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Überraschung bei den Target II-Salden: Martin Hüfner nennt die Gründe

Die Kapitalflucht aus den Peripherieländern des Euroraums ist in den letzten Monaten zum Stillstand gekommen. Das zeigt sich auch in den Target II-Salden. Ob das nur ein "Strohfeuer" ist oder eine nachhaltige Trendwende, analysiert Dr. Martin Hüfner von Assenagon.

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Dr. Martin Hüfner nennt sechs Gründe dafür, dass die derzeit zu beobachtende Änderung bei den Kapitalströmen in der Eurozone – raus aus Deutschland, zurück in die Peripheriestaaten – nicht nur ein vorübergehendes Phänomen ist. Hüfners Argumente sowie seine Markteinschätzung kennen Sie nach spätestens sieben Bildern.
So ist beispielsweise nicht nur Deutschland von Kapitalabzügen betroffen.... ->
© Assenagon

Dr. Martin Hüfner, Chefvolkswirt von Assenagon, weist in seinem Wochenkommentar darauf hin, dass die Kapitalflucht aus den Euroraum-Peripherieländern offenbar beendet ist. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass Vertrauen in den Euroraum zurückkehrt und es sich lohnt, dort wieder zu investieren:

"Eines der großen Probleme in der Währungsunion ist seit Jahren die Kapitalflucht. Allein seit Anfang des Jahres haben Italiener und Spanier netto fast 100 Milliarden Euro aus ihren Ländern ins Ausland transferiert, vornehmlich nach Deutschland. Jeder weiß, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Die Gelder fehlen in den Defizitstaaten. Sie blähen die Liquidität in der Bundesrepublik noch mehr auf. Die Forderungen Deutschlands an diese Länder nehmen zu. Das ist der direkte Weg zu einer vom privaten Sektor ausgelösten Transferunion.

Jetzt ist etwas passiert, was mich überrascht hat: die Kapitalflucht ist mit einem Mal zum Stillstand gekommen. In den letzten zwei Monaten ist netto kein Geld mehr aus Italien, Spanien und anderen Ländern nach Deutschland geflossen. Im Gegenteil: Geld wird zum Teil aus Deutschland abgezogen und kehrt in die Ursprungsländer zurück.

Abzulesen ist das an den Salden des europäischen Zahlungsverkehrssystems Target II. Sie sind eine Art Fieberthermometer der Eurokrise. Immer wenn sie nach oben gehen, ist das ein Zeichen für mangelndes Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft. Kapital weicht in sichere Häfen aus. Immer dann, wenn sie zurückgehen, wird die Situation besser. Es gibt „weniger Krise“.

Quelle: Bundesbank

Genau das beobachten wir im Augenblick. Bisher ist die Entwicklung noch zögerlich. Die Forderungen der Bundesbank haben sich in den letzten beiden Monaten erst um acht Milliarden Euro verringert. Das könnte man noch als kurzfristigen „Ausrutscher“ interpretieren, der sich schnell wieder umkehren kann. So etwas hat es schon früher gegeben. Ich vermute
aber, dass es diesmal anders ist."

Hüfners sechs Gründe, warum diese Umkehr bei den Kapitalströmen nicht nur ein vorübergehender Ausrutscher ist, finden Sie in unserer Fotostrecke oben. (aa)

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