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UBP: Das wird die Rentenmärkte in den nächsten Monaten bewegen

Der Head of Global and Absolute Return Fixed Income von Union Bancaire Privée (UBP) wirft einen Blick auf die möglichen Marktentwicklungen bis Jahresende. So erwartet er beispielsweise keine neuerliche Versteilerung der US-Zinsstrukturkurve und eine bissigere Fed.

Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP)
Philippe Gräub, Union Bancaire Privée (UBP)
© UBP

Die seit langem erwartete Entscheidung der US-Notenbank Fed, ihr QE-Programm zurückzufahren, dürfte die Marktteilnehmer im weiteren Verlauf dieses Jahres beschäftigen. Damit bleiben die Daten weiter im Fokus. Denn weitere Fortschritte in der US-Wirtschaft sind die Voraussetzung für eine Ankündigung der Fed, die Ankäufe von Vermögenswerten zu reduzieren (Tapering). "Wir rechnen damit, dass die US-Notenbank in den nächsten Monaten mit ihrer Entscheidungsfindung zum Tapering voranschreitet. Schließlich ist davon auszugehen, dass sich die Arbeitsmarktdaten aufgrund des Auslaufens der höheren Arbeitslosenunterstützung weiter verbessern werden", schreibt Philippe Gräub, Head of Global and Absolute Return Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP), in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Kommentar.

Entwicklung der Zinskurve im Fokus
In Erwartung dieser restriktiven Kurskorrektur der US-Notenbank bleibt Gräub daher mit Blick auf die Zinsen weiter vorsichtig. Da die Entscheidung über das Tapering zusehends näher rückt, werden sich die Anleger Gräubs Meinung nach auf den Zinserhöhungszyklus konzentrieren, wobei dem vorderen Ende der Kurve besondere Aufmerksamkeit gelten dürfte. Dies könnte laut Gräub bedeuten, dass sich die zu Beginn des Jahres beobachtete zunehmende Versteilerung nicht wiederholen dürfte, da die Fed bestrebt ist, die Inflationsrisiken zu steuern und allmählich zu Zinserhöhungen überzugehen.

Inflationsdruck nur vorübergehend
Auch wenn die Zentralbanken in den kommenden Monaten wahrscheinlich eine weniger expansive Haltung einnehmen werden, bleibt Gräub in Bezug auf die Kreditmärkte positiv gestimmt. Die sich verbessernden Fundamentaldaten und die weiterhin beeindruckenden Unternehmensgewinne bestätigen die auf Makroebene zu beobachtende rege Wirtschaftsaktivität. "Aus unserer Sicht hat sich die Fed der Realität der Zinskurve wieder ein gutes Stück angenähert und damit einem der größten Tail-Risiken, das den Anlegern seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet, die Spitze genommen."

In diesem Zusammenhang nennt Gräub insbesondere die Gefahr eines anhaltenden Inflationsanstiegs auf mittlere Sicht: In ihrer jüngsten Mitteilung hat die Fed deutlich gemacht, dass sie die Inflation nicht aus dem Ruder laufen lassen werde. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein gegebenenfalls bestehender oder aufkommender Inflationsdruck nur vorübergehender Natur sein wird.

Covid-Risiken weiterin virulent
Das andere große Tail-Risiko für den Rest des Jahres besteht Gräub zufolge darin, dass die Ausbreitung einer ansteckenderen und tödlicheren Covid-19-Variante den Prozess der Wiedereröffnung der Volkswirtschaften unterbrechen oder gar umkehren könnte. Während die Delta-Variante angesichts der zunehmenden Fälle im Vereinigten Königreich eindeutig Anlass zur Besorgnis bietet, stimmen die Daten über Hospitalisierungen und Todesfälle sehr viel zuversichtlicher. Sie deuten darauf hin, dass die Impfung schwere Erkrankungen durch diese Variante verhindert. Somit dürften die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft begrenzt sein. Hinzu kommt, dass sich andere Länder und Regionen in puncto Impfrate allmählich den USA und dem Vereinigten Königreich annähern. Dies dürfte dazu beitragen, die Auswirkungen einer weiteren Covid-19-Welle einzudämmen.

Wirtschaftswachstum im Fokus
Gräub geht davon aus, dass sich die Risikomärkte stattdessen wieder auf das weltweite Wirtschaftswachstum konzentrieren werden, das aktuellen Schätzungen zufolge über dem Vor-Corona-Niveau liegen wird: "Unser Vertrauen in die Konjunkturerholung ist ungetrübt, was nicht nur der zunehmend optimistischen Stimmung der Verbraucher, sondern auch den steigenden Investitionsausgaben geschuldet ist."

Das Investitionswachstum dürfte sowohl von privater als auch von öffentlicher Seite Unterstützung finden, da Unternehmen wie Regierungen bestrebt sind, die Digitalisierung und den Umstieg auf eine klimafreundlichere Wirtschaft voranzutreiben.

In diesem Umfeld sei es Gräub zufolge möglich, dass Marktsegmente mit höherem Beta überdurchschnittlich abschneiden und es zu einer Einengung der Spreads kommt. Der High-Yield-Markt dürfte von der allmählich einsetzenden Erholung bei den am härtesten von der Pandemie getroffenen Sektoren profitieren.

"Gleichzeitig sind wir der Auffassung, dass nachrangige Schuldtitel angesichts der starken Fundamentaldaten des Bankensektors und der stabilen Erträge während der Pandemie eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen", erklärt Gräub abschließend. (aa)

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