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Swisscanto: Warum höhere Zinsen Yield Bonds zu Gute kommen

De makroökonomische Umfeld und insbesondere leicht steigende Renditen bei Staats- und auch Invesetment-Grade-Unternehmenanleihen machen High Yield Bonds für institutionelle Investoren interessant, meint der Schweizer Vermögensverwalter Swisscanto.

Stefan Chappot, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible Short Term Global High.
Stefan Chappot, Swisscanto
© Swisscanto

Das dritte Quartal stellte sich für High Yield-Investoren weniger ruhig dar als erwartet. Die Flut an Neuemissionen, die im zweiten Quartal begonnen hatte, hielt bis in den Sommer an und belastete bis in den Juli die Spreads. Diese leichte Schwäche kehrte sich im August um, als die Neuemissionspipeline austrocknete und solide Aktienmärkte und verhaltene Staatsanleiherenditen ein günstiges Umfeld boten.

Unter der Oberfläche jedoch braute sich einiges zusammen. Chinas regulatorische Verschärfungen in verschiedenen Sektoren verunsicherten die Anleger. Von größter Bedeutung für die Kreditmärkte waren die damit verbundenen Entwicklungen im Immobiliensektor des Landes, zu dem große Anleiheemittenten wie die China Evergrande Group gehören. In Europa und den USA begannen die Anleger unterdessen, die möglichen Folgen einer etwas weniger expansiven Geldpolitik der Zentralbanken abzuwägen.

„So beliefen sich am Ende die Renditen US-amerikanischer und europäischer Hochzinsanleihen im dritten Quartal auf 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozent (EUR, hedged). Dieses Ergebnis war ausschließlich auf die Kuponerträge zurückzuführen, während der durchschnittliche Anleihekurs sogar sank. Die Hochzinsanleihen der Schwellenländer erzielten negative 2,5 Prozent und fielen den Entwicklungen in China zum Opfer. Auf Jahressicht steht für global investierende High Yield-Investoren immer noch ein ordentliches Plus von drei bis fünf Prozent – je nach Strategie“, sagt Stefan Chappot, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible Short Term Global High.

Ausfallraten sind tief und sollten dies auch bleiben
Positiv für den Markt der High Yield-Bonds sind die tiefen Ausfallraten. Gemäß Moody's beträgt der globale Wert drei Prozent auf Sicht der vergangenen zwölf Monate. „Für 2022 rechnet der Markt sogar mit einer noch niedrigeren Ausfallquote von weniger als zwei Prozent. Angesichts des langfristigen Durchschnitts von 4,2 Prozent stimmt diese Entwicklung zuversichtlich und ist unterstützend. Zudem beobachten wir eine Erholung auf der Fundamentaldaten-Seite und Wachstum bei den relevanten Sektoren im High Yield-Markt, insbesondere bei der Old-Economy, die 2020 sehr gelitten hatte“, so Chappot.

Zentralbanken stützen mit Liquidität die Märkte
Die Notenbank-Politik der EZB und der Fed sorgten bis dato ebenfalls für ein günstiges Umfeld am Kapitalmarkt, welches es auch Unternehmen mit geringerem Rating erlaubte, sich einfach zu refinanzieren. Der niedrige Zinsmarkt gab Unternehmen zudem die Möglichkeit, sich aktuell zu attraktiven Konditionen zu refinanzieren für Schulden, die in zwei oder drei Jahren fällig sind. Die Unternehmen sollten entsprechend künftig, im Falle von höheren Zinsniveaus, weniger Refinanzierungsbedarf haben und nicht vor Probleme gestellt werden.

„Steigende Zinsen sind für High Yield-Investoren nicht so problematisch aufgrund der geringeren Zinssensitivität der Anlageklasse im Vergleich zu Investment Grade-Anleihen. Die Duration im High Yield-Markt ist signifikant kürzer. Und mit einer Spezialisierung auf Short Term High Yield-Bonds erhalten Anleger eine noch tiefere Duration. Daher eignen sich Short Term-Lösungen insbesondere für Investoren, die mit Zinserhöhungen rechnen“, meint der Fondsmanager.

High Yield sollte andere festverzinsliche Anlageklassen übertreffen
Chappot erwartet, dass sich die Spreads im vierten Quartal seitwärts bewegen oder moderat auseinanderlaufen werden. Das Risiko einer wesentlichen Ausweitung bleibe gering angesichts der anhaltenden Verbesserung der bilanziellen Fundamentaldaten, der extrem niedrigen Ausfallraten und der starken Suche nach Rendite. Eine gewisse Erholung der Wirtschaftsdaten nach der Delta-bedingten Abschwächung im Sommer sei wahrscheinlich.

"Sollte dies bestätigt werden, könnte das Thema Reflation an Dynamik gewinnen und die Renditen von Staatsanleihen ihren jüngsten Anstieg wieder aufnehmen. In einem solchen Szenario wird High Yield von seiner starken Carry-Eigenschaft profitieren und wir rechnen damit, dass High Yield andere festverzinsliche Anlageklassen weiterhin übertreffen wird", erklärt Cappot abschließend. (aa)

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