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Umfrage: Das planen die großen Versicherungen

Eine großangelegte Befragung globaler Versicherungen zeigt, welche Risiken gesehen und welche Investmentpläne gehegt werden. Trotz aller drohenden Gefahren sind die Verantwortlichen dieser großen Kapitalsammelstellen für die Aktienmärkte optimistisch gestimmt

Mike Siegel, Global Head of Insurance Asset Management and Liquidity Solutions, GSAM: "In den 15 Jahren, in denen wir diese Umfrage durchführen, hat sich Private Credit zu einer breit gefächerten und fundamentalen Anlageklasse sowie zu einem Kernbestandteil des Portfolios von Versicherern entwickelt, die ihre Rendite- und Laufzeitbedürfnisse adressieren wollen."
Mike Siegel, Global Head of Insurance Asset Management and Liquidity Solutions, GSAM: "In den 15 Jahren, in denen wir diese Umfrage durchführen, hat sich Private Credit zu einer breit gefächerten und fundamentalen Anlageklasse sowie zu einem Kernbestandteil des Portfolios von Versicherern entwickelt, die ihre Rendite- und Laufzeitbedürfnisse adressieren wollen."© Mark McQueen für Goldman Sachs AM

Eckpunkte

  • Goldman Sachs Asset Management machte eine Umfrage unter 434 Versicherungen weltweit.
  • Die Befragten repräsentieren Versicherungsunternehmen, die etwa die Hälfte der Gesamtbilanzsumme der globalen Versicherungsindustrie verwalten.
  • Die 15. jährliche globale Versicherungsumfrage von Goldman Sachs AM zeigt, dass mehr als die Hälfte der Versicherer eine Rezession in den USA in den nächsten drei Jahren erwarten.
  • Dennoch geht die überwältigende Mehrheit davon aus, dass der S&P 500 das Jahr 2026 höher abschließen wird und 26 Prozent der Befragten planen, ihr Kreditrisiko zu erhöhen.

Optimismus
Die 15. jährliche globale Versicherungsumfrage von Goldman Sachs Asset Management mit dem Titel „Adaptation in Action“ zeigt, dass für die Mehrheit der teilnehmenden Versicherer geopolitische Spannungen sowie eine Rezession oder eine Konjunkturabschwächung in den USA die wichtigsten makroökonomischen Risiken für ihre Portfolios darstellen.

Trotz dieser Bedenken erwarten 88 Prozent der Versicherer, dass der S&P 500 Index im Jahr 2026 steigen wird. 62 Prozent planen, ihre Allokation in Private Assets in diesem Jahr zu erhöhen. Dies steht im Einklang mit den letzten Jahren.

„Die Ergebnisse der Goldman Sachs Asset Management Insurance Survey in diesem Jahr unterstreichen einen anhaltenden Fokus auf KI und Private Markets, da Versicherer nachhaltige Quellen für Rendite, Einkommen und Diversifikation suchen“, sagte Mike Siegel, Global Head of Insurance Asset Management and Liquidity Solutions, Co-Head of the Client Solutions Group in Asien-Pazifik, anlässlich der Veröffentlichung.

Die Antworten der 434 Umfrageteilnehmer im Zeitraum vom 11. Januar bis 3. Februar 2026 gesammelt.

Geplante Investments

Konkret ist Asset-Backed Finance für Versicherer von Interesse, wobei ein Nettoanteil von 38 Prozent plant, ihre Allokationen in den General Account-Portfolios der Assetklasse im nächsten Jahr zu erhöhen.

Weitere attraktive Assetklassen aus Sicht der Versicherungen sind:

• Investment-Grade Private Placements – ein Nettoanteil von 35 Prozent der Versicherer erwartet eine Erhöhung der Allokationen

• Senior Direct Lending – ein Nettoanteil von 33 Prozent der Versicherer plant eine Erhöhung der Allokationen

• Private Equity – ein Nettoanteil von 25 Prozent der Versicherer beabsichtigt eine Erhöhung der Allokationen

• Infrastruktur-Aktien – ein Nettoanteil von 25 Prozent der Versicherer erwartet eine Erhöhung der Allokationen

„In den 15 Jahren, in denen wir diese Umfrage durchführen, hat sich Private Credit zu einer breit gefächerten und fundamentalen Anlageklasse sowie zu einem Kernbestandteil des Portfolios von Versicherern entwickelt, die ihre Rendite- und Laufzeitbedürfnisse adressieren wollen. Sie sind erfahrene Investoren mit der Möglichkeit, in den Kreditzyklen opportunistisch zu investieren. Unserer Ansicht nach verfügen sie über Kapital mit langfristigem Horizont und sind gut aufgestellt, um in volatileren Märkten als bevorzugter Kreditgeber für bonitätsstarke Kreditnehmer zu fungieren“, fügte Siegel hinzu.

Rezession und geopolitische Sorgen dominieren
Auf die Frage nach den größten makroökonomischen Risiken für ihre Investmentportfolios nannten die Versicherer:

• Wirtschaftsabschwung / Rezession in den USA (52 Prozent)

• Geopolitische Spannungen (52 Prozent)

• Bewertungen der Kredit- und Aktienmärkte (46 Prozent)

• Inflation (42 Prozent)

• Volatilität der Kredit- und Aktienmärkte (30 Prozent)

Widerspruch
Bemerkenswert ist die Prognose von 55 Prozent der Versicherer weltweit, dass die USA innerhalb der nächsten drei Jahre in eine Rezession eintreten werden. Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 46 Prozent vor einem Jahr.

Dennoch bleiben die Versicherer optimistisch in Bezug auf den S&P 500 Index in diesem Jahr, wobei 55 Prozent eine Gesamtrendite zwischen fünf Prozent und weniger als zehn Prozent erwarten. 18 Prozent prognostizieren eine Rendite zwischen zehn Prozent und weniger als 20 Prozent.

Goldman Sachs Global Investment Research erwartet, dass der S&P 500 Index 2026 eine Gesamtrendite von zwölf Prozent erzielen wird, da ein zweistelliges Wachstum des Gewinns pro Aktie, anhaltende wirtschaftliche Resilienz und weitere geldpolitische Erleichterungen günstige Bedingungen für US-Aktien schaffen (Quelle: GIR US Equity Views, 13. März 2026).

Weltweit erwarteten die meisten Versicherer (79 Prozent), dass der Leitzins der US-Notenbank moderat auf einen Wert von 3 bis 3,5 Prozent sinken wird.

81 Prozent erwarten, dass die zehnjährigen US-Staatsanleihen bis Ende des Jahres in einem Zinskorridor von 3,5 bis 4,5 Prozent liegen werden.

„Das Investitionsumfeld ist in kurzer Zeit vielschichtiger und komplexer geworden. Schwankende makroökonomische Bedingungen, geopolitische Veränderungen und schnelle technologische Fortschritte schaffen ein Umfeld, in dem eine disziplinierte Asset-Auswahl sowohl auf privaten als auch öffentlichen Märkten wichtiger ist denn je“, sagte Jared Klyman, Global Head of the Insurance Asset Management Business bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Assetklassen, in denen die Versicherer in den nächsten zwölf Monaten die höchsten Gesamtrenditen erwarten, umfassen:

• Private Equity (18 Prozent)

• US-Aktien (17 Prozent)

• Rohstoffe (13 Prozent)

• Schwellenländeraktien (zwölf Prozent)

• Private Equity Secondaries (acht Prozent) (aa)

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