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Tapering-Risiko: Experten empfehlen Verkauf von Bundesanleihen

Vor der bevorstehenden EZB-Sitzung sei das Shorten von deutschen Bundesanleihen ratsam, meinen einige Marktstrategen.

Christine Lagarde
Am Donnerstag könnte es spannend werden, wenn EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu den Medienvertretern spricht.
© Chris Ratcliffe / Bloomberg

Mit dem beschleunigtem Impftempo in Europa und der Aussicht auf eine baldige Öffnung der Volkswirtschaften sehen Bondstrategen deutsche Bundesanleihen zunehmend mit Skepsis und raten dazu, auf Kursverluste zu setzen. Darüber berichtet Bloomberg News.

Liquiditätszufuhr könnte etwas reduziert werden
Die EZB sei auf Kurs, ihren Ausblick schrittweise anzuheben, heißt es zum Beispiel in einer Analyse von Goldman Sachs Group. Dies signalisiere die Toleranz der Notenbank für höhere Renditen. Analyst George Cole hält es für unwahrscheinlicher, dass die Notenbank ihre Anleihekäufe ausdehnen wird und empfiehlt Anlegern, 30-jährige Bunds direkt abzustoßen.

Citigroup beurteilt die Lage ähnlich und geht davon aus, dass einige Anleger bereits mit einem Tapering der EZB-Bondkäufe rechnen. Strategen um Jamie Searle bleiben in Bezug auf Bunds pessimistisch und rechnen bei zehnjährigen Papieren in diesem Quartal mit einem Renditeanstieg auf -0,15 Prozent.

Wenn die EZB ihr Engagement für ein lockeres geldpolitisches Umfeld bei der Sitzung am Donnerstag nicht mit Nachdruck bekräftigt, könnte mit Blick auf die Entscheidung im Juni mit einem Mini-Taper-Tantrum zu rechnen sein, sagt Ralf Preusser, der bei der Bank of America Corp. die globale Bondstrategie leitet.

Preusser, der die EZB-Kommunikationsstrategie für verwirrend hält, rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Konjunkturdaten. Um für eine Bären-Überraschung am Bondmarkt gerüstet zu sein, bevorzugt er Wetten auf abnehmende Realzinsen im 30-jährigen Bereich.

Höhere Zinsen, höhere Spreads

Massenimpfungen und Emissionsflut kommen Rentenanlegern teuer
Auch die Strategen der Barclays Bank sehen die europäischen Bonds inzwischen pessimistisch und berufen sich dabei auf die Zunahme der Impfungen, eine nachlassende Tauben-Sicht der Zentralbanken und eine sich verändernde Emissionsdynamik. Sie ziehen es vor, über Zinsswaps short zu gehen.

NatWest Markets-Stratege Giles Gale erklärte in einer Analyse, die Inflationserwartungen in Europa dürften weiter ansteigen, was für höhere Renditen spreche.

Längere Laufzeiten seien im Bezug auf Renditeanstiege anderswo im Spektrum am anfälligsten, so Gale. Das Interesse der EZB, die Zinsen am langen Ende im Zaum zu halten, sollte begrenzt sein. NatWest empfiehlt, 30-jährige Bunds gegenüber US-Treasuries leer zu verkaufen. (aa)

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