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Untersuchung des Monatsultimo-Effekts belegt: es gibt ihn wirklich!

Das deutsch-österreichische Fintech Seasonax untersucht Saisonalitäten auf jede erdenkliche Art und Weise. So auch den Effekt, dass um den Monatsultimo herum der Großteil der Monatsperformance realisiert wird. Noch erstaunlicher: es gibt diesen Effekt in elf der untersuchten elf Länder.

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Dimitri Speck, Gründer der Seasonax GmbH 
© interfoto

Neben "Sell in may and go away", dem Halloween-Effekt, ist der Turn-of-the-Month- als eine Ausprägung des Kalender-Effekts einer, der immer zitiert wird. Doch ist er auch wirklich nachweislich vorhanden und belastbar? Die Existenz von Kalendereffekten steht nämlich im Widerspruch zur schwachen Form der Markteffizienz, gemäß derer in den Wertpapierkursen alle Informationen enthalten seien sollten.

Nicht neu - aber wert, untersucht zu werden
Die unterschiedlichsten Kalenderanomalien (Januar-, Monatsanfangs-, Wochenend-, Wochentags-, Feiertagseffekt) wurden besonders in den 80er und frühen 90er Jahren untersucht. Zufriedenstellende Erklärungen für ihre Existenz konnten bis heute nicht gegeben werden. Das Fintech Seasonax - wir haben es hier ausführlich vorgestellt - hat sich der Frage angenommen und als erstes den US-Markt auf den Turn-of-the-Month-Effekt hin untersucht. Wie die folgende Grafik zeigt, gewinnt der Markt typischerweise zu Monatsbeginn und kurz vor dem Monatswechsel.

S&P 500 Index-Renditen als Basis für Tagesrenditemuster um den Monatsultimo

Über 90 Jahre hinweg wurde untersucht, ob dieses Muster existiert. In den zehn Tagen vor den Monatsultimi und danach wird, statistisch betrachtet, am meisten an Performance generiert. In der übrigen Zeit waren die Tagesrenditen meist negativ.

Besteht diese Form des Kalendereffekts in anderen Ländern ebenfalls?
Zu diesem Zweck sahen sich Dimitri Speck und sein Team die Aktien-Benchmarks der elf größtkapitalisierten Staaten seit 1970 beziehungsweise ab jenem Zeitpunkt an, ab dem eine lückenlose Kurshistorie besteht. Konkret untersuchte Seasonax anhand von Bloomberg-Daten in diesen elf Staaten das Zeitfenster jeweils vom 25. eines Monats bis zum 6. des Folgemonats und verglich die Performance dieses Zeitraums mit jener vom 6. bis zum 25. eines jeden Monats. Warum wurde gerade mit diesem Zeitfenster gearbeitet. Dimitri Speck dazu: "Weil diese Parameter die besten Langzeitresultate in den USA ergeben haben." Es sei aber möglich, dass leicht veränderte Zeiträume in anderen Ländern leicht bessere Resultate zeitigen könnten.

Turn-of-the-Month-Effekt in ausgewählten Ländern
Die folgende Tabelle illustriert für elf große Aktienmärkte bis April 2018 die aggregierten Performances für den 25. bis 6. ("Turn" genannt) beziehungsweise für den Zeitraum der Monatsmitte von 6. bis 25. ("Mid") sowie die Gesamtperformance ("Total").

Quelle: Seasonax

Als Differenz ("Diff") wird die Überschussperformance der Turn-of-the-Month-Strategie gegenüber der Mid-of-the-Month-Anlage ausgewiesen.

Ergebnisse
Dabei zeigt sich, dass in allen elf Staaten die Performance um den Monatsultimo deutlich besser als in der restlichen Zeit ausfällt. Um die Monatsmitte ist zudem im Schnitt in vier der elf Staaten (Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Korea) eine negative Performance zu verzeichnen. In diesem vier Märkten wäre es daher klüger gewesen, überhaupt nicht um die Monatsmitte im Markt gewesen zu sein.

In allen Staaten außerhalb den USA war übrigens der Turn-of-the-Month-Effekt stärker als in den Vereinigten Staaten selbst ausgeprägt. Im Durchschnitt kamen mehr als 90 Prozent der Gesamtrendite aus dem Zeitfenster um den Monatsultimo. 

Globales Phänomen
Diese Ergebnisse machen Lust auf mehr. Speck: "Es gibt noch viel mehr erstaunlich stabile saisonale Muster, die man mit unserer Seasonax-App auf Bloomberg und/ oder Thomson Reuters entdecken kann. Viele dieser Muster sind im Übrigen komplett unbekannt. Interessant an diesem Kalendereffekt ist, dass es seit langem bekannt, aber trotzdem nicht ausarbitriert ist." Offensichtlich haben zu wenige Investoren die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Ob sich das mit Hilfe der Seasonax-App bald ändern wird? (kb) 

 

 

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