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"Super-Squeeze": HSBC sieht massive Versorgungslücken bei Rohstoffen

Die Rohstoffmärkte stehen laut HSBC unter erheblichem Druck. Sollte die Straße von Hormus weiterhin faktisch geschlossen bleiben, könnten sinkende Lagerbestände bei einzelnen Rohstoffen kritische Marktverwerfungen und starke Preissprünge auslösen.

© Yellow Boat / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • HSBC befürchtet 'Kipp-Punkte' an den Märkten
  • Wann diese eintreten, steht noch nicht fest

Rohstoffe befinden sich nach Einschätzung von HSBC in einer "Super-Squeeze"-Phase, die sich weiter verschärfen dürfte, falls die Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt. "Je länger die Meerenge geschlossen bleibt, desto stärker werden die Lagerbestände abgebaut und desto wahrscheinlicher ist es, dass wir bei einigen Rohstoffen 'Kipp-Punkte' an den Märkten erreichen", schrieben Analysten um Paul Bloxham in einem Bericht vom 1. Juni. Wann dies eintreten könnte, lasse sich jedoch nur schwer bestimmen, fügten sie hinzu.

Die Preise für Rohstoffe erreichten Mitte Mai ein Rekordhoch, gaben anschließend jedoch einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Hintergrund waren verstärkte Bemühungen der USA, eine Waffenruhe in ihrem Konflikt mit dem Iran zu verlängern. Dies könnte die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße ermöglichen und langfristig den Weg für ein Ende des Konflikts ebnen.

Weitere Preistreiber für Rohstoffe
Über den Nahen Osten hinaus verwies HSBC auf weitere stützende Faktoren für die Rohstoffmärkte. Dazu zählen eine steigende Nachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer sowie ein bevorstehendes El-Niño-Wetterereignis, das die Versorgung mit Agrarrohstoffen beeinträchtigen könnte.

Der übergeordnete Rohstoffzyklus befinde sich weiterhin in einer sogenannten Super-Bullenphase, erklärten die Analysten. "Dies unterscheidet sich jedoch stark von früheren 'Superzyklen', da die Entwicklung von Angebotsstörungen getrieben wird." Weiter hieß es mit Verweis auf frühere Untersuchungen der Bank: "Anstelle eines 'Superzyklus' sprechen wir von einem 'Super-Squeeze'."

Gefahr von Engpässen
Da die Straße von Hormus nach wie vor praktisch gesperrt sei, könnten die Ölvorräte "ein kritisches Funktionsminimum erreichen, was zu stärkeren – nichtlinearen – Preisanstiegen und echten Engpässen führen könnte", warnten die Analysten. In Friedenszeiten wurde über diese Wasserstraße, die den Persischen Golf mit den Weltmärkten verbindet, ein Fünftel des weltweit produzierten Öls und Flüssigerdgases transportiert.

Die Nordseeölsorte Brent wurde Mitte dieser Woche nach einem moderaten Rückgang bei etas mehr als 94 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit lag der Preis deutlich unter den bisherigen Höchstständen während des Iran-Krieges von mehr als 126 Dollar.

Bei den Metallen erreichte Aluminium ein Vierjahreshoch. Kupfer notierte bei 13.976 Dollar je Tonne und damit 13 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Für Aluminium sei "die strukturelle Nachfragesituation positiv, doch ein wichtiger Treiber waren zuletzt die Schäden an den Schmelzkapazitäten im Nahen Osten", erklärten die Analysten. "Der Anstieg des Kupferpreises ist in erster Linie eine nachfragegetriebene Entwicklung." (mb/Bloomberg)

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