Union Investment: Weiterhin hoher Preisdruck in Deutschland
Der Chefvolkswirt von Union Investment ordnet die jüngst gemeldeten Inflationszahlen für Deutschland ein und wagt einen Blick auf die weitere Inflationsentwicklung. Dort winkt ein Lichtblick aufgrund eines statistischen Effekts.

Die Inflation in Deutschland bleibt im August hoch. Die Teuerung lag im Jahresvergleich bei 6,1 Prozent, nach 6,2 Prozent im Juli. "Ein zügigerer Rückgang der Inflation wird einerseits durch die zuletzt gestiegenen Energiepreise verhindert, anderseits durch die nach wie vor solide Situation am Arbeitsmarkt. Diese führt nämlich zu einer ordentlichen Lohndynamik und hat durch den starken Sommertourismus weitere Unterstützung erfahren", schreibt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt von Union Investment, in einer aktuellen Kurzanalyse.
Dass die Preise für viele Güter in den letzten Monaten weniger stark gestiegen sind als noch im vergangenen Jahr, zeigt Zeuner zufolge, dass die schwache Konjunktur ihre Spuren hinterlässt. Angebot und Nachfrage finden allmählich wieder in eine Balance.
Auch bei den Dienstleistungen dürfte die Inflation den Gipfel erreicht haben. Rein technisch betrachtet sollte im kommenden Monat laut Zeuner ein großer Schritt folgen: Aufgrund eines statistischen Effektes, nämlich dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets im August 2022, dürfte die Inflation im Jahresvergleich im September deutlich fallen. "Aber der Weg zu dem von der Europäischen Zentralbank definierten Ziel von zwei Prozent ist noch weit." (aa)




