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UBP: Sind Unternehmensanleihen noch ein Kauf?

Die Schweizer Adresse Union Bancaire Privée (UBP) hat eine positive Grundhaltung in Bezug auf Unternehmensanleihen unter Top-Down- und Bottom-up-Gesichtspunkten.

Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP)
Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP)
© UBP

"Unsere positive Grundhaltung in Bezug auf die Märkte für Unternehmensanleihen im bisherigen Jahresverlauf hat weiterhin Bestand", schreibt Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP), in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag.

Höhere Wachstumsraten
Gräubs Grundhaltung basiert auf dem Makroszenario einer kräftigen und weltweit nachhaltigen Konjunkturerholung. Die Verhältnisse in den einzelnen Volkswirtschaften normalisieren sich mit zunehmendem Impffortschritt in Kombination mit den starken geld- und fiskalpolitischen Impulsen. Daher erwartet Gräub für die Weltwirtschaft ein höheres Wachstumstempo als vor der Coronakrise. Vor allem ist zu beobachten, dass sich die konjunkturelle Dynamik auf der Makroebene auch in beeindruckenden Unternehmensgewinnen sowie einem regionen- und sektorübergreifenden Aufwärtstrend bei den Fundamentaldaten im Bereich der Unternehmensanleihen manifestiert. "Dies bestärkt uns in der Überzeugung, unsere Investments an diesen Märkten beizubehalten", erklärt Gräub.

Risikoappetit gefragt
In diesem Umfeld sei es möglich, dass Marktsegmente mit höherem Beta überdurchschnittlich abschneiden. Aus diesem Grund wird es Gräubs Einschätzung nach zu einer Einengung der Spreads kommen. Der High Yield-Markt dürfte von der fortschreitenden Erholung bei den am härtesten von der Pandemie getroffenen Sektoren profitieren. Gleichzeitig ist UBP der Auffassung, dass nachrangige Schuldtitel angesichts der starken Fundamentaldaten des Bankensektors und der stabilen Erträge während der Pandemie eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen.

US-Firmen bei Umsatz und Gewinn über Vorkrisenniveau
Was die Gewinnentwicklung bei Unternehmen anbelangt, konnten die Firmen im US-Investment Grade-Segment in der Berichtssaison für das 2. Quartal 2021 mit Rekordergebnissen glänzen: Etwa 85 Prozent dieser Unternehmen haben die Gewinnerwartungen übertroffen. Sie verzeichneten einen starken Anstieg bei Umsatz und Gewinn im Vergleich zum 2. Quartal 2020, die nun im Durchschnitt auch deutlich über dem (Vorkrisen-) Niveau des 2. Quartals 2019 liegen.

Getragen wird der Aufschwung vor allem von zyklischen Sektoren wie Energie, Grundstoffe, Automobile und Industrie, die die größten Steigerungsraten im Vorjahresvergleich aufweisen. Unter Bonitätsgesichtspunkten haben steigende Gewinne zusammen mit einem weiterhin vorsichtigen Bilanzmanagement, insbesondere in den von der Pandemie am stärksten gebeutelten Sektoren, zu einem Rückgang der Nettoverschuldung geführt. "Bei einer weiteren Normalisierung der Gewinnentwicklung in den nächsten Quartalen und anhaltender Bilanzdisziplin angesichts des Unsicherheitsfaktors „Corona-Varianten“ gehen wir von weiter sinkenden Schuldenständen aus", prognostiziert Gräub.

Fortgesetzte Entschuldung in Europa
In Europa haben sich die Fundamentaldaten für Emittenten außerhalb des Finanzsektors weiter verbessert. Die Verschuldungsquoten sind seit Jahresbeginn ebenfalls rückläufig. Aufgrund der starken Nachfrage und hoher Preise liegen die Gewinne in zyklischen Sektoren mittlerweile über dem Vorkrisenniveau. Die Unternehmen haben ihre Finanzprognosen für das laufende Jahr in den meisten Fällen angehoben oder bestätigt. Dies spricht aus Unternehmenssicht für eine positive Perspektive. Es ist zwar mit steigenden Aktienrückkäufen zu rechnen. Diese dürften jedoch aus freiem Cashflow und nicht durch zusätzliche Fremdmittelaufnahme finanziert werden. "Wir rechnen für die kommenden Quartale daher mit einer fortgesetzten Entschuldung unter auch in Europa positiven Rahmenbedingungen", sagt Gräub.

Positive Signale aus dem Bankensektor
"Wie bereits zuvor erwähnt, haben wir eine Präferenz für nachrangige Schuldtitel", schreibt Gräub. In diesem Marktsegment war das 2. Quartal ein weiteres gutes Quartal für Banken, die erneut die Markterwartungen übertreffen konnten. Ausschlaggebend waren in diesen Fällen die Ertragszuwächse im Kapitalmarktgeschäft, insbesondere im Aktienhandel und im Bereich M&A, bei einer weiterhin überraschend positiven Entwicklung der Risikovorsorge.

Mehrere Banken in den USA und Großbritannien haben im 2. Quartal Rückstellungen aufgelöst. Auch bei kontinentaleuropäischen Banken waren vereinzelt solche positiven Tendenzen in der Risikovorsorge zu beobachten. Vor allem aber sind mit Blick auf die Fundamentaldaten die Eigenkapitalquoten stabil geblieben und haben sich während der Pandemie nicht verschlechtert.

Zu einem Gesamtbild verdichtet hat die Gewinnentwicklung sowohl im Finanzsektor als auch in der Realwirtschaft regionen- und sektorübergreifend die Erwartungen übertroffen. "Dies unterstreicht unsere positive Grundhaltung in Bezug auf Unternehmensanleihen auf Basis unseres Makroszenarios. Bei einer weiteren Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen wir eine anhaltend positive Entwicklung an den Märkten für Unternehmensanleihen und sind entsprechend positioniert", erklärt Gräub abschließend. (aa)

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