UBP: Schweizer Aktien profitieren von neuen KI-Engpässen
Der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur schafft neue Chancen weit über die Halbleiterindustrie hinaus, zum Beispiel im Schweizer Aktienmarkt, wie Eleanor Taylor Jolidon und Maud Giese, des Swiss and Global Equity Team von UBP beobachten.

Eckpunkte:
- Engpässe verlagern sich von den Chips zu Stromversorgung, Kühlung, Netzkapazitäten und Ingenieursleistungen
- Börsennotierte Schweizer Unternehmen decken große Teile der KI-Wertschöpfungskette ab
- SPI weist historisch moderate Korrelationen zum S&P 500 und zum MSCI AC World auf
KI verändert nicht nur, was wir berechnen, sondern auch, wie wir bauen, schreiben Eleanor Taylor Jolidon und Maud Giese vom Swiss and Global Equity Team von UBP, in einem aktuellen Marktkommentar. Sie konstatieren, dass sich mit dem Ausbau von Rechenzentren die Engpässe von den Chips zu den Gesamtsystemen verlagern: „Stromversorgung, Kühlung, Netzkapazitäten und hochpräzise Ingenieursleistungen“.
Energieeffizienz und Gesundheitswesen
Schweizer Aktiengesellschaften seien entlang dieser Engpässe positioniert und böten Anlegern Zugang zu strukturellem Wachstum, ergänzt durch langfristige Themen wie Energieeffizienz, Gesundheitswesen und die europäische Reindustrialisierung, so die Aktienexperten. Dabei sei die Schweiz einer von wenigen Märkten, die große Teile der KI-Wertschöpfungskette abbildeten – von Transformatoren und Wärmemanagement über Vakuumtechnologie bis zu anspruchsvollen Bauleistungen. Zugleich profitierten börsennotierte Unternehmen in der Schweiz von langfristigen Themen wie Lieferkettenresilienz, Gesundheitswesen, Energieeffizienz und der Reindustrialisierung Europas. „Das Ergebnis ist ein diversifizierter Aktienmarkt, der strukturelles Wachstum mit defensiven Merkmalen verbindet und im Vergleich zu US-Aktien attraktiv bewertet ist“, so die Experten von UBP.
Abschlag gegenüber US-Aktien
So würden Schweizer Aktien derzeit etwa auf dem Niveau globaler Aktien und mit einem Abschlag gegenüber US-Aktien gehandelt. Historisch wurde der SPI (Swiss Performance Index) mit einem Aufschlag bewertet, was die höhere und stabilere Wertschöpfungsqualität Schweizer Unternehmen widerspiegele. Für Anleger könnte dies einen attraktiven Einstiegszeitpunkt darstellen, glauben Eleanor Taylor Jolidon und Maud Giese.
Quellen: LSEG, UBP
Der SPI habe historisch moderate bis niedrige Korrelationen zum S&P 500 und zum MSCI AC World aufgewiesen. Gründe seien seine spezifische Sektorstruktur und die globale Ausrichtung der Unternehmen. Gerade in einem Marktumfeld, das stark von wenigen großen US-Technologiewerten geprägt ist, könnten diese Eigenschaften besonders wertvoll sein.
Der Schweizer Aktienmarkt ermögliche Anlegern, am Investitionszyklus der KI-Infrastruktur zu partizipieren, ohne das Risiko auf wenige Mega-Cap-Technologiewerte zu konzentrieren.
Quellen: UBP, LSEG
Die Infrastruktur für künstliche Intelligenz sei für mehrere Schweizer Unternehmen ein wichtiger Treiber. Zugleich wirkten weitere strukturelle Wachstumsthemen. Dieses Multi-Themen-Profil erhöhe die Widerstandsfähigkeit: Wenn die Stimmung gegenüber einem Thema nachlasse, könnten andere Bereiche stabilisierend wirken.
Als Diversifizierung und Zugang zu Wachstum
In Kombination mit moderaten Korrelationen zu globalen und US-amerikanischen Indizes, attraktiven relativen Bewertungen und mehreren langfristigen Wachstumstreibern verdienten Schweizer Aktien erneut Beachtung als diversifizierende Investitionen und Zugang zu strukturellem Wachstum. (de)



