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UBS-AM: Märkte können Zinserhöhungen der Fed verkraften

Weil in den USA ein aktuell belebter Arbeitsmarkt auf hartnäckige Inflation trifft, könnte die US-Notenbank einen restriktiveren Kurs einschlagen, glaubt Evan Brown von UBS-AM. Auch die globale Konjunktur zeigt sich robuster als erwartet.

Aus Sicht von UBS-AM trifft ein sich beschleunigender US-Arbeitsmarkt auf eine anziehende globale Industriekonjunktur, die das Wachstum stützt. 
Aus Sicht von UBS-AM trifft ein sich beschleunigender US-Arbeitsmarkt auf eine anziehende globale Industriekonjunktur, die das Wachstum stützt. © AdobeStock

Eckpunkte:

  • Wegen hartnäckiger US-Kerninflation ist weitere Zinserhöhung der Fed nicht ausgeschlossen
  • Gewinnwachstum bei globalen Aktien stützt Wachstumserwartungen
  • US-Kernservice-Inflation ohne Wohnkosten stieg zuletzt wieder auf über drei Prozent

Die Weltwirtschaft zeigt sich aus Sicht von UBS Asset Management robuster als von vielen Marktteilnehmern erwartet: Ein sich beschleunigender US-Arbeitsmarkt und eine anziehende globale Industriekonjunktur stützen das Wachstum. Die US-Kerninflation dürfte dagegen hartnäckig über dem Zielwert verharren. Eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sei deshalb nicht auszuschließen.

Bullenmarkt, solange Gewinnwachstum robust bleibt
„Ein etwas höherer Leitzins dürfte den Aktienbullenmarkt nicht gefährden, solange das Gewinnwachstum robust bleibt und sich über den Technologiesektor hinaus verbreitert. Wir gehen davon aus, dass dieses Gewinnwachstum die globalen Aktienmärkte auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter stützen kann, selbst wenn die geldpolitische Unsicherheit für mehr Schwankungen sorgt“, sagt Evan Brown, Head of Global Multi-Asset Portfolio Management, Americas & APAC bei UBS-AM.

Kern-PCE-Preisindex steigt um über drei Prozent
Der US-Arbeitsmarkt habe sich in diesem Jahr deutlich belebt, nachdem das Beschäftigungswachstum 2025 nahe null gelegen hatte. Auch die globale Industriekonjunktur zeige sich robust: Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für das verarbeitende Gewerbe liegen auf einem Mehrjahreshoch und die Erholung erstrecke sich über immer mehr Regionen und Sektoren.

Aufwärtsdruck bei den Energiepreisen
Bei der Inflation sorgte die geopolitische Lage mit dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA zuletzt für zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Energiepreise. Die zugrunde liegende Inflation verharrt nach Einschätzung von UBS-AM ohnehin hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel der Fed: Mehr als die Hälfte der Komponenten des Kern-PCE-Preisindex weise Zuwachsraten von über drei Prozent auf.

Fed könnte Zinsen erhöhen
„Der starke Arbeitsmarkt und die hartnäckige Inflation haben die Fed in eine restriktivere Richtung gedrängt. Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank eher bereit ist, die Zinsen zu erhöhen, wenn Arbeitsmarktstärke und Kerninflation dies weiter rechtfertigen“, erklärt Brown. Die Inflation sei damit längst nicht mehr nur ein Energiepreis-Thema: Auch die Kernservice-Inflation ohne Wohnkosten sei zuletzt wieder auf über 3 Prozent gestiegen.

Einzelne Zinserhöhungen dürften Konjunktur nicht schaden
Eine weitere geldpolitische Straffung ist aus Sicht von UBS-AM ein überschaubares, kein grundsätzliches Risiko für risikobehaftete Anlagen. Angesichts der historisch niedrigen Verschuldung von US-Haushalten und -Unternehmen dürften einzelne Zinserhöhungen der Konjunktur nicht nachhaltig schaden. „Aktien werden letztlich vom Gewinnwachstum getrieben, und dieses bleibt sehr robust. Der Median-Wert im S&P 500 verzeichnete im ersten Quartal ein Gewinnwachstum von 14 Prozent. Damit war es eines der stärksten Quartale des vergangenen Jahrzehnts“, so Brown.

Hauptrisiko in KI-Investitionserwartungen
Als Hauptrisiko für die Märkte gilt eine deutliche Abkühlung der Erwartungen an die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). UBS-AM beobachtet daher gezielt Indikatoren wie KI-Adoptionsraten, Ausgaben für KI-Anwendungen sowie Grafikchip- und Speicherpreise, um frühzeitig Anzeichen für eine nachlassende Zuversicht beim Thema KI zu erkennen.

„Die Stimmung rund um KI-Investitionen kann sich schon deutlich vor den eigentlichen Gewinnerwartungen verschieben. Aktuell fallen die KI-Frühindikatoren aber noch überwiegend positiv aus“, ergänzt Brown. UBS-AM bleibt bei Aktien übergewichtet und bevorzugt insbesondere die Schwellenländer und Japan, wo die Frühindikatoren auf das stärkste Gewinnwachstum hindeuten.

Für Fixed Income rechnet UBS-AM mit zunehmender Divergenz: Während der Aufwärtsdruck auf die US-Zinsen anhalten dürfte, sieht das Haus in Großbritannien und Australien mehr Wert in Staatsanleihen. Beim US-Dollar erwartet UBS-AM angesichts der restriktiveren Fed-Politik eine anhaltende Stärke gegenüber anderen wichtigen Währungen. „Gerade weil sich mehrere Kräfte gleichzeitig bewegen – Zinspolitik, KI-Investitionen und ein sich wandelndes Gewinnbild –, kommt es jetzt besonders auf eine selektive und aktive Portfoliosteuerung an, statt breit auf den Gesamtmarkt zu setzen“, resümiert Brown. (de)

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