Trump-Favorit drückt Goldkurs
Der Goldpreis hat Ende der Arbeitswoche korrigiert, nachdem Gerüchte aufkamen, dass an der Fed-Spitze ein geldpolitischer Falke das Amt übernehmen könnte.

Der Goldpreis und andere Edelmetalle sind am Freitag stark gesunken, während der Dollar zulegte. Auslöser war ein Bericht, wonach die Trump-Regierung die Nominierung von Kevin Warsh für den Posten des Vorsitzenden der Federal Reserve vorbereitet, wie Bloomberg schreibt.
Ein "Falke" als Fed-Chef?
Laut Bloomberg-Informationen (Stand: Freitag Vormittag MEZ) wird Präsident Donald Trump voraussichtlich Warsh als seinen Kandidaten für den Vorsitz der Fed nominieren. Warsh genießt seit langem den Ruf eines geldpolitischen Falken, hat sich jedoch in den letzten Monaten dem Präsidenten angenähert, indem er öffentlich für niedrigere Zinsen argumentierte. Trump erklärte, er werde seinen Nominierten am Freitagmorgen US-Zeit bekannt geben.
Was steigt, kann auch fallen
Die Bewegung des Goldpreises “bestätigt die warnende Geschichte vom schnellen Aufstieg und schnellen Fall”, sagte Christopher Wong, Stratege bei Oversea-Chinese Banking. Während Berichte über die Nominierung von Warsh ein Auslöser waren, sei eine Korrektur überfällig gewesen. “Es ist wie eine dieser Ausreden, auf die die Märkte warten, um die parabolischen Kursbewegungen wieder umzukehren.”
Vieles spricht langfristig für Gold
Trotz des Rückgangs hat Gold in diesem Jahr bisher um mehr als ein Fünftel zugelegt, gestützt durch Trumps Umgestaltung der internationalen Ordnung und Angriffe auf die Unabhängigkeit der Fed. Die Spannungen bleiben hoch, nachdem Trump damit gedroht hat, den Iran anzugreifen, während er gleichzeitig ankündigte, Zölle auf alle Länder zu erheben, die Kuba mit Öl beliefern. Eine Reihe von Zollandrohungen gegen Europa, Kanada und Südkorea hat die Märkte ebenfalls verunsichert.
Kurzfristig Entspannung
Unterdessen wurde das unmittelbare Risiko eines erneuten Regierungsstillstands in den USA abgewendet, nachdem Trump und die Demokraten im Senat eine vorläufige Einigung erzielt hatten. Das Weiße Haus verhandelt weiterhin mit den Demokraten über neue Beschränkungen für Razzien im Zusammenhang mit Einwanderung, die landesweit für Empörung gesorgt haben. (aa)