hohem Niveau. Dabei wollen die Währungshüter möglichst rasch aus dem geldpolitischen Krisenmodus raus. Dazu soll die monatliche Reduktion der Wertpapierkäufe beschleunigt werden. Der heutige Arbeitsmarktbericht legt dem beschleunigten Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik jedenfalls gewisse Steine in den Weg." (kb)

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