Logo von Institutional Money
| Märkte

Unsicherheiten: Goldpreis erreicht neuerlich Rekordhoch

Der Preis für das gelbe Edelmetall profitiert vom andauernden Umfeld hoher Unsicherheit und steigt von einem Höchststand zum nächsten. Aber auch andere Edelmetalle verzeichnen steigende Preise.

© Olivier Le Moal / stock.adobe.com

Gold hat ein neues Rekordhoch erreicht, wobei die Preise auch im Edelmetall-Sektor insgesamt stark zugelegt haben. Händler reagierten auf die Aussicht eines möglichen Government Shutdown in den USA, der die Veröffentlichung wichtiger Arbeitsmarktdaten in dieser Woche verzögern und damit den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve vernebeln könnte.

Mit einem Plus von von mehr als ein Prozent Kurszuwachs erreichte der Goldpreis im Laufe des Montags (Stand: 13:00 Uhr) das neue Rekordniveau von 3.819,80 US-Dollar je Unze und übertraf damit den Höchststand vom vergangenen Dienstag. Es war bereits die sechste Wochenrally in Folge. Silber legte um ca. zwei Prozent zu auf zeitweise 47,17 Dollar je Unze. Auch Platin und Palladium verteuerten sich deutlich. Geschürt wurde die Nachfrage durch anhaltende Marktknappheit und Mittelzuflüsse in börsengehandelte Fonds, die mit Edelmetallen hinterlegt sind.

Unsicherheiten sorgen für Rückenwind
US-Präsident Donald Trump will in Verhandlungen mit den Demokraten im Kongress einen Government Shutdown abwenden. Gelingt keine Einigung auf ein kurzfristiges Ausgabenpaket, droht Washington bereits mit dem Ablauf des Dienstags das Geld auszugehen. Damit könnte auch die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten gefährdet sein, die dem Finanzmarkt als Barometer für die US-Geldpolitik dienen. Besonders im Fokus steht der Arbeitsmarktbericht für September, bei dem Ökonomen mit Signalen für gedämpftes Beschäftigungswachstum rechnen.

Schwächere Beschäftigungszahlen würden das Argument für eine Lockerung durch die Fed bei ihrer nächsten Zinsentscheidung im Oktober stärken – ein Szenario, das die ja zinslosen Edelmetalle attraktiver macht. Allerdings herrscht große Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Zinssenkungszyklus: Fed-Vertreter äußern unterschiedliche Positionen, während manche Konjunkturdaten stärker ausgefallen sind als erwartet.

Zudem wägen Händler die Gefahren für die Unabhängigkeit der US-Notenbank ab. Anwälte von Fed-Gouverneurin Lisa Cook haben am Donnerstag den Obersten Gerichtshof ersucht, ihr die Weiterbeschäftigung zu gestatten, während sie gegen Trumps Versuch klagt, sie ihres Amtes zu entheben.

Weiteres Kurspotenzial vorhanden
Gold erscheine im Verhältnis zum Dollar und zu US-Staatsanleihen nicht überteuert, erklärten Barclays-Strategen um Themistoklis Fiotakis und Lefteris Farmakis am Sonntag in einer Analyse. Diese Märkte “sollten ein Maß an Fed-bezogenem Risikoaufschlag enthalten, angesichts der Gefahr einer möglichen Erosion der Notenbankunabhängigkeit”, schrieben sie. “Das macht es zu einer überraschend guten Absicherung.”

Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um mehr als 40 Prozent gestiegen und hat eine Reihe neuer Höchststände markiert – getragen von starker Nachfrage der Zentralbanken und dem erneuten Beginn von Zinssenkungen durch die Fed. Die Preise steuern auf den dritten Quartalsgewinn in Folge zu. Die Bestände goldgedeckter ETFs sind so hoch wie seit 2022 nicht mehr. Banken wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank erwarten, dass die Rally weitergeht. (aa)

Hohe Korrelation zwischen Goldpreis und ETF-Flows

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion