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Deuten Gold- und Silberoptionen auf eine Kurskorrektur hin?

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Gold- und Silberoptionen weisen derzeit ungewöhnlich positive Schiefewerte auf – was oftmals als Vorzeichen für eine bevorstehende Kurskorrektur gewertet werden kann. Starke Zinssenkungen und ein schwächerer Dollar könnten den Ausblick jedoch ändern.

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Unigestion: Warum es keine Rezession gibt und Aktien wieder steigen

Florian Ielpo, Leiter Makro-Research bei Unigestion, sieht ein besseres Makro-Umfeld als viele andere Marktakteure und ist daher optimistisch für Risikopapiere wie Aktien. Falls er Recht bekommt, sollten Investoren in den mittlerweile teuren Anleihen auf der Hut sein.

ist Florian Ielpo, Leiter Makro-Research beim Vermögensverwalter Unigestion
Florian Ielpo, Leiter Makro-Research beim Vermögensverwalter Unigestion
© Unigestion

„Das makroökonomische Umfeld ist nicht so schlecht, wie viele denken. Wir erwarten keine globale Rezession in den nächsten sechs Monaten und stimmen daher nicht mit den Rezessionssignalen der invertierten Zinskurven überein“, schreibt Florian Ielpo, Leiter Makro-Research beim Vermögensverwalter Unigestion, in der aktuellen Ausgabe von „Macro Investment Views“ (4/2019).

Zahlreiche Rezessionsrisiken
Ielpon räumt ein, dass im gesamten Spektrum der Makrodaten besorgniserregende Signale auftreten, wobei die meisten von der industriellen Seite der Wirtschaft kommen:

  • So fiel der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA von seinem Hoch von 60,8 im August 2018 auf 47,8 im September 2019. Eine ähnliche Verschlechterung trat 2015-2016 ein, obwohl eine Rezession nicht folgte. Der Auftragseingang, die zukunftsweisendste Komponente dieser Einkaufsmanager-Umfrage, erreichte kürzlich die Tiefststände von 2015 und zeigte ein besonders düsteres Bild.
  • Die US-Kapazitätsauslastung erreichte im Oktober 2018 ihren Höhepunkt, ist seither aber fast kontinuierlich gesunken, was die Fed als weiteres Anzeichen für eine sich verschlechternde Makrolage in den USA sicherlich zur Kenntnis genommen hat.
  • In Deutschland setzt die IFO-Umfrage, ein Frühindikator der deutschen Konjunktur, die deutsche Wirtschaft bereits in eine Rezession, wobei der im zweiten Quartal beobachtete Rückgang des BIP anhalten dürfte.
  • Ähnliche Anzeichen gibt es auch in den Schwellenländern. Das Wachstum der chinesischen Stromerzeugung liegt in der Nähe des Niveaus von 2015. Das BIP Südafrikas ist in drei der letzten sechs Quartale negativ, mit einem starken Rückgang von -3,2 Prozent im ersten Quartal. Der Welthandelsindex CPB ging in einem Jahr um drei Prozent zurück. Schließlich erwarten Analysten in diesem Jahr einen Rückgang der Gewinne in den Schwellenländern.
  • Vor diesem Hintergrund erwarten Investoren in den kommenden Monaten eine Rezession, die durch die aktuelle Form der Zinskurven der Staatsanleihen deutlich wird. In vielen Industrieländern sind die Zinskurven inzwischen flach bis invertiert.

Unigestion sieht es anders
Betrachtet man ein breiteres Spektrum an Daten, kommt Ielpo zu einem ganz anderen Schluss. Die selbst entwickelten Wachstums-Nowcaster sind Konjunkturindikatoren, die täglich das Rezessionsrisiko verfolgen. Diese Indikatoren decken ein breites Spektrum wirtschaftlicher Aspekte ab, darunter Konsum, Investitionen, Produktionserwartungen, Wohnungsbau und Außenhandel für 90 Prozent des weltweiten BIPs. Ziel ist die Nutzung dessen, was man über Rezessionen am besten weiß: Sie beeinflussen ein breites Spektrum wirtschaftlicher Dimensionen innerhalb und über eine große Anzahl von Volkswirtschaften hinweg. Diese werden seit Ende des Zweiten Weltkriegs erfasst, und die hauseigenen ndikatoren wurden entsprechend konzipiert, um genau diese Erkenntnis zu nutzen.

Unigestions World Growth Nowcaster bewegt sich derzeit um die Nulllinie. Dies deutet darauf hin, dass die Weltwirtschaft derzeit ihrem Potenzial entsprechend, d. h. ihrer natürlichen Wachstumsrate, von – laut IWF – rund 3,5 Prozent wächst.

Weltwachstums Nowcaster gegenüber der Rezessionsschwelle

Vor diesem Hintergrund nenn Ielpo drei Gründe für eine konjunkturelle Verbesserung

  • Die Welthandelsindizes sind seit Beginn des Handelskrieges stark gefallen, aber viele haben sich inzwischen stabilisiert, wenn nicht sogar erholt. So stieg beispielsweise der Baltic Dry Index zuletzt um 200 Prozent, ein positives Zeichen für langsam wachsende Schwellenländer, deren Wachstumsaussichten davon abhängen.
  • Der größte Teil der Verschlechterung, die Unigestion bei den eigenen Indikatoren beobachten, betrifft die Umfragen zu den Produktionserwartungen, die eine starke Anfälligkeit für die Handelskriegsrhetorik zeigen. Sollte sich diese Situation verbessern, würden sich die Daten aus vielen dieser Umfragen wieder verstärken.
  • Drittens scheint sich sowohl die EZB als auch die People’s Bank of China (PBoC) des zunehmenden Risikos einer Abschwächung bewusst zu sein. So hat die EZB unlängst einen neuen QE-Plan aufgelegt, die PBoC hat ihren Mindestreservesatz gesenkt, während die Regierung Chinas weiterhin Konjunkturanreize durchführt. Beide Wirtschaftsräume dürften sich im Schlussquartal 2019 einer gewissen Unterstützung erfreuen.

Welche anderen Faktoren für steigende Aktienkurse sprechen, erfahren Sie im zweiten Teil dieser Kommentierung, der Mitte dieser Arbeitswoche online geht. (aa)

 

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