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Uniper: Hohe Verluste machen Verstaatlichung wahrscheinlicher

Die Bundesregierung könnte ihren Anteil an der Uniper SE auf über 50 Prozent aufstocken und ist offen dafür, den Gasversorger vollständig zu verstaatlichen, falls dies notwendig ist, um einen Zusammenbruch des deutschen Energieversorgungssystems zu verhindern.

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© photo 5000 / stock.adobe.com

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper braucht mehr staatliche Hilfe, nachdem er bereits ein Hilfspaket und Kredite in Höhe von insgesamt 20 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen Bloomberg berichten. Ein sprunghafter Anstieg der Erdgaspreise und russische Liefereinschränkungen haben zu täglichen Verlusten in Millionenhöhe geführt, so dass die Regierung im Juli mit einem Rettungspaket einsprang, das ihr eine Beteiligung von 30 Prozent einbrachte.

Berlin sei nun bereit, mehr Kapital zuzuführen und seinen Anteil über die Schwelle von 50 Prozent zu erhöhen, sagte eine der Personen, die nicht namentlich genannt werden wollte, gegenüber Bloomberg.

Auch eine vollständige Verstaatlichung sei im Gespräch, wobei die finnische Uniper-Muttergesellschaft Fortum Oyj ein Mitspracherecht bei dieser Entscheidung hätte, sagte die Person. Die Gespräche zwischen der deutschen und der finnischen Regierung - dem Mehrheitseigentümer von Fortum - seien noch nicht abgeschlossen, und Deutschland sei nicht bereit, den finnischen Anteil zu übernehmen.

Uniper stiegen nach der Meldung in Frankfurt um bis zu 9,1 Prozent. Die Aktie hat seit Jahresbeginn allerdings fast 90 Prozent verloren.

Das von der Regierung im Juli angebotene Hilfspaket muss noch abgeschlossen und anschließend von der Europäischen Union genehmigt werden. Die Vereinbarung sah eine Kapitalerhöhung von 267 Millionen Euro und einen Anteil der Öffentlichen Hand von 30 Prozent vor.

Aufgrund der Vergeltungsmaßnahmen Russlands wegen der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine sind die Gasfutures aktuell mehr als dreimal so teuer wie vor einem Jahr. Die steigenden Energiepreise haben die Energieunternehmen in Bedrängnis gebracht. Nachschussforderungen - die Sicherheiten, die zur Absicherung der Geschäfte der Unternehmen erforderlich sind - sind auf nicht mehr tragbare Niveaus gestiegen.

Uniper-CEO Klaus-Dieter Maubach hatte bereits in einem kürzlich gegebenen Interview davor gewarnt, dass die Verluste des Energieversorgers durch den Ersatz ausbleibender russischer Gaslieferungen in diesem Monat die Grenze von sieben Milliarden Euro erreichen könnten. Das würde die Regierung zwingen, dem Unternehmen erneut unter die Arme zu greifen.

Das extrem vom russischen Gas abhängige Unternehmen meldete für das erste Halbjahr einen Verlust von mehr als zwölf Milliarden Euro, einer der größten Fehlbeträge in der deutschen Unternehmensgeschichte. Im vergangenen Monat beantragte das Unternehmen bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weitere vier Milliarden Euro, nachdem es seine bestehende Kreditlinie von neun Milliarden Euro vollständig ausgeschöpft hatte. (aa)

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