Treiber für japanische Aktien 2026: Starkes Gewinnwachstum und mehr
Corporate-Governance-Reformen kamen weiter voran. Die Entscheidung von Toyota, die Konzernstruktur durch Abbau von Kreuzbeteiligungen zu vereinfachen, um das Geschäft transparenter und effizienter zu gestalten und die finanzielle Transparenz zu verbessern, war ein bedeutender Schritt nach vorne.

In der zweiten Jahreshälfte 2025 wurden japanische Aktien durch inflationsbedingte Margenverbesserungen, anhaltende Governance-Reformen, die Nachfrage nach KI-bezogenen Investitionen und verstärkte Erwartungen an die Politik unter der neuen Premierministerin Sanae Takaichi begünstigt", sagt Junichi Inoue, Head of Japanese Equities, Janus Henderson Investors. "Unsere positive Einschätzung japanischer Aktien zu Jahresbeginn scheint sich weitgehend bestätigt zu haben. Gestützt wurde dies durch den Wiederanstieg ausländischer Kapitalzuflüsse – und das obwohl globale Anleger in dieser Region weiterhin untergewichtet sind."
Ausländische Kapitalzuflüsse kehren zu japanischen Aktien zurück (Yen, Milliarden)

Quelle: Bloomberg, Janus Henderson, Stand: 30. November 2025.
Basisszenario für Japan bleibt unverändert
Dieses setzt auf ein erwartetes starkes Gewinnwachstum, gestützt durch moderate Inflation,
Was können Anleger also für 2026 erwarten?
Zum einen glaubt man bei Janus Henderson Investors, dass japanische Aktien ein starkes Potential für ein zweistelliges Gewinnwachstum besitzen. Exportbranchen wie die Automobilindustrie, die von den US-Zöllen betroffen waren, dürften sich erholen, da sie ihre Produktion weiter lokalisieren, ihre Lieferketten diversifizieren und die Preise nach Möglichkeit erhöhen.
Darüber hinaus dürfte die Binnennachfrage – insbesondere aus dem Unternehmenssektor – von der starken Investitionsbereitschaft profitieren, die durch Inflationserwartungen und KI-bezogene Nachfrage angetrieben wird und das Wirtschaftswachstum stützt. Der Privatkonsum bleibt solide, gestützt durch steigende Einkommen und höhere Staatsausgaben. Auch im Finanzsektor wird aufgrund der Normalisierung der Geldpolitik durch Zinserhöhungen mit einem Gewinnanstieg gerechnet. "Vor diesem Hintergrund halten wir das durch eine moderate Inflation gestützte Gewinnwachstum für eine attraktive Gelegenheit, in japanische Aktien zu investieren", meint Junichi Inoue.
Außerdem profitiere diese Anlageklasse davon, so Junichi Inoue weiter, dass Investoren den steigenden Margen und Eigenkapitalrenditen (ROE) Beachtung schenkten, und dass es in umkämpften Branchen wie dem Einzelhandel, der Automobilindustrie und anderen Industriezweigen in Japan zu weiteren Konsolidierungen kommen werde. Dies könnte die Preisgestaltungsmacht verbessern und die Margen und ROE weiter steigern.
TOPIX ROE verbessert sich (in Prozent)

