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Weltwirtschaft ähnelt Pokerspiel mit hohen Einsätzen

Die Geschicke der globalen Wirtschaft werden derzeit von Spielernaturen gelenkt. Zumindest könnte man diesen Eindruck bekommen, meint Adrien Pichoud von Syz Asset Management.

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© lassedesignen / stock.adobe.com

Adrien Pichoud, Chefökonom beim Fondsanbieter Syz Asset Management, vergleicht die aktuelle Lage der Weltwirtschaft mit einem Pokerspiel, bei dem ohne Limits gezockt wird. Die wichtigste Partie findet zwischen den USA und China statt. "Beide Seiten sind bereit, die Einsätze zu erhöhen, um die andere Partei dazu zu zwingen, Farbe zu bekennen", sagt Pichoud.

Für Donald Trump ist dieses Spiel eine Möglichkeit, vor den Halbzeitwahlen in den USA Stärke zu zeigen. "Er schlägt eine weitere Runde von Zöllen für chinesische Güter vor und behauptet zugleich, dass er den freien Handel verteidige", so Pichoud. "China hebt unterdessen die eigenen Zölle erst nach den USA an, bevorzugt Alternativen zu US-Importen und schaut mit unschuldiger Miene zu, wie der Yuan gegenüber dem US-Dollar fällt."

Auch in Europa wird kräftig gezockt
In Europa gleichen die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU einem Pokerspiel. "Hier übt die EU maximalen Druck aus, während Theresa May versucht, einen Spagat zu vollziehen, der weder für die Brexit-Befürworter in Großbritannien noch für die EU akzeptabel ist", kommentiert der Ökonom. In der Türkei spielt währenddessen Recep Tayyip Erdogan mit dem Devisenmarkt darum, ob die Zentralbank die Zinssätze anheben sollte.

Trotz der vielen Pokerrunden zeigt sich die Weltwirtschaft stabil. "Das Wachstum ist insgesamt passabel, die Inflation moderat, und mit Ausnahme der Fed ist die Geldpolitik der großen Zentralbanken eindeutig unterstützend", sagt Fabrizio Quirighetti, CIO bei Syz AM. Langfristig rechnet er allerdings damit, dass sich die Konjunktur rund um den Globus abkühlt. "Die Indikatoren für das Wirtschaftswachstum in Europa und Japan enttäuschten die Erwartungen, die nach dem außerordentlich guten Jahr 2017 allerdings überhöht waren", so Quirighetti. (fp)

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