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T. Rowe Price: Warum Value gerade in den Emerging Markets funktioniert

In den Emerging Markets befindet sich die „Old Economy“ im Outperformance-Modus. Doch könnte die Rally von Dauer sein? Einige Gründe wie die globale Energiewende oder die staatlichen Konjunkturpakete sprechen dafür, meint man bei T. Rowe Price.

Ernest Yeung, Portfolio Manager, Emerging Markets Discovery Equity Strategy bei T. Rowe Price
Ernest Yeung, T. Rowe Price
© T. Rowe Price

Die starke globale Wirtschaftserholung nach der Corona-Krise hat zu einem beeindruckenden Comeback des Value Investing geführt. Gerade in den Emerging Markets. Das freut natürlich Anleger, die in Value-Aktien beziehungsweise in Value-Fonds mit Schwerpunkt Emerging Markets investiert sind. Für Ernest Yeung, Portfolio Manager, Emerging Markets Discovery Equity Strategy bei T. Rowe Price, stellt sich in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag gleichwohl die Frage, ob und in wie weit Value eine Outperformance gegenüber Growth erzielen kann. "Wir denken, dass die Chancen dafür gut stehen. So gibt es eine Reihe von Faktoren, die darauf schließen lassen, dass wertorientiertes Anlegen noch eine ganze Weile wachstumsorientierten Ansätzen überlegen sein könnte", schreibt Yeung.

Traditionelle Sektoren profitieren von der Energiewende
Schon in der Zeitspanne zwischen 2001 und 2010 erlebten Value-Titel aus Schwellenländern eine Phase der Outperformance. Angetrieben wurden die Kurse damals von zwei Faktoren: Zum einen vom chinesischen Wirtschaftssuperzyklus. Während dieser Zeit pumpte China spektakuläre zwölf Billionen US-Dollar in den Ausbau von Infrastruktur und Industriekapazitäten. Davon profitierten insbesondere „Old Economy“-Sektoren wie Stahl, Zement, Nichteisenmetalle, Industriemaschinen und Energie. Zum anderen waren damals viele Schwellenländer nach diversen Konjunkturschocks – wie etwa der Asien-Krise von 1997 – unterinvestiert.

Die Geschichte könnte sich nach Einschätzung Yeungs nun wiederholen, mit dem Unterschied, dass der neue Investitionsboom durch die Energiewende ausgelöst werden könnte. Beispiel China: Die Volksrepublik will bis 2060 CO2-neutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Peking voraussichtlich 10 bis 15 Billionen US-Dollar in entsprechende Maßnahmen investieren.

Ähnlich hohe Aufwendungen kommen wohl auch auf die Industriestaaten aus der G10-Gruppe zu, wollen sie ihre eigenen Programme zur Umstellung auf grüne Energie planmäßig umsetzen. Lange Zeit passierte in diesem Bereich nichts, mit der Folge, dass sich ein Investitionsstau gebildet hat. Yeung geht davon aus, dass die Investitionen in die Energiewende weltweit an Fahrt gewinnen werden und auf diese Weise beträchtliches Kapital in die Old Economy zurückfließt. Denn um die CO2-Emissionsziele zu erreichen, wird die Weltgemeinschaft in den Übergangsjahren hohe Ausgaben für traditionelle Industriesektoren tätigen müssen.

Positive Effekte für Value durch staatliche Anreize
Ein anderer Punkt, der laut Yeung für Value Investing spricht, betrifft die Art und Weise, wie Regierungen ihre Volkswirtschaften während der Corona-Pandemie mit fiskalischen und geldpolitischen Anreizen unterstützten und dies nach wie vor tun. Die Anreize zielen in erster Linie darauf ab, den Verbrauchern direkt zu helfen.

Das sei ein grundlegender Unterschied zu früheren Rezessionen wie etwa nach der Finanzmarktkrise von 2008/09. Damals floss das Geld vor allem in die Bilanzen von Banken und Unternehmen. Empirische Studien würde zeigen, dass fiskalische Anreizmaßnahmen zur Unterstützung des Verbrauchers wie beabsichtigt wirken und einen erheblichen Multiplikatoreffekt auf die Volkswirtschaften haben. Dies wiederum führe zu einer deutlich schnelleren wirtschaftlichen Erholung.

"Unserer Ansicht nach sind die Schwellenländer gut positioniert, um davon zu profitieren. So legten Chinas Exporte in die USA infolge der steigenden US-Konsumgüterausgaben deutlich zu. Sie liegen derzeit um rund 20 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau", hält Yeung fest.

Steigende Gewinne
Ein weiteres Argument pro Value ist für Yeung das Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS). Die aktuellen Konsensprognosen für das EPS-Wachstum der Schwellenländer deuten darauf hin, dass sich die Emerging Markets auf dem Weg befinden, in ein zunehmend ertragreiches Umfeld einzutreten. Das würde Value gegenüber Growth begünstigen.

Schließlich müsse auch die Zinsentwicklung berücksichtigt werden. Da sich die Geldpolitik in den USA und anderen Ländern in absehbarer Zukunft normalisieren dürfte, erwarten viele Analysten anziehende Realzinsen. "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in solchen Phasen Value Investing besser abschneidet als Growth", erklärt Yeung abschließend. (aa)

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