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Über Warren Buffett, fehlende REITs und nicht vorhersagbare Kursziele

Vor einigen Wochen war wieder einmal die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway in Omaha. Diese Veranstaltung stößt bei vielen Value Investoren jedes Jahr wieder auf eine hohe Resonanz. Doch wie hält es der Altmeister eigentlich mit Real Estate Investment Trusts (REITs)?

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Thomas Körfgen von Savills IM sagt:  "Auch ich schätze den Chairman Warren Buffett sehr. Schaut man sich das Portfolio von Berkshire an, so fällt jedoch auf, dass mit Store Capital, lediglich ein einziger REIT enthalten ist und dieser gerade einmal 0,3 Prozent des Gesamtportfolios ausmacht."
© Savills

Es ist schwer zu verstehen, woran dieses offenkundige Desinteresse des Orakels von Omaha an REITs liegt. Auch in der Vergangenheit waren REITs in Buffetts Gesamtportfoliokontext immer unterrepräsentiert.

Verbesserungswürdige Sektorallokation bei Buffett?
"Vergleicht man den Gesamterfolg der Berkshire-Aktie mit dem US-REIT-Index so erkennt man exemplarisch über die letzten 10 oder auch 20 Jahre die wesentlich bessere Kursentwicklung der amerikanischen REITs", analysiert Körfgen. Und weiter: "Während sich diese seit Juni 1999 um knapp 700 Prozent nach oben entwickelten, verbuchten Berkshire-Aktionäre mit 450 Prozent eine wesentlich niedrigere Kursentwicklung." Zusätzlich würden REITs mit einer hohen Ausschüttung und wesentlich niedrigerer Volatilität punkten. "Auch wenn mir die Sektorallokation Buffetts aufgrund des fehlenden REIT-Exposures als nicht optimal erscheint, so teile ich seine Aussage voll und ganz, dass wenn ein Unternehmen sich gut entwickelt, seine Aktie letztendlich folgen wird", sagt Körfgen. 

Kursprognosen sind auch REITs nicht leicht
Kürfgen und seine Kollegen von Savills werden von einigen Investoren immer wieder gefragt, wie denn ihre Kursprognose einzelner REITs oder unseres REIT-Portfolios aussehe. Körfgen dazu: "Meines Erachtens ist jedoch niemand mehr in der Lage, belastbare Kursprognosen zu stellen, obwohl dies immer noch viele Finanzinstitute versuchen. Wie aber soll ich als externer Analyst und Investor beurteilen, wie sich beispielsweise eine Bank, ein Automobilhersteller oder ein Versorger letztendlich im Kurs entwickeln werden, wenn die Vorstände dieser Unternehmen selber nicht einmal wissen, was sich im Unternehmen abspielt?"

REITs gut einschätzbar in Bezug auf zu erwartende ordentliche Erträge
Im Geschäftsbereich der REITs sei dies etwas anders zu sehen, da es eine größere Chance gebe, eine faire Immobilienbewertung zu ermitteln, den Zusatznutzen einer guten Verwaltung zu analysieren und die künftige Strategie des Unternehmens einzuschätzen. "Wir veröffentlichen alternativ zu möglichen Kurszielen eine verlässliche Prognose der zu erwartenden ordentlichen Erträge, in unserem Fall der Ausschüttungsrendite unser Mandate und Fonds zu Anfang eines jeden Jahres. Diese lag beispielsweise Anfang 2019 bei weit über sechs Prozent vor Kosten", gibt Körfgen zu bedenken.

Hausaufgaben machen!
REITs haben für Investoren den Vorteil, dass sie ihre Gewinne nahezu vollständig ausschütten müssen. Wenn man seine Analyse gewissenhaft vornimmt und eben diese Gewinne richtig schätzt, so folgt auch der Aktienkurs unweigerlich nach oben, meint der Savills-Experte.  „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft Du auch verstehst“, so lautet eine weitere Aussage Warren Buffetts. Körfgen dazu: "REITs sind einfach zu verstehen, wenn man Kenntnisse der zugrundeliegenden Immobilien, der jeweiligen Marktzyklen und berechtigtes Vertrauen in die Unternehmenslenker hat. Dies ist bei uns seit mehr als einer Dekade der Fall." (kb)

 

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