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Triodos über die steigende Bedeutung von Impact Investing

Welche wichtige Rolle institutionelle Anleger bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft spielen, erläutert der Fondsmanager des Triodos Euro Bond Impact Fund.

Jeroen van Herwaarden, Fondsmanager Triodos Euro Bond Impact Fund
Jeroen van Herwaarden, Fondsmanager Triodos Euro Bond Impact Fund
© Triodos

Pensionsfonds investieren überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere und damit in eine Anlageklasse, die in der Gesamtheit der Impact-Investmentfonds immer noch stark unterrepräsentiert ist – und das sowohl auf der Angebots-, als auch auf der Nachfrageseite. Wie können Pensionsfonds diesem enormen Handlungsaufruf begegnen und ihre Fonds nachhaltig und zukunftsorientiert umschichten? Diese Frage erörtert Jeroen van Herwaarden, Fondsmanager Triodos Euro Bond Impact Fund, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag. (aa)


"Impact Investing, also das wirkungsorientierte Investieren, bringt das Konzept der ESG-Investitionen auf die nächste Stufe, indem es Investitionen ausfindig macht, die eine messbare positive Wirkung und gleichzeitig einen finanziellen Ertrag erzielen. Es unterscheidet sich insofern von ESG-Investitionen, als dass die externe positive Wirkung des Unternehmens das Schlüsselelement ist und nicht nur die Überwachung ethischer und verantwortungsbewusster interner Prozesse. Aktuell spielt Impact Investing bei Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere noch eine untergeordnete Rolle. Jedoch befindet sich der Markt für festverzinsliche Wertpapiere im Umbruch, da sich der Schwerpunkt der Anlageentscheidungen von einem reinen Rendite-Risiko-Ansatz hin zu einer Strategie verschiebt, die reale Anlageergebnisse als wichtigen Teil umfasst.

Immer mehr Rentenanleger erkennen, dass ESG-Kriterien eine wichtige Rolle bei der Risikobewertung spielen können und dass die Kundennachfrage steigt. Auch die treuhänderische Pflicht entwickelt sich weiter und schließt ökologische und soziale Werte mit ein. Gleichzeitig nimmt der regulatorische Druck zu. Obwohl der Markt für impact-fokussierte, börsennotierte Rentenfonds noch relativ klein ist, stieg das in nachhaltige Fonds investierte Kapital in Deutschland in den letzten zehn Jahren exponentiell an – allein im Jahr 2019 mit einem Anstieg von 41 Prozent im Vergleich zu 2018, auf insgesamt 63,2 Milliarden Euro. Ende 2019 überschritt der Gesamtmarktanteil nachhaltiger Fonds und Mandate in Deutschland erstmals die Fünf-Prozent-Marke. Dabei machen institutionelle Anleger mit fast 90 Prozent den Löwenanteil nachhaltiger Anlagen in Deutschland aus. In den letzten fünf Jahren ist die Auflage von Fixed-Income-Impact-Fonds von Jahr zu Jahr gestiegen, während festverzinsliche Wertpapiere bei institutionellen Anlegern nach wie vor eine stark nachgefragte Anlageklasse sind – vor allem aufgrund der Zusammensetzung der Portfolios von Pensionskassen.

Der Blick in die Zukunft ist somit durchaus positiv und vielversprechend. Die Möglichkeiten für Investoren, ihre Finanzierungen auszuweiten, um sich zum Beispiel an der Bewältigung der Klimakrise zu beteiligen, sind dabei vielfältig. Dies kann mit Strategien geschehen, die grüne Anleihen und Klimaanleihen umfassen, die von Staaten, Kommunen, multilateralen Organisationen, Finanzinstituten und Unternehmen ausgegeben werden.

Im Segment Impact-Investments sind festverzinsliche Wertpapiere für institutionelle Anleger attraktiv, weil sie Zugang zu unterrepräsentierten Bereichen bieten und im Vergleich zu anderen Anlageklassen niedrigere Managementkosten verursachen, wodurch die Marktzutrittsschranke gesenkt wird. Darüber hinaus wird durch Diversifizierung das Risiko für die Vermögensallokation von Impact-Investments gestreut. Diese Faktoren haben in der Vergangenheit zu einer steigenden Nachfrage von Investoren nach dieser Anlage-Alternative geführt.

Triodos Investment Management ist ein 100-prozentiger Impact Investor und füllt die Lücke bei festverzinslichen Impact-Anlagen. Wir beobachten, dass der Markt, allen voran das Segment grüne Staatsanleihen, wächst und eine größere Auswahl für starkes Portfolio-Impact-Management bietet. Unser mehrstufiger Auswahlprozess umfasst eine Impactanalyse, Ausschlusskriterien und finanzielle Leistungsfähigkeit. Die Zusammenarbeit mit den Emittenten steht dabei im Vordergrund. Unsere Impactanalyse verfolgt einen thematischen Ansatz und betrachtet sieben Übergangsthemen, die mit den Nachhaltigkeitszielen der UN (Sustainable Development Goals, SDGs) verknüpft sind. Bei der Portfoliokonstruktion achten wir auf den Impact des Emittenten und/oder den beabsichtigten Impact der Erlöse, und zwar über verschiedene Anleihearten hinweg, darunter Unternehmensanleihen, halbstaatliche Anleihen (z. B. Entwicklungsbanken) und Staatsanleihen. Wir investieren sowohl in reguläre Anleihen als auch in spezielle grüne oder soziale Anleihen.

Vor einigen Jahren war es vor allem noch das Thema Nachhaltigkeit, das Investoren dem Thema näherbrachte. Mittlerweile sind es ganz handfeste Rendite-/Risikoüberlegungen, verbunden mit Impact-Überlegungen und Risikostreuung. Hier hat sich die Sichtweise der Investoren massiv verändert, das Thema wird inzwischen ganzheitlich im Portfoliokontext betrachtet. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie ambitioniert institutionelle Anleger das Thema ESG und zunehmend auch Impact Investing in ihren Portfolios umsetzen. Dies hat langfristig vielleicht sogar einen stärkeren Einfluss als von der Politik prognostiziert. Das gilt insbesondere, wenn man die Finanzkraft des privaten Sektors mit der des öffentlichen Sektors vergleicht."

 

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