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Türkische Lira und Anleihen fallen auf neue Tiefs dank Erdogan-Sager

Die Lira und die Kurse der Staatsanleihen sind auf neue Rekordtiefs abgerutscht, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, er wolle mehr Verantwortung für die Geldpolitik übernehmen, wenn er im Juni eine Wahl gewinnt. Das erschreckte Investoren, denn Erdoğan ist gegen hohe Zinsen.

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© Tomasz Czajkowski / stock.adobe.com

Erdogans Kommentare machen Wetten zunichte, dass ein Treffen in seinem Palast letzte Woche mit Wirtschaftspolitikern - einschließlich des Gouverneurs der Zentralbank Murat Cetinkaya - den Weg für Zinserhöhungen eröffnen würde. Einige Händler hatten sich für eine Zinserhöhung auf einer außerplanmäßigen geldpolitischen Sitzung positioniert, berichtet Bloomberg. 

Lira 2018 bislang die zweitschwächste Währung nach dem argentinischen Peso
Die Lira hat sich in diesem Jahr gegenüber dem Dollar um 13 Prozent abgeschwächt und die höchste Abwertung unter den Währungen der Schwellenländer nach dem argentinischen Peso ausgeweitet. Die Rendite zehnjähriger Anleihen ist auf ein Allzeithoch gestiegen. Investoren sagen, eine zweistellige Inflationsrate und die wachsenden Zwillingsdefizite der Volkswirtschaft erfordern höhere Zinssätze, um die Vermögenswerte des Landes gegen die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA zu stabilisieren. 

Händler am falschen Fuß erwischt
"Die Anleger haben auf eine 100 bis 150 Basispunkte Notfall-Zinserhöhung der Zentralbank gesetzt, um die Lira zu stabilisieren - was nun in Frage gestellt sein dürfte", schrieb Chris Turner, Leiter der Devisenstrategie bei der ING Groep in London, in einer Einschätzung, die Bloomberg vorliegt. Die Lira fiel um 0,7 Prozent auf ein Allzeittief von 4,3981 je Dollar in Istanbul, bevor sich der Verlust zuletzt auf 0,5 Prozent verringerte. Der Lira-Rutsch kam vor einer Auktion von zwei- und fünfjährigen Staatsanleihen durch das türkische Finanzministerium am Dienstag, die ein wichtiger Test für den Appetit der Anleger auf eine der renditestärksten Lokalwährungsanleihen in Schwellenländern ist.

Steigende Anleiherenditen: Zehnjährige rentieren über 14 Prozent
Die Renditen der Staatsanleihen stiegen über die gesamte Kurve, verbunden mit einem Mangel an Liquidität am Markt. Die Renditen von zweijährigen Anleihen kletterten um 44 Basispunkte, die Fünf- und Zehnjahresrenditen um 50 Basispunkte, womit letztere 14,40 Prozent erreichten.

Politische Einmischungen in die Notenbankpolitik: nein danke!
Das Problem sei Erdogans Einmischung und mangelndes Vertrauen, dass die Zentralbank die Unabhängigkeit habe, eine eigenständige Geldpolitik zu verfolgen", sagte John Hardy, Leiter der Devisenstrategie bei Saxo Bank A/S im Bloomberg-Interview. Der Markt werde die Lira abstrafen. (kb)

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