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Stratton Street Capital ist anders als die anderen im Rentenmanagement

Die Londoner Investmentboutique Stratton managt globale Anleihen erfrischend anders als die Konkurrenz. Die Hälfte ihrer Allokation ist im Nahen Osten, vor allem in den sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates, von denen einige, wie Saudi-Arabien, derzeit am Pranger stehen.

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Flagge des GCC (Golfkooperationsrat)
© GCC

„Ich kann schlecht behaupten, dass diese Leute alle anständig sind und ihre Geschichte ESG-Maßstäben entspricht“, gesteht Frederick Coldham (Bild links), Head of Fixed Income and Currencies bei Stratton, im Interview. „Vor allem Saudi-Arabien hat einen schlechten Ruf, und ich denke, man sollte für das Risiko bezahlt werden, dort investiert zu sein. Was ich aber sagen kann, ist, dass alle diese Länder sehr reiche Nationen sind, die für Anleger einigen Wert liefern.“

Veränderungen im J.P. Morgan Emerging Market Government Bond Index ab 31.1.
Ab dem 31. Januar 2019 werden Staatsanleihen aus dem Nahen Osten in den J.P. Morgan Emerging Market Government Bond Index aufgenommen. Die finale Gewichtung wird 3,1 Prozent für Saudi-Arabien, 2,8 Prozent für Katar, 2,6  Prozent für die Vereinigten Arabischen Emirate, 2,3 Prozent für Bahrain und 0,7 Prozent für Kuwait betragen und zusammen 11,5  Prozent des gesamten Index ausmachen.

ESG-Skeptiker
Das inzwischen zur Mode gewordene Bekenntnis zu Kriterien für Umweltverträglichkeit, soziales Verhalten und gute Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG) auch bei Rentenanlagen sieht Frederick Coldham mit Skepsis: „Jeder Investor hat da so seine eigenen Vorstellungen. Sogar in Deutschland sagen uns manche Investoren, ESG sei für sie sehr wichtig; andere meinen, bei ihnen sei das weniger der Fall.“ Der Einsatz von ESG-Kriterien sei, so der Anleihenexperte, manchmal schwer zu entscheiden, „wenn man die günstigsten Anlagen der Welt hat, die mehr Wert bieten – aber alle im Nahen Osten und in Öl produzierenden Ländern sind –, die teuersten Anleihen dagegen in Europa zu finden sind, die doch alle von Öl konsumierenden Ländern stammen.“

Stratton setzt auch in anderen Bereichen einen Kontrapunkt
„Wir wollen Anleihen mit einer längeren Duration und einem höheren Kreditrating“, sagt Coldham. „Wir machen das Gegenteil von dem, was andere Manager tun, die auf eine Zinskurve mit kürzerer Laufzeit und höher verzinsliche Titel mit niedriger Bonität setzen.“

Duration doppelt so lange wie beim Mitbewerb
Während der Durchschnitt im Markt bei vier bis fünf Jahren liege, habe Stratton eine Duration von neuneinhalb Jahren. Für 2019 rechnet Coldham am globalen Anleihemarkt mit Überraschungen: „Die Erträge werden in einem Jahr niedriger sein. Ich glaube, die Leitzinsen werden weiter sinken und für längere Zeit niedriger bleiben, als es der Markt weltweit wahrnimmt.“ Wenn die amerikanische Notenbank damit fortfahre, ihre Politik anzuziehen, werde die Zinskurve schon in ein paar Monaten invers sein. (kb) 

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Über Stratton:
Stratton Street Capital ist eine spezialisierte britische Investmentboutique mit einem verwalteten Vermögen von 1,4 Milliarden US-Dollar. Sie investiert in globale Anleihen – vorzugsweise von Ländern, die dafür bekannt sind, dass sie ihre Schulden zurückzahlen und gute langfristige Erträge bieten. Mit ihrem „Net Foreign Asset (NFA)“-Ansatz für Investitionen im Credit-Markt stellt Stratton die Vermögen eines Landes seinen Auslandsschulden gegenüber. NFA betrachtet dabei die gesamte Verschuldung eines Landes (Staats-, Unternehmens- und private Verschuldung).

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