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Türkei: Kaum Ansteckungsrisiko für andere Schwellenländer

Lucas Irisik, Portfoliomanager und Senior Analyst für Emerging Markets im Global Fixed Income Team von Nikko Asset Management, schätzt die Lage in der Türkei und Ansteckungsgefahren für andere Schwellenländer ein.

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Lucas Irisik, Portfoliomanager und Senior Analyst für Emerging Markets im Global Fixed Income Team von Nikko Asset Management
© Nikko AM

Das Ausmaß des Ausverkaufs der türkischen Lira ist ein klares Indiz für die äußerst schwierige Situation, in der sich das Land befindet. Lucas Irisik, Portfoliomanager und Senior Analyst für Emerging Markets im Global Fixed Income Team von Nikko Asset Management, führt aus: "Wir sind Zeuge eines nahezu vollständigen Verlusts der institutionellen Stärke geworden. Dieser zeigt sich in einer erheblich beeinträchtigten Politik der Zentralbank. Deren Verhalten läuft in letzter Zeit dem konventionellen makroökonomischen Denken zuwider und stimmt eng mit Erdogans Überzeugung überein, dass niedrige Zinssätze zu einer geringeren Inflation führen." 

Aufgehobene Gewaltenteilung  
Die jüngste Entlassung des Finanzministers, der sich über die Stabilität der Lira (bzw. deren Mangel) geäußert hatte, deutet darüber hinaus darauf hin, dass die Gewaltenteilung aufgehoben und durch die eindeutige Dominanz einer einzigen Person ersetzt wurde – Erdogan selbst. Da die internationale Investorengemeinschaft das Land als Anlagemöglichkeit seit einigen Jahren zunehmend vernachlässige, habe die Türkei ihren Status als wichtiger Schwellenmarkt längst verloren und sei eher zu einem Grenzmarkt geworden. Immer geringer werde die Beteiligung internationaler Investoren, und sehr eng begrenzt seien die Portfolio-Ströme in die Anleihen- oder Aktienmärkte, so Irsik weiter. 

Folgen des Vertrauensverlustes
Nach Ansicht von Nikko Asset Management ist die derzeitige Situation weitgehend auf den Vertrauensverlust der Marktteilnehmer vor Ort in die Währung zurückzuführen. Irsik dazu: "Es besteht kaum ein Ansteckungsrisiko für das gesamte Schwellenländer-Universum. Und was die Lira betrifft: Ohne eine Rückkehr zu einer orthodoxen Geldpolitik ist schwer vorstellbar, wie sie den in den vergangenen Wochen durch die übermäßige Volatilität der Devisenmärkte verlorenen Boden wieder gutmachen kann." (kb)

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