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UBS AM: Warum chinesische Staatsanleihen an Bedeutung gewinnen

Nach Ansicht von UBS Asset Management etablieren sich chinesische Staatsanleihen in globalen Portfolios. Das liegt gleich an mehreren, genauer gesagt an drei Gründen. Trotzdem sollte der Investorenblick auf das derzeitige makroökonomische Umfeld gerichtet sein.

china schach
© Creativa Images / stock.adobe.com

Chinesische Staatsanleihen werden 2020 als Anlageklasse zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dafür gibt es drei gute Gründe: ihre relativ hohe Rendite, die geringe Korrelation zu anderen Assetklassen und die Etablierung als Teil eines globalen Rentenportfolios. Uta Fehm, Senior Fixed Income Strategist bei UBS Asset Management, begründet in einem aktuellen Kommentardiese drei Faktoren anhand des aktuellen Makroumfeld Chinas.

Erstes Opfer, erstes Comeback
China stand am Anfang der Corona-Kette und hat im ersten Quartal 2020 die stärksten wirtschaftlichen Einbrüche gespürt. Im gesamten europäischen Raum und in den USA sollen laut Fehm die großen Korrekturen noch kommen.

Insgesamt seien die globalen Kapitalmärkte fragil geworden, und der Faktor Risiko ist auch für mutige institutionelle Investoren in den Vordergrund gerückt. Fast eine gesamte Jahreshälfte steht nun noch bevor, verbunden mit der Frage, welche Faktoren das weitere Geschehen auf den Märkten bestimmen werden und welchen direkten Einfluss diese auf den Ertrag nehmen.

Vorangestellter Faktor ist laut Fehm COVID-19 - mit allen Facetten in Bezug auf soziale,
wirtschaftliche und politische Komponenten. Es werde sich im weiteren Jahresverlauf zeigen, welche langfristigen Auswirkungen der Lockdown auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Kapitalmärkte nehmen werden.

Geringeres Wachstum erwartet
Ein wichtiger Einflussfaktor auf den weiteren Verlauf ist die Politik der chinesischen Zentralbank und des National Policy Committee: Für das Jahr 2020 wird erstmals keine Wachstumsprognose veröffentlicht, jedoch gehen Analysten von circa zwei Prozent Wachstum in 2020 aus, während weite Teile der Welt in der Rezession verharren.

Dies werde gestützt von einem expansiven Fiskalpaket, das circa vier bis fünf Prozent des Bruttoinlandprodukt Chinas betragen wird. Dabei liege der Fokus deutlich auf der Stützung des Konsums. Der chinesischen Zentralbank gehe es nicht darum, allein nur Zinsen zu senken und Kredite zu vergeben, sondern konkrete Maßnahmenpakete zu verabschieden, mit denen der inländische Konsum verstärkt wird und einzelne Marktsegmente gezielt gefördert werden, wie zum Beispiel systematische Investitionen im Infrastruktur-Sektor, Steuersenkungen und soziale
Unterstützungen.

Warten auf den Impfstoff
Eines steht laut Fehm fest: Die große Unsicherheit auf der Investitionsseite sei erst dann behoben, wenn auf der medizinischen Seite der Durchbruch geschafft ist und ein Impfstoff entwickelt wurde, der der Menschheit problemlos zur Verfügung gestellt werden kann. Das gilt weltweit.

Wechselwirkungen schaden der Wirtschaft
China zeigt jedoch auch laut Fehm unabhängig davon erste positive Wachstumstendenzen. Im ersten Quartal 2020 hat China den mit Sicherheit größten Negativeffekt gesehen und im zweiten Quartal die Erholung eingeleitet – zum Teil aufgrund inländischer Nachholeffekte. Doch ist China im globalen Kontext gebettet – so wurde der Export massiv durch die Stornierung von Aufträgen anderer Länder gestört. Dadurch wurde das Handelsvolumen Chinas erneut reduziert.

Chinesische Untertanen konsumieren wieder stärker
Die Konsumentwicklung in China hingegen sei recht positiv zu bewerten, natürlich beeinflusst durch Nachholeffekte der Bevölkerung – aber der Trend zu einer Normalisierung scheint voranzuschreiten. Dieser Effekt ist Fehm zufolge von extremer Bedeutung für die chinesische Wirtschaft, die nicht mehr so stark von ihrer Import-/Exportquote abhängig sein will, sondern Wachstum aus eigener Kraft generieren möchte. Die Stabilisierung und der Ausbau der inländischen Wirtschaft und des Konsums gehören zu den zwei erklärten Zielen Chinas. Momentan sehen die Indikationen sehr vielversprechend aus.

Zinsen zuletzt leicht gestiegen
Die positiven Makrofaktoren beruhigen auch den Kapitalmarkt in China. Nahezu alle Wirtschaftsdaten haben sich in den letzten Wochen stabilisiert, die chinesische Zentralbank muss die Zinsen nicht zwingend weiter senken, nur um die Wirtschaft zu schützen. Dies hat in den letzten Wochen zu leicht steigenden Zinsen und einer negativen Performance am Rentenmarkt geführt. Auch wenn dies kurzfristig enttäuschend für Investoren ist, wird sich eine
erholende Wirtschaft positiv auf längerfristige Investments in chinesische Anleihen und die Währung auswirken. (aa)

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