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UBP: US-Investment Grades bieten Anlagechancen in turbulenten Zeiten

Der März erwies sich für Investoren als ein schwieriger Monat. Mit zunehmender Ausbreitung von Covid-19 in Europa und den USA wurden die Märkte für Corporate Bonds von einer heftigen Verkaufswelle erfasst. Natürlich sind derartige Marktturbulenzen unerwünscht, können aber auch neue Chancen eröffnen.

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Christel Rendu de Lint, Head of Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP)
© UBP

Als die Panik am Markt ihren Höhepunkt erreichte, war bei US-Papieren aus dem Investment Grade-(IG)-Segment eine deutliche Ausweitung der Renditeaufschläge zu beobachten, die die Spreadentwicklung europäischer Pendants in den Schatten stellte. So waren die US-Spreads für Papiere mit Laufzeiten von ein bis drei Jahren höher als im Laufzeitensegment von sieben bis zehn Jahren, was als ein klares Signal für Verwerfungen und eine Kapitulation am kurzen Ende der US-Zinsstrukturkurve zu werten war, weiß Christel Rendu de Lint, Head of Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP).

Die US-Notenbank reagierte hierauf am 23. März 2020 mit der historischen Entscheidung, in Absprache mit dem US-Finanzministerium erstmals auch Unternehmensanleihen aufzukaufen, nachdem sie bereits zuvor die Zinsen auf null Prozent abgesenkt und ihr Ankaufprogramm für US-Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere wieder aufgenommen hatte.

Das neue Ankaufsprogramm der Fed war eindrucksvoll
Es erlaubte der US-Notenbank, sowohl am Primär- als auch am Sekundärmarkt Käufe zu tätigen, sogenannte Fallen Angels (Anleihen von Emittenten, die von der Investment Grade- in die High Yield-Liga bis hin zu einem Rating von BB- abgestiegen sind) zu erwerben und mittels ETFs in Investment Grade- und High Yield-Papiere zu investieren. Zudem ließ der Fed-Präsident Powell keinen Zweifel daran, dass die Währungshüter bei Bedarf zu einer weiteren Ausweitung des Ankaufprogramms bereit sind. So sagte er bei der Pressekonferenz zur April-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC), die Fed werde die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente weiterhin mit Nachdruck, proaktiv und aggressiv einsetzen, bis davon ausgegangen werden könne, dass die US-Wirtschaft auf den Erholungspfad zurückgefunden hat.

IG-Spreads wieder teilweise eingelaufen
Inzwischen sind die Spreads bei US-Anleihen mit Investment Grade-Rating zwar wieder gesunken, bewegen sich jedoch nach wie vor auf ähnlichem Niveau wie ihre europäischen Pendants. Zur Erinnerung: Vor der aktuellen Coronakrise waren die Spreads der US-Anleihen niedriger als die von den europäischen Papieren. Gleichzeitig ist ein deutlicher Rückgang der Kosten für die Absicherung von Währungsrisiken beim EUR/USD zu beobachten.

Drei gute Gründe, die für US Investment Grade Corporates sprechen
"Unserer Ansicht nach birgt eine Anlage in auf Euro abgesicherte US-Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating und mit einer Laufzeit von ein bis zehn Jahren für Anleger aus Europa ein attraktives relatives Wertpotential", hält Christel Rendu de Lint fest. "Argumente hierfür sind die folgenden: Erstens befindet sich der „Sweet Spot“ für den Ankauf von Unternehmensanleihen durch die Fed im 1- bis 10-jährigen Laufzeitensegment. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt in diesem Kurvensegment weniger als fünf Jahre und erfüllt somit die im Ankaufprogramm der Fed formulierte Bedingung an die Laufzeit. Zweitens weist sowohl das gesamte Laufzeitenspektrum europäischer Unternehmensanleihen als auch das US-Segment für 1- bis 10-jährige Wertpapiere ein Rating von A- auf. In puncto Bonität besteht also eine Deckungsgleichheit zwischen diesen beiden Anlageuniversen. Drittens überzeugen US-Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von 1-10 Jahren durch ein um 20 Prozent  niedrigeres relatives Risiko, wie ein Vergleich der Credit Spread-Duration zeigt. Und zu guter Letzt birgt eine Anlage in US-Unternehmensanleihen des 1- bis 10-jährigen Laufzeitensegments auch nach Berücksichtigung von Absicherungskosten höhere Gesamtrenditechancen als die gesamte Kurve europäischer Papiere."

Kaufgelegenheiten für Pragmatiker: Tausche europäisches IG gegen US-IG
"Während man das Virus und dessen langfristigen Auswirkungen auf Alltag, Arbeit und Sozialleben langsam unter Kontrolle bekommt, bleibt die Zukunft keineswegs sicher, was zu einer potentiellen Volatilität führen könnte. Rendu de Lint dazu: "Nichtsdestotrotz ergeben sich einige interessante Kaufgelegenheiten für pragmatisch veranlagte Anleger. In unseren Augen verspricht eine Umschichtung von europäischen Investment Grade-Anleihen in US-Papiere derselben Bonitätsstufe und mit ein bis zehn Jahren Laufzeit Überrenditen und ist somit ein gutes Beispiel für eine solche Anlagechance." (kb)

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