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Studie: Investoren verlangen zuverlässige Nachhaltigkeitsdaten

93 Prozent der Investoren halten ein Nachhaltigkeitsreporting für wichtig. 37 Prozent investieren nur in Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeit belegen können. Und 77 Prozent der Investorenschaft nutzen extern geprüfte Informationen über Nachhaltigkeit.

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Kai M. Beckmann, Studienleiter und Director bei Mazars in Deutschland
© Mazars

Institutionelle legen bei ihren Anlageentscheidungen immer mehr Wert darauf, dass Unternehmen, in die sie investieren, professionell mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Dabei kommt es ihnen nicht nur auf konkrete Maßnahmen und Aktivitäten an. Ein geprüfter Bericht über die Nachhaltigkeitsperformance gehört für sie auch immer häufiger zur Voraussetzung für eine Investition. Das ist eines der Kernergebnisse der aktuellen Studie „Nachhaltigkeit & Anlageverhalten 2021“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars.

Geprüfter Nachhaltigkeitsbericht wird immer wichtiger
Mit 93 Prozent halten fast alle befragten Investoren belegbare Nachhaltigkeitsaktivitäten für wichtig. Eine häufige Informationsquelle ist für 55 Prozent ein geprüfter Nachhaltigkeitsbericht. Die darin enthaltenen Angaben fließen unmittelbar in die Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens ein. 77 Prozent der Befragten geben allerdings auch an, für ihre Investitions- und Anlageentscheidungen extern geprüfte Informationen zu nutzen. 47 Prozent berücksichtigen außerdem externe ESG-Zertifikate, um nachhaltiges Handeln zu beurteilen.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex besonders relevant
Als Standard für die Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsperformance ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) bei der Hälfte der Befragten besonders relevant. Zudem orientieren sich viele Investor*innen an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Der UN Global Compact und die DIN ISO 26000 sind für 37 Prozent der Befragten die wichtigsten Beurteilungsmaßstäbe.

Kunden erwarten nachhaltige Anlagestrategien bei Private Equity- und KVGen
„Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit von Unternehmen als Marketinginstrument genutzt wird, sind vorbei“, stellt Kai M. Beckmann, Studienleiter und Director bei Mazars in Deutschland, fest: „Immer mehr Kunden erwarten nachhaltige Investitions- und Anlagestrategien bei Investoren wie Private Equity- und Kapitalverwaltungsgesellschaften. Das führt dazu, dass Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten belegen müssen, um weiterhin an benötigtes Kapital zu gelangen“.

Klimaschutz ist der wichtigste Faktor bei Investitionsentscheidungen
Für 53 Prozent der Investoren hängt ihre Investitionsentscheidung davon ab, ob Unternehmen beim CO2-Ausstoß einen bestimmten Schwellenwert nicht überschreiten oder sogar erneuerbare Energien am eigenen Standort erzeugen und nutzen (51 Prozent). Für 90 Prozent sind der Kilmaschutz und für 85 Prozent die Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung die wichtigsten Umweltziele aus der Taxonomie-Verordnung der EU.

„Für Investoren ist es mittlerweile entscheidungsrelevant, dass ihre Investments auf Nachhaltigkeitsziele einzahlen“, betont Jörn Dieckmann, Partner bei Mazars in Deutschland. Er fügt hinzu: „Nachweisbare Aktivitäten im Bereich Klimaschutz erhöhen aus Sicht von drei Viertel der befragten Investoren die Sicherheit einer Anlage. Wir sehen auch in der Praxis, dass Investoren bei der Wertermittlung von Investments Risikoabschläge einkalkulieren, wenn die Nachhaltigkeitsperformance nicht den Erwartungen entspricht.“

Professionelles Nachhaltigkeitsmanagement ist Grundvoraussetzung
Genauso wichtig wie einzelne Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ist der systematische Umgang im Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit. 88 Prozent der befragten Investoren betreiben bereits ein eigenes Nachhaltigkeitsmanagementsystem. Ein Drittel von ihnen berichtet, dass über die Hälfte ihrer Geschäftspartner ebenfalls ein solches System eingerichtet haben. „Wir sehen, dass Unternehmen Nachhaltigkeit ernst nehmen und ihre Aktivitäten in dem Bereich systematisch und deutlich konsequenter vorantreiben müssen“, meint Kai M. Beckmann: „Das zeigt sich darin, dass 87 Prozent der Investoren einen systematischen Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette für zunehmend relevant halten.“

Überregulierung als Investitionsrisiko
Neben den Chancen, die eine nachhaltige Anlagestrategie bietet, sehen Investoren aber auch Herausforderungen und Risiken, die es zu beachten gilt. So halten 37 Prozent der Befragten die Entwicklung einheitlicher Standards für zwingend erforderlich, um die Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens zu bewerten. Die größte Gefahr einer nachhaltigen Investitions- und Anlagestrategie ist laut der Studie eine mögliche Überregulierung. 58 Prozent der Investoren sehen darin ein Risiko. (kb)

 

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