Thyssenkrupp, Kretinsky beenden Gespräche: Weg ist frei für Jindal
?Thyssenkrupp und der tschechische Industriemilliardär Daniel Kretinsky haben ihre Gespräche über eine Ausweitung von Kretinskys Beteiligung an der europäischen Stahlsparte des Essener Konzerns beendet. Damit sei der Weg frei für den indischen Interessenten Jindal, berichtet Bloomberg.

Kretinskys EP Group hatte im vergangenen Jahr 20 Prozent an der Sparte erworben, im Rahmen von Verhandlungen über ein mögliches 50:50 JointVenture. Diese Beteiligung wird nun zurückgegeben, Thyssenkrupp werde den Kaufpreis erstatten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Der Schritt deutet darauf hin, dass die Gespräche mit dem indischen Konzern Jindal vorankommen. Thyssenkrupp hatte im vergangenen Monat ein unverbindliches, indikatives Angebot von Jindal erhalten, ohne Details zur Höhe zu nennen. In der Vergangenheit hatten Bieter sogenannte Negativangebote abgegeben, um den hohen Investitionsbedarf und die umfangreichen Pensionsverpflichtungen der Sparte abzubilden.
Die Thyssenkrupp-Aktie notierte im Xetra-Handel zuletzt nahe dem Vortagesschluss. Der Kurs hat sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht, getragen von der Hoffnung, dass der Konzern vom Boom bei den Verteidigungsausgaben in Europa profitieren kann.
Thyssenkrupp Steel Europe ist nach wie vor Deutschlands größter Stahlhersteller, steht jedoch unter Druck durch den globalen Wettbewerb, die Kosten der Dekarbonisierung und schwache Nachfrage. Ein Deal mit Jindal könnte die Zukunft des Geschäfts nach Jahren gescheiterter Restrukturierungsversuche neu ordnen. (kb)