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Unternehmen zeigen Resilienz

Die Berichterstattung der Unternehmen über Umsatz- und Gewinnzahlen zum dritten Quartal befindet sich im Endspurt. Nahezu drei von vier Unternehmen gaben bereits Einblick in ihre Bücher. Positive Überraschungen nahmen spürbar ab, stellt Harald Brandl, Senior Equity Strategist bei der VP Bank, fest.

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Harald Brandl, Senior Equity Strategist bei der VP Bank
© VP Bank AG

Zahlreiche Unternehmen zeigten jedoch im dritten Quartal eine überraschende Widerstandskraft. Dafür gibt es mehrere Gründe. Harald Brandl, Senior Equity Strategist bei der VP Bank, dazu: "Zum einen wurden die Preise mehrfach erhöht. So konnte über einen höheren Umsatzerlös trotz sinkender Margen ein solider Gewinn erzielt werden. Der Finanzsektor profitierte aufgrund der jüngsten Zinserhöhungen von ausgedehnten Zinsmargen, wobei niedrigere Gebühreneinnahmen leicht entgegenwirkten."

Besonders stark wirkte sich der Gewinnsprung im Energiesektors in den USA aus
Zwar entfallen nur gut fünf Prozent der US-Marktkapitalisierung auf diese Branche, doch dank einer satten Gewinnsteigerung von 150 Prozent gegenüber Vorjahr wurde das Gewinnwachstum des Gesamtmarktes in den positiven Bereich gehievt. Ohne den Energiesektor sanken die Gewinne der restlichen 477 Unternehmen des S&P 500 Aktienindex um 5,1 Prozent. Bereits im zweiten Quartal waren sie um vier Prozent gesunken.

Gewinnerwartungen weiter nach unten revidiert
Trotz des insgesamt besser als befürchteten Abschneidens sind die Gewinnerwartungen für das laufende und kommende Geschäftsjahr weiter zurückgenommen wurden. Selbst mit den Sondergewinnen des Energiesektors beträgt die Gewinnerwartung für das Schlussquartal nur mehr minus ein Prozent. Ende Juni war noch ein ordentliches Wachstum von 9,1 Prozent und Ende September ein Plus von 3,9 Prozent prognostiziert worden. Für 2022 bedeutet das, dass das Gewinnwachstum für die Breite der S&P 500 Aktien nur mehr bei minus 0,1 Prozent liegt. 

S&P 500: Gewinnentwicklung und -erwartung pro Quartal (zum Vorjahr) in Prozent

Quellen: Factset, VP Bank

Bescheidener Ausblick
Für die kommenden Quartale trübt sich das erwartete Gewinnwachstum ein und befindet sich für das erste Halbjahr 2023 auf tiefen einstelligen Niveaus. Dies beinhaltet dabei auch einen geringeren Beitrag seitens des Energiesektors. Über viele Sektoren hinweg gaben die Unternehmen einen sehr zurückhaltenden Ausblick für die kommenden zwei Quartale. Außer der Nahrungsmittelindustrie wird unisono ein Nachfragerückgang in Aussicht gestellt. 

Konsumentenstimmung trübt sich auch ein
Die Unternehmen folgen dabei der Stimmung der Konsumenten, die sich ebenfalls eintrübt. Harald Brandl dazu: "Schwere Zeiten stehen vor allem für das kommende, saisonale Weihnachtsgeschäft bevor. Die aufgrund extrem hoher Teuerungsraten zu erwartende Kaufzurückhaltung wird vor allem bei Wohnaccessoires, Sportwaren und Luxusgütern ausgeprägt sein. Hier sind die stärksten Rückgänge zu beobachten. Dabei ist bereits bekannt, dass Textil- und Sportwarenhersteller ungewöhnlich hohe Lagerbestände vorhalten. Eine Rabattschlacht ist zu befürchten."

Beabsichtigte Nettoausgaben von US-Konsumenten
Weihnachtsgeschäft 2022 im Vergleich zum Vorjahr

Quellen: Morgan Stanley, VP Bank

Hohe Widerstandskraft
Sowohl in den USA als auch in Europa beweist die Mehrheit der Unternehmen eine hohe Widerstandskraft und begegnet den gegebenen Herausforderungen mit hoher Agilität. Trotz dieser soliden Unterstützung kann für die Aktienmärkte noch keine Entwarnung gegeben werden. Denn der Ausblick über die kommenden sechs Monate trübt sich ein. 

Gewinne im Energiesektor verzerren das Gesamtbild
Ohne den hohen Gewinnen im Energiesektor weist die Breite der Unternehmen bereits eine Gewinnabschwächung aus. Dabei sind vor allem für die USA die Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr mit einem prognostizierten Wachstum von 6,4 Prozent noch sehr hoch. Für Europa liegen die Einschätzungen mit plus 1,4 Prozent viel tiefer. Brandls Résumé: "So gut die Gewinnausweise nun im dritten Quartal auch waren, die Luft für die Unternehmen wird dünner, und die Gewinne für die künftigen zwei bis drei Quartale müssen hart erarbeitet werden." (kb)

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