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UBP sieht bei Gold weiteres Aufwärtspotenzial

Die Aussichten für Gold bleiben aufgrund einer Reihe von Faktoren weiterhin glänzend, schreibt Peter Kinsella, Globaler Leiter der Devisenstrategie der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), in einem aktuellen Marktkommentar.

Peter Kinsella, Globaler Leiter der Devisenstrategie der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP)
Peter Kinsella, Globaler Leiter der Devisenstrategie der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP)© UBP

"Anfang September stieg der Goldpreis auf etwas über 3.500 US-Dollar pro Unze und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Der Aufwärtstrend spiegelte die Reaktion des Marktes auf die Versuche von US-Präsident Trump wider, die Politik der US-Notenbank zu beeinflussen", ist Peter Kinsella, Globaler Leiter der Devisenstrategie der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), überzeugt. "Trumps Forderungen nach einer lockereren Geldpolitik sind bekannt, und er ist noch einen Schritt weiter gegangen, indem er Lisa Cook aus der Fed entlassen hat. Wir stellen fest, dass sich die Renditekurve für US-Anleihen mit einer Laufzeit von 2 bis 30 Jahren versteilert hat, was die Erwartung einer baldigen Zinssenkung und einer langfristig höheren Inflation widerspiegelt. Ein solches Umfeld ist eindeutig förderlich für höhere Goldpreise, was sich Anfang September auch gezeigt hat."

Der Durchbruch der Marke von 3.450 US-Dollar pro Unze ist wichtig
Dies deshalb, weil diese Marke seit Anfang April als starker Widerstand galt. Der Aufwärtstrend dürfte Momentum-Trader und CTAs anziehen, sodass wir mit einer Fortsetzung des jüngsten Anstiegs rechnen können, da Anleger kurzfristig höhere Renditen anstreben. Die Positionierung von institutionellen Investoren scheint keineswegs überzogen und auch Privatanleger haben noch viel Spielraum, um ihr Goldengagement über ETFs zu erhöhen.

Fiskalische Dominanz voraus
Der zunehmende Einfluss auf die US-Geldpolitik lässt befürchten, dass die Märkte in eine Ära der fiskalischen Dominanz eintreten werden, also die Zinsentscheidungen der Zentralbank den Erfordernissen der Defizitfinanzierung untergeordnet werden. Dies bedeute, so Kinsella, dass die Zinsen mittelfristig auf einem unangemessen niedrigen Niveau gehalten würden, was für die Goldpreise von Natur aus förderlich sei. Der bedeutende Faktor sei, dass sich die Entwicklung in der größten Volkswirtschaft der Welt vollziehe und daher weitreichende Auswirkungen auf den Goldpreis zu erwarten seien.

US-Realzinserwartungen reagieren
UBP stellt fest, dass die Erwartungen für die Realzinsen in den USA, gemessen an den Renditen zehnjähriger TIPS, von 2,1 Prozent im Juni auf derzeit rund 1,8 Prozent gefallen sind. Der Rückgang spiegelt die Kombination aus höheren Inflationserwartungen und bevorstehenden Zinssenkungen durch die Fed wider. Kinsella dazu: " Die Aussicht auf niedrigere Realzinserwartungen ist für den Goldpreis von Vorteil, und wir vermuten, dass Schwellenwerte eine wichtige Rolle spielen werden, das heißt, wenn die Renditen zehnjähriger TIPS unter 1,50 Prozent fallen, könnte Gold leicht und deutlich über 3.500 US-Dollar pro Unze steigen."

Nur wenig Abwärtsrisiken bei Gold
Kinsella und seine Kollegen bei der UBP glauben, dass Gold kurzfristig nur begrenzte Abwärtsrisiken birgt. Die Zentralbanken haben ihre Käufe mit einem robusten Tempo von rund 77 Tonnen pro Monat fortgesetzt, was einem Jahresvolumen von knapp 1.000 Tonnen entspricht. Das bedeutet, dass eine starke Nachfrage nach Gold besteht, die einen möglichen Rückgang begrenzen wird, da die Zentralbanken jeden Rückgang auf ein Niveau von 3.300 US-Dollar pro Unze nutzen werden, um ihre Reserven aufzustocken.

Résumé
Kinsella fasst zusammen: "Das allgemeine geopolitische Umfeld bleibt für die anhaltenden Goldkäufe der Zentralbanken weiterhin sehr günstig, und die jüngste Militärparade zum „Tag des Sieges” in China zeigt, dass wir Zeugen der Entstehung einer neuen geopolitischen Ordnung sind. Gold wird in dieser Zeit ein Anker der Stabilität bleiben, und dies ist einer der vielen Gründe, warum wir weiterhin eine erhebliche Goldallokation in unseren diskretionären Portfolios bevorzugen." (kb)

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