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UBS: Hitzewellen stärken Europas Investmentcase

Die aktuelle Hitzewelle in Europa könnte nach Einschätzung von UBS den politischen Rückenwind für Dekarbonisierung und Elektrifizierung verstärken. Unabhängig davon sieht die Bank weitere langfristige Investmenttreiber in Verteidigung, Infrastruktur und Demografie.

Extremwetter könne laut UBS den politischen Druck erhöhen, die Dekarbonisierung, den Ausbau der Stromnetze und Investitionen in eine widerstandsfähigere Infrastruktur weiter voranzutreiben.
Extremwetter könne laut UBS den politischen Druck erhöhen, die Dekarbonisierung, den Ausbau der Stromnetze und Investitionen in eine widerstandsfähigere Infrastruktur weiter voranzutreiben.© Günter Albers / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Extremwetter dürfte Dekarbonisierung und Energiewende beschleunigen
  • Weitere Strukturtreiber: Verteidigung, Infrastruktur und Demografie
  • Chancen in ausgewählten europäischen Unternehmen und Sektoren
  • Einschätzung zu Aktien der Eurozone insgesamt bleibt auf "neutral"

Während große Teile Europas unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle leiden, sieht UBS darin mehr als ein kurzfristiges Wetterereignis. Extremwetter könne den politischen Druck erhöhen, die Dekarbonisierung, den Ausbau der Stromnetze und Investitionen in eine widerstandsfähigere Infrastruktur weiter voranzutreiben, schreibt das Chief Investment Office um CIO Mark Haefele. Die Hitzewelle sei damit ein zusätzlicher Rückenwind für bereits bestehende langfristige Investmentthemen.

Als Beispiele verweisen die Strategen auf die jüngsten Produktionsdrosselungen französischer Kernkraftwerke wegen fehlenden Kühlwassers sowie auf Beeinträchtigungen im Schienenverkehr und anderen öffentlichen Dienstleistungen. Gleichzeitig schreite der Ausbau erneuerbarer Energien voran: Bereits 2024 stammten 47 Prozent der europäischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

Mehrere Strukturtrends sprechen für Europa
Für UBS ist die Hitzewelle nur einer von mehreren Faktoren, die den langfristigen Investmentcase Europas stützen. Hinzu kämen steigende Verteidigungsausgaben, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen sowie der demografische Wandel.

Der Konflikt im Nahen Osten habe die Bedeutung von Energiesicherheit, resilienten Lieferketten und kritischer Infrastruktur zusätzlich unterstrichen. Gleichzeitig dürfte das NATO-Ziel, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben, einen langfristigen Investitionszyklus auslösen. UBS rechnet unter anderem mit höheren Investitionen in Flughäfen, Häfen, Brücken, Pipelines, LNG-Terminals, Eisenbahnnetze und Strominfrastruktur.

Auch der demografische Wandel spreche für Europa. Fast jeder fünfte Europäer sei inzwischen älter als 65 Jahre. Davon profitierten langfristig insbesondere Pharmaunternehmen, Medizintechnikhersteller sowie Anbieter im Bereich Konsumentengesundheit.

Eurozonen-Aktien insgesamt bleiben "Neutral"
Trotz der positiven strukturellen Trends bleibt UBS für Aktien der Eurozone insgesamt bei "Neutral". Die Analysten sehen die attraktivsten Anlagechancen bei Unternehmen, die sowohl von globalen Themen wie Künstlicher Intelligenz, Energie und Ressourcen oder Langlebigkeit als auch von Europas Strukturreformen profitieren. Anlegern empfehlen sie einen diversifizierten Ansatz anstatt einer Konzentration auf einzelne Sektoren. (dv)

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