Logo von Institutional Money
| Märkte

UBS: Die nächste KI-Welle gehört den Zulieferern

Die jüngste Volatilität bei KI- und Technologiewerten stellt die langfristige Investmentthese nach Einschätzung von UBS nicht infrage. Vielmehr erwarten die Strategen eine Verlagerung der Investitionen entlang der KI-Wertschöpfungskette hin zu Halbleitern, Infrastruktur und Ausrüstern.

Mark Haefele, UBS: "Das Wachstum der Nachfrage nach Rechenkapazität verlangsamt
sich nicht."
Mark Haefele, UBS: "Das Wachstum der Nachfrage nach Rechenkapazität verlangsamt
sich nicht."© UBS

Eckpunkte:

  • Indikatoren zeigen weiterhin hohe Auslastung von KI-Modellen
  • Agentenbasierte KI-Anwendungen treiben Rechenleistungsbedarf weiter
  • Verlagerung auf Halbleiter, Speicher, optische Komponenten und Stromversorgung

Die jüngsten Kursschwankungen im Technologie- und KI-Sektor seien kein Grund, die langfristige Investmentthese für den Sektor infrage zu stellen, auch wenn bei Anlegern erneut Fragen nach der Nachhaltigkeit des KI-Booms aufgekommen seien, schreibt das Chief Investment Office von UBS in einem Kommentar. Vielmehr sehen die Strategen um CIO Mark Haefele Anzeichen dafür, dass die nächste Phase des KI-Zyklus breiter aufgestellt sein wird als die bisherige.

Auslöser der jüngsten Diskussionen waren unter anderem KI-Investitionspläne des US-Softwarekonzerns Oracle, die über den Markterwartungen lagen und teilweise über Aktienemissionen finanziert werden sollen. Dies befeuerte Spekulationen über die Finanzierung des KI-Ausbaus und führte zu erhöhter Volatilität bei Technologieaktien.

Nutzung von KI-Modellen bleibt robust
Nach Einschätzung der UBS sollten Anleger daraus jedoch nicht den Schluss ziehen, dass sich die Dynamik der KI-Investitionen abschwächt. Vielmehr bleibe die Nachfrage nach Rechenkapazität robust. Während vielfach über sinkende Kosten für die Nutzung von KI-Modellen diskutiert werde, zeigten andere Indikatoren weiterhin eine hohe Auslastung. So seien die Preise für GPU-Rechenleistung in diesem Jahr laut UBS um nahezu 25 Prozent gestiegen und hätten damit den höchsten Stand seit 19 Monaten erreicht.

Zudem erwarten die Strategen, dass der Übergang zu sogenannten agentenbasierten KI-Anwendungen die Nachfrage nach Rechenleistung weiter antreiben wird. Diese Systeme können Aufgaben zunehmend selbstständig ausführen und benötigen dafür erhebliche Infrastrukturressourcen.

Auch die Diskussion über Finanzierung und Kapitalbedarf betrachten die UBS-Experten differenziert. Zwar seien Fragen nach Verwässerungseffekten, freiem Cashflow und Kapitalrenditen berechtigt. Diese beträfen jedoch vor allem die Bewertung einzelner Unternehmen und weniger die Tragfähigkeit des übergeordneten KI-Themas. Für 2026 prognostiziert UBS weltweite KI-Investitionen von 821 Milliarden US-Dollar und für 2027 einen Anstieg auf auf 986 Milliarden US-Dollar.

Verschiebung innerhalb der Wertschöpfungskette
Innerhalb der KI-Wertschöpfungskette sehen die Strategen eine zunehmende Verschiebung. Während die großen Plattformanbieter bislang den Großteil der Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätten, dürfte sich die nächste Investitionsphase stärker auf Halbleiter, Arbeitsspeicher, optische Komponenten, Stromversorgung und Halbleiterausrüstung konzentrieren. Diese Bereiche verfügten häufig über eine bessere Visibilität der Nachfrage, größere Preissetzungsmacht und eine stabilere Gewinnentwicklung.

UBS empfiehlt daher einen breiter diversifizierten Ansatz innerhalb des KI-Themas. Neben den bekannten Plattform- und Softwareanbietern sollten Anleger verstärkt auch Infrastruktur- und Zulieferunternehmen berücksichtigen. Die aktuelle Marktphase spreche für einen selektiveren Ansatz entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette – von den Wegbereitern der Technologie über die Recheninfrastruktur bis hin zu den späteren Anwendungen. (dv)

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion