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UBS-Chefstratege warnt vor Fehlannahme: Märkte denken in 2022-Szenarien

Anleger setzen auf koordinierte Zinsschritte der Notenbanken im Zuge des Iran-Konflikts. UBS-Chefstratege Bhanu Baweja hält das für einen Fehlschluss – und sieht Chancen am kurzen Ende der Anleihemärkte.

Bhanu Baweja, UBS: "An den Rentenmärkten entsteht am kurzen Ende Wert, insbesondere im Vereinigten Königreich und in den USA."
Bhanu Baweja, UBS: "An den Rentenmärkten entsteht am kurzen Ende Wert, insbesondere im Vereinigten Königreich und in den USA."© UBS Group

Eckpunkte:

  • Investoren sollten 2022er-Zinserhöhungs-Zyklus nicht 1:1 nochmals erwarten
  • Dieses Mal könnten die großen Zentralbanken unterschiedlich reagieren

Einige institutionelle Investoren laufen Gefahr, mit ihren Erwartungen an eine gemeinsame Reaktion großer Zentralbanken auf einen möglichen langwierigen Krieg im Iran falsch zu liegen, wie einer Analyse von UBS-Chefstrategen Bhanu Baweja zu entnehmen ist.

"Die Märkte preisen das so ein, als wäre es wie 2022, als man alle Zentralbanken gemeinsam bewertet hat – dabei ist die Situation eine ganz andere", sagte Baweja in einem Interview mit "Bloomberg TV". Wahrscheinlicher sei ein "asymmetrisches" Szenario, in dem Europäische Zentralbank, US-Notenbank und Bank of England unterschiedlich reagieren.

Zweifel an neuem Zinserhöhungszyklus
Vor allem US-Staatsanleihen und britische Gilts spiegelten unrealistische Erwartungen wider, dass Inflationsdruck die Notenbanken zu einem neuen Zinserhöhungszyklus wie 2022 treiben werde, so Baweja.

Seit dem Ausbruch des Kriegs Ende Februar hätten die Märkte ihre Erwartungen für Zinserhöhungen in den großen Volkswirtschaften deutlich ausgeweitet, was die Renditen von Staatsanleihen nach oben getrieben habe.

Chancen am kurzen Ende
Investoren, die gegen den Marktkonsens setzen, könnten insbesondere bei kurzlaufenden Anleihen profitieren, wo die Renditen am stärksten gestiegen sind, argumentiert Baweja.

Die Störungen auf den Energiemärkten dürften eher die Konjunktur belasten und Zentralbanken davon abhalten, durch Zinserhöhungen das Wachstum zusätzlich zu dämpfen. "An den Rentenmärkten entsteht am kurzen Ende Wert, insbesondere im Vereinigten Königreich und in den USA", sagte Baweja. (mb/Bloomberg)

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