Quelle: Bloomberg Finance LP, Schätzungen von JP Morgan zum 30. November 2025. Die Daten bis zum Geschäftsjahr 2024 sind tatsächliche Zahlen, die Daten für das Geschäftsjahr 2025 sind Prognosen.
Unternehmen konzentrieren sich auf effizientere Nutzung ihrer Cash-Bestände
Eine Überarbeitung des Corporate Governance Kodex – die erste seit fünf Jahren – ist für Mitte 2026 geplant. Dies dürfte eine Diskussion über die Gründe hoher Cash-Bestände von Unternehmen auslösen. Die größten Unternehmen verfügten im März 2025 über insgesamt 115 Billionen Yen (>750 Milliarden US-Dollar) an Cash und Einlagen. Um Gewinne zu maximieren und indirekt die Tradition der lebenslangen Beschäftigung und Arbeitsplatzsicherheit zu ermöglichen, haben japanische Unternehmen in der Regel hohe Cash-Bestände und niedrige Löhne aufrechterhalten. Dies erklärt, warum der Lohnanteil Japans im Vergleich zu anderen Industrieländern niedrig bleibt.
Wenn Unternehmen nun die Höhe ihrer Barmittel in der Bilanz rechtfertigen müssen, könnte sich dies auf die Verteilung von Gewinn/Shareholder Value auswirken, die sich durch steigende Dividenden und Aktienrückkäufe verbessert hat. Außerdem wird dies Unternehmen veranlassen, die angemessene Lohnhöhe für ihre Mitarbeiter zu überdenken, was über mehrere Jahre zu einem Einkommenswachstum führen und den Konsum ankurbeln könnte.
Risiken beachten: unsichere Geld- und Fiskalpolitik
Inoue dazu: "Zwar behalten wir unseren positiven Ausblick für japanische Aktien bei, wissen aber auch um die Risiken, die mit der Unsicherheit hinsichtlich der Geld- und Fiskalpolitik verbunden sind. Die BoJ hinkt bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik weiterhin hinterher." Unkontrollierte negative Realzinsen hÄTTen sich auf zahlreiche Bereiche ausgewirkt, darunter Wechselkurse und Immobilienpreise. Der Leitzins dürfte bald auf 0,75 % angehoben werden, doch der Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung sei unklar. Sollten politische Faktoren oder wirtschaftliche Bedenken die Zinserhöhungen verzögern, könnte dies kurzfristig positiv auf die Märkte wirken, mittelfristig jedoch zu Instabilität führen.
Die wachstumsfördernden Maßnahmen von Premierministerin Takaichi wurden von den Märkten positiv aufgenommen. Zwar seien die Steuereinnahmen dank der starken Konjunktur gestiegen, doch fehlten einigen Maßnahmen sichere Finanzierungsquellen, was sich auf den Anleihemarkt auswirken könnte. Erfreulich sei, dass die neue Regierung ihre Politik glaubwürdiger als ihre Vorgänger gestalte, sodass das Vertrauen in die Geld- und Fiskalpolitik bestehen bleiben dürfte. Dennoch sei eine sorgfältige Beobachtung erforderlich.
Gründe für ein zweistelliges Gewinnwachstum in 2026
Trotz der Makro-Volatilität im Jahr 2025 konnten japanische Unternehmen Gewinneinbrüche weitgehend vermeiden. Damit ist der Aktienmarkt gut für attraktive Erträge positioniert. 2026 dürfte der Markt Erträge erzielen, die mit einem zweistelligen Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS) einhergehen. "Da die Inflation auch im vierten Jahr in Folge anhalten dürfte, gehen wir davon aus, dass Aktienrückkäufe, verstärkte Unternehmensaktivitäten wie Fusionen und Übernahmen sowie Management-Buy-outs den japanischen Kapitalmärkten neue Dynamik verleihen und ausländische Investoren weiterhin Kapital in Japan investieren werden", sagt Inoue.
TOPIX: Earnings per Share-Upgrades

Quellen: Konsensdaten, J.P. Morgan, Stand: 2. Dezember 2025. Die Daten für das Geschäftsjahr 2025 und das Geschäftsjahr 2026 sind Prognosen.
Titelselektion wird in 2026 wahrscheinlich wichtiger
Während KI- und verwandte Aktien 2025 hauptsächlich für die Marktgewinne verantwortlich waren und dies auch im nächsten Jahr so bleiben dürfte, wird die Titelselektion wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. "Mit der Verbesserung der Wirtschaftslage dürften sich auch in anderen Marktsektoren Chancen ergeben. Wie immer konzentrieren wir uns darauf, hochwertige, gut geführte Unternehmen mit starker Cashflow-Generierung und angemessenen Bewertungen zu identifizieren und in diese zu investieren", gibt Inoue zu bedenken. (kb